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Regional Von Influencermarketing bis zu datengetriebener Effizienz
Nachrichten Wirtschaft Regional Von Influencermarketing bis zu datengetriebener Effizienz
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17:41 09.11.2018
Ausgefeilte Algorithmen werden zum Erfolgsfaktor: Prof. Hubert Schüle, Professor für Wirtschaftsinformatik an der PFH. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Innovative Möglichkeiten der Digitalisierung seien nicht nur rationelle Abläufe in Vertrieb und Logistik, sondern neue Geschäftsmodelle, personalisierte Kundenansprache, Social-Media-Marketing, die Verknüpfung digitaler und klassischer Vertriebswege, sagte der Wirtschaftsinformatiker Prof. Hubert Schüle zum Auftakt der Veranstaltung der PFH. Sechs Referenten sprachen unter anderem über praktische Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien im Online-Handel, darüber, wie KI und Algorithmen Warenkredite absichern können oder über datengetriebene Effizienz im Kundendialog.

Influencer-Marketing war das Thema von Sebastian Röske von der Göttinger Firma lookfamed, eine Unternehmensgründung, die aus der PFH hervorgegangen ist. Das Influencer-Marketing befinde sich in rasantem Aufschwung, so Röske. Seine Firma hat ein Netzwerk von rund 200 Instagram-Bloggern, die dann mit Produkten bestimmter Firmen in Kontakt gebracht werden. Sie wählen ihre Blogger mit Hilfe umfangreicher Daten aus, damit Kunde und Blogger auch wirklich zusammenpassen. Die Kunden hätten unterschiedliche Ziele, wie etwa Sichtkontakte oder Verkauf.

Glaubwürdigkeit der Blogger wichtig

In letzter Zeit werde das Influencer-Marketing inflationär genutzt, so Röske. Oft hätten die entsprechenden Blogger zwar viele Follower, „aber da passiert gar nichts“. Die Produkte, die der Blogger nenne und zeige, würden gar nicht gekauft. Wichtig sei die Glaubwürdigkeit der Blogger. Wer zu viel bewerbe, gerate bei seiner Community in den Verdacht, nur noch aufs Geld zu achten. Produkt, Marke und Lebenssituation des Bloggers müssten zusammenpassen.

75 Prozent der sogenannten Influencer sei ohne Reichweite und Einfluss, sagte Röske. 20 Prozent würden von vielen gesehen, hätten aber nicht so viel Einfluss auf Kaufentscheidungen. Nur fünf Prozent, die sogenannten Performance Influencer, hätten den gewünschten Einfluss. „Wenn die etwas empfehlen, kaufen die Nutzer es auch.“ Solche Blogger versucht lookfamed mit ausgeklügeten Algorithmen zu finden.

Von online zu offline

Über den momentan etwas merkwürdig anmutenden Weg vom Online-Geschäft ins Offline, sprach Stefan Matte von Mister Spex. Das Unternehmen hat sich sehr erfolgreich als Online-Brillenhändler etabliert. Jetzt werden die ersten Stores eröffnet.

Besonders Sonnenbrillen ließen sich online gut verkaufen, so Matte. Für sogenannte Korrekturbrillen aber brauche man einen stationären Partner. „Der Sehtest lässt sich noch nicht online machen“, sagte Matte und auch die Anpassung erfordere einen Optiker. 500 Partnerbetriebe hat Mister Spex in Deutschland. „Das hat so gut funktioniert, dass wir den Schritt zu eigenen Stores gewagt haben“, so Matte.

Aus der Website in den Store transferieren

In Workshops wurde dann diskutiert, was aus dem Onlinehandel in den stationären mitgenommen werden kann. Jede Brille etwa wird im Laden so ausgerichtet, dass sie den Kunden anschaut, so wie auch auf der Website. Außerdem wurden die Filter, die am häufigsten beim Onlinehandel geklickt werden, auf die Sortierung in den Regalen übertragen: Nach Größen, Form und Rand sind die Brillen nun sortiert. Bei den Sonnenbrillen steht die Marke oben, dann das Material.

Das kleine Fenster mit weiteren Informationen, dass auf der Website aufgeht, wird in den Stores tatsächlich mit einer ganz traditionellen Karte ersetzt. Diese Karte sei extrem erfolgreich. Für die Zukunft „wollen wir unseren Kunden das Springen zwischen den Kanälen noch mehr erleichtern“, sagte Matte.

Von Christiane Böhm

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