Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Wirtschaftsspionage durch Cyberangriffe
Nachrichten Wirtschaft Regional Wirtschaftsspionage durch Cyberangriffe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 11.12.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hann. Münden

Harald Bunte vom niedersächsischen Innenministerium zeigte auf Einladung der Wirtschaftsförderung Region Göttingen, wie leicht digitaler Informationsdiebstahl geworden ist. „Der klassische Angriff per E-Mail wurde perfektioniert“, so der Kriminologe. Perfektes Deutsch, eine personalisierte Anrede und ein inhaltlich auf den Arbeitsplatz zugeschnittener Wortlaut bewegten nach wie vor zum unkontrollierten Öffnen des Mailanhangs. Die darin versteckte Schadsoftware installiere sich in Sekunden, sammele automatisiert Informationen und gebe sie innerhalb von vier Minuten zurück an den Absender. „Weitere 120 Sekunden braucht der Virus, um das gesamte Unternehmensnetzwerk zu infizieren“, so Bunte.

Der Nürnberger Konzern Leoni sei etwa ein Opfer geworden. Hier erhielt ein für Bankgeschäfte autorisierter Mitarbeiter eine vermeintlich vertrauliche E-Mail eines Vorgesetzten mit der Aufforderung, eine dringende, geheime Finanztransaktion vorzunehmen. „Hinweise in der E-Mail, Stillschweigen zu bewahren, nahm der Mitarbeiter ernst und überwies 40 Millionen Euro“, erläuterte Bunte. Der Verbleib des Geldes, welches auf Konten in Osteuropa floss, sei bis heute unklar.

Drei Viertel der deutschen Unternehmen geben an, schon einmal einem Cyberangriff zum Opfer gefallen zu sein. „Die anderen 25 Prozent wissen es nur noch nicht“, so Bunte. Ein großes Risiko gehe auch von infizierter Hardware aus. „Ein Bauunternehmen, das auf ein besonderes Abdichtungssystem spezialisiert ist, verzeichnete über Monate einen Auftragsrückgang, sobald Angebotsabgaben per Mail abgegeben wurden. Anfragen per Fax konnte man fast immer gewinnen.“ Schuld war eine fremde Fritzbox in einem Büro. Hier wurden Daten abgezogen und der Konkurrenz überstellt. „Verschlüsselung“ und „Entnetzung“ seien Gegenmaßnahmen, doch „wirklich sicher, ist man leider nie“, so Bunte.sw

Warnung vor Goldeneye

Verschlüsselungs-Trojaner unterwegs: Aktuell wird vor einer neuen Schadsoftware namens „Goldeneye“ gewarnt, die in Form von überzeugend aufgemachten Bewerbungs-E-Mails an Personalabteilungen geschickt wird. An mindestens fünf Unternehmen in der Region sind in den vergangenen Tagen diese E-Mails versandt worden. In mindestens einer Firma in Göttingen wurden alle Dateien auf dem Rechner unbrauchbar gemacht, erklärt die Polizei. hein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Regional Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen - Feier mit zerstreutem Weihnachtsmann

Handwerk in Göttingen und Südniedersachsen war das Thema an der traditionellen Vorweihnachtsfeier der Handwerkersenioren. Bei Kaffee und Kuchen trafen sich rund 90 Handwerkssenioren zu einem gemütlichen Beisammensein im Gemeindesaal St. Johannis.

11.12.2016

Ein neuer Verschlüsselungs-Trojaner namens „Goldeneye“ macht derzeit die Runde: Er tarnt sich als Bewerbungs-E-Mail und wird von vielen Virenscannern noch nicht erkannt.

10.12.2016

„Dividenden sind die neuen Zinsen“, meint Thomas Völkel, Direktor der Hann. Mündener Commerzbank-Filiale im Bereich Privatkunden. Mehr als vier Mio. Euro hätten die Kunden 2016 neu angelegt. Dieser Trend werde sich aufgrund der „praktisch nicht mehr vorhandenen Zinsen“ fortsetzen, erwartet Völkel.

10.12.2016
Anzeige