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Regional Einigung nach sechs Monaten
Nachrichten Wirtschaft Regional Einigung nach sechs Monaten
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15:43 04.04.2017
Die Firma Eaton Fluid Power GmbH in  Hann. Münden. Quelle: Wenzel
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Hann.Münden

Neben einem überdurchschnittlichen finanziellen Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes wird eine Transfergesellschaft beauftragt die betroffenen Mitarbeiter bis zu zwölf Monate bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung zu begleiten.

Der US-Konzern Eaton will sein Werk in Hann.Münden schließen. Die Produktion soll in die Türkei verlagert werden. Eaton produziert unter anderem Schläuche, die in Minenbaggern, Mähdreschern und Baumaschinen zum Einsatz kommen. „Der hart umkämpfte Hydraulikmarkt schwächele seit Jahren“, sagt Werksleiter Jochen Schramm. Von der Konzentration der Aktivitäten im größten Schlauchwerk der Welt erwarte sich Eaton mehr Effizienz. 176 Mitarbeiter werden wegen der Schließung ihren Job verlieren. Ende September 2016 wurden die Pläne des Managements bekannt, doch ein Sozialplan für die Arbeitnehmer existierte bislang noch nicht. Zwischendurch waren die Verhandlungen regelrecht ins Stockengeraten.

"Es waren harte und lange Verhandlungen mit einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis", sagt dazu Werkleiter Jochen Schramm auf Anfrage. Mit dem jetzt geschnürten Paket möchte Eaton allen betroffenen Mitarbeitern den Weg in ein neues Arbeitsverhältnis erleichtern und für eine eventuelle Übergangszeit die finanziellen Nachteile mildern.

In der ersten Phase werden 80 Mitarbeiter Eaton verlassen müssen. "Der Sozialplan gilt auch für die 2. Phase des Arbeitsplatzabbaus, die zur Zeit allerdings noch nicht terminiert werden kann", sagt Schramm. Der Zeitpunkt der endgültigen Schließung des Werks in Hann Münden stehe bislang noch nicht fest. „Das ist genau das, was der Betriebsrat von Anfang an wollte“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Rudi Benkelberg. Es seien harte aber faire Verhandlungstage gewesen, die den Betriebsräten manchw schlaflose Nächte bereitet haben. Dabei hatte der Betriebsrat Unterstützung seitens unserer Gewerkschaft und einer gewerkschaftsnahen Fachanwaltskanzlei aus Hamburg. „Unser Fazit“, so Rudi Benkelberg: „Ohne die Unterstützung durch Gewerkschaft, Politik und externe Beratung und ohne eine solche Belegschaft im Rücken bildet sich kein starker Betriebsrat und damit gäbe es keinen so starken Sozialplan". Der Betriebsrat dankt sich in diesem Zusammenhang auch bei dem SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke, der den Betriebsrat und die Beschäftigten in jeder Phase unterstützt habe.

Von Bernard Marks

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