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Junge KWS-Aktionäre kritisieren Gentechnik

Hauptversammlung in Einbecker Zentrale Junge KWS-Aktionäre kritisieren Gentechnik

Mehr als vier Stunden tagten gestern über 500 Aktionäre, Vorstände und Aufsichtsräte der KWS Saat AG in Einbeck. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet, eine Dividende in Höhe von 1,80 Euro (Vorjahr 1,70) beschlossen. Die Grüne Gentechnik stand im Mittelpunkt der Generaldebatte.

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KWS-Hauptversammlung in der Einbecker Zentrale (von links): Aufsichtsrats-Vorsitzender Andreas Büchting mit den Vorständen Philip von dem Bussche (Sprecher), Hagen Duenbostel (Finanzen), Christoph Amberger (Mais) und Léon Broers (F&E).

Quelle: Vetter

Dass es eine spannende Sitzung werden würde, stand schon zu Beginn der Hauptversammlung der KWS Saat AG fest. Vor der Zentrale in der Einbecker Grimsehlstraße hatten sich ab 9.30 Uhr Gegner der Gentechnik zur „Mahnwache“ zusammengefunden und mit Transparenten und Sprüchen wie „Profit für wenige, Risiko für alle“ die Aktionäre des Saatzuchtunternehmens empfangen.

Während sich Agrar-Studenten, Landwirte und Mitglieder der Bürgerinitiative für ein genfreies Südniedersachsen vor der Konzernzentrale mit warmen Getränken vor eisiger Kälte schützten, stellte der Vorstandssprecher Philipp von dem Bussche und seine Vorstandskollegen Léon Broers, Christoph Amberger und Hagen Duenbostel die Bilanz des Geschäftsjahres 2008/2009 (Kasten) vor.
„Ein Rekordjahr“, lobte Heiko Barkemeyer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) anschließend, und sein Kollege von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS) Frank-Holger Lange ergänzte: „Beeindruckende Zahlen.“ Während Barkemeyer sich in der Generaldebatte neben einer höheren Ausschüttungsquote für die Aktionäre, die Begrenzung der Vorstandsgehälter auf 500 000 Euro auch für die weitere Forschung in Richtung Gentechnik aussprach, forderten junge Landwirte eine Abkehr von der sogenannten Grünen Gentechnik.

Phillip Brändle zweifelt die Koexistenz von gentechnisch veränderten und konventionellen Zuckerrübenanbau an. Im Labor sei eine Trennung durchaus möglich, so der junge Aktionär, nicht aber in der freien Natur. Von einer „Sackgassen-Technologie“ sprach Aktionär Christian Schüler. Der wissenschaftliche Mitarbeiter von der Universität Kassel sieht nach 13 Jahren Anbauerfahrung transgenetischer Pflanzen in den USA ernüchternde Erkenntnisse. Neun resistente Unkräuter habe man bereits entdeckt, gegen die nun mit Herbiziden und Mehrfachspritzungen angegangen werde.
Keine Zukunft habe die Roundup-resistente Zuckerrübe von KWS und Monsanto, steht auch für Landwirt David Kilian fest, der über Klagen in den USA gegen die Zulassungsbehörde informierte. Die Zulassung der „Gen-Rübe“ stehe auf der Kippe. „ Wer kommt für den wirtschaftlichen Schaden auf?“, wollte Aktionär Kilian von den Vorständen wissen.

Die KWS müsse sich bald für ihren Entwicklungsweg entscheiden, forderte Eberhard Prunzel-Ulrich, Bauer aus Lan-dolfshausen. „Gentechnik oder Züchtung natürlicher Resistenzen?“, nannte der Aktionär aus Südniedersachsen die Alternativen aus seiner Sicht. Die Gentechnik berge unkontrollierbare wirtschaftliche Risiken, die kein Unternehmen weltweit bereit sei, zu versichern.

Hanne-Dore Schumacher

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