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Regional Juno übernimmt Göttinger Stage Cell Therapeutics
Nachrichten Wirtschaft Regional Juno übernimmt Göttinger Stage Cell Therapeutics
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00:28 23.05.2015
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Seattle/Göttingen

Bereits 2014 stieg Juno mit einer Beteiligung von fünf Prozent bei Stage Cell Therapeutics ein. Zuvor bestanden langjährige Kontakte in die USA, die nach einer Übernahme dann von Juno fortgesetzt wurden. Juno machte vor anderthalb Jahren den Schritt an die Börse und wird heute mit 4 Mrd. Dollar bewertet. Grund ist ein erfolgversprechender Ansatz in der Behandlung bestimmter Krebsarten.

 
In die zelltherapeutische Medikamententwicklung zur Tumorbekämpfung bei Juno bringt Stage Cell Therapeutics eine Schlüsseltechnologie mit ein. Der Therapieansatz ist, durch genetische Veränderung weißen Blutkörperchen die Fähigkeit wiederzugeben, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. „Diese Immunzellen sind im Blut ausgesprochen selten“, sagt Dr. Herbert Stadler, Geschäftsführer von Stage Cell Therapeutics. „Was wir entwickelt haben, ist zum einen die Technologie, diese Zellen aus dem Patientenblut herauszuselektieren, zum anderen haben wir die Technologie entwickelt, sie zu vermehren.“ Juno wiederum verfügt über die Technologie, die Zellen zu modifizieren. „Wir liefern die Werkzeuge, Juno selektiert damit die Zellen, modifiziert sie und vermehrt sie dann wieder mit unseren Techniken“, fasst es Stadler zusammen.

 
In den USA befindet sich Juno mit seiner Therapie bei zwei ganz spezifischen Krebsarten – Lymphdrüsenkrebs und B-Zell-abhängige Leukämie – in der klinischen Testphase mit bislang sehr vielversprechenden Daten zur vollständigen Heilung von Patienten im Endstadium. Nun wird mit Hochdruck daran gearbeitet, auch in Europa und speziell in Deutschland das Verfahren zur klinischen Testung zu bringen.

 
Für Stage Cell Therapeutics ist die Übernahme wie ein Startschuss, alle bislang 25 Mitarbeiter an den Standorten Göttingen und München wurden übernommen und es sollen zeitnah schon zehn neue Mitarbeiter eingestellt werden. Voraussagen über die weitere Geschäftsentwicklung seien schwierig, denn in der klinischen Testphase könnten beispielsweise bisher noch unbekannte, gravierende Nebenwirkungen auftreten.

 
„Das Risiko existiert, aber wenn wir hier tatsächlich klinische Produkte entwickeln, dann wird sich Juno Therapeutics in Deutschland sicher in den nächsten drei Jahren zu einem mittelständischen Unternehmen mit 100 oder 200 Mitarbeitern entwickeln“, ist Stadler überzeugt. Nur ob die Zentrale dann weiter in Göttingen stehen wird, das ist noch offen.

Von Sven Grünewald

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