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Regional Koffer voll Dessous und Gläser voll Sekt
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18:49 18.11.2009
Präsentiert die Wäsche in der Wohnung: Petra Reimann. Quelle: enz
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Kurz vor halb acht ist Petra Reimann vor Ort. Mit der Gastgeberin trägt sie längliche Taschen und voluminöse Koffer ins Haus. Routiniert hängt sie daraus BHs und Höschen auf die mitgebrachten Wäscheständer. Die ersten Frauen trudeln ein. Bald steht der „Laden“. „Wer möchte Sekt“, fragt Beate in die Runde. Weingummi, Lakritz und Mandarinen hat sie für den Abend bereitgestellt. Wasser und Kaffee braucht Petra Reimann. „Ich habe eine Reklamation“, sagt Kathrin und streckt Petra gleich einen BH entgegen. Reimann fackelt nicht lange: „Ich schicke ihn ein.“

„Man merkt, die meisten sind Dessous-Party-erfahren. Sie gehen gleich an die Wäsche“, sagt Reimann. Nur Lisa ist Neuling. So hält Petra für sie ihren Einführungsvortrag. Sie zeigt die praktischen Sachen, lange Hemdchen zum Beispiel und Stücke aus der laufenden Kollektion.

Auch Sonderangebote hat sie mitgebracht. Bei ihr bekomme „frau“ BHs in allen Größen von 64 AA bis 130 I. „Das ist so groß, wie Ihr es Euch gar nicht vorstellen möchtet“, regt sie die Fantasie ihrer Zuhörerinnen an. Dann präsentiert sie ein besonderes Stück: der „intelligente“ BH merkt sich die Kurven der Frau. Und sie räumt auf mit dem weitverbreiteten Irrtum, dass unter Weiß auch Weiß gehört. „Jede Frau sollte mindestens ein Höschen und einen BH in ,Haut‘ haben“, empfiehlt die Wäschespezialistin.

Ihre Kusine habe damals Wäschepartys in Hildesheim gegeben. Sie entschloss sich, dasselbe für Göttingen zu versuchen. „Gleich die erste Party habe ich allein gemacht“, erzählt sie. Ein „Bombenerfolg“. In ihren besten Zeiten habe sie 20 bis 25 Partys im Monat ausgerichtet. Eine Zeitlang ist die Angersteinerin mit ihrer Kollektion Gast im Fußpflegestudio im Hallenbad Nörten-Hardenberg gewesen.

Vor anderthalb Jahren dann hat Petra Reimann den Laden am Rathausplatz in Bovenden übernommen. Mit dem Geschäft und großer Familie mache sie nun nicht mehr so viele Partys. Konkurrenz gebe es kaum im Umkreis von rund 80 Kilometern. Lediglich aus dem Friedländer Raum kenne sie eine Kollegin. „Ich habe schon Einladungen nach Köln bekommen“, sagt sie. „Ich weiß meine Größe nicht mehr“, klagt Lisa. „Drehst Du dich mal?“ bittet Reimann und setzt mit Blick auf den Pullover eine 85 C an. Christiane zieht Bluse und BH aus und probiert das erste Stück an. Und nun dauert es nicht mehr lange, bis eine nach der anderen mit der Anprobe beginnt. Wer sich im Spiegel betrachten will, dem stehen Bad und Schlafzimmer offen. Partys mit Paaren seien „genanter“, schildert Reimann. Doch die Männer zeigten sich oft großzügiger.

Großer Run ist zunächst auf Größe 85 C. Doch mit Petras Beratung entzerrt sich die Lage. Bei Louisa passt eigentlich doch 90 besser. Und für Beate würde ein B-Körbchen reichen. Nur Kathrin wirkt etwas unzufrieden. Sie findet nichts. „Hast Du nicht etwas Scharfes?“ fragt sie scherzend. Im Katalog mit dem „Rolls Royce“ unter den Wäschefirmen findet Kathrin ihr Traummodell.

Keine engen Kabinen

Nach anderthalb Stunden in Anprobierlaune und einem Sofa voller BHs zieht Christiane ihr eigenes Hemdchen wieder an. Schon zweimal habe sie bei einer Wäscheparty mitgemacht. Sie genieße die lockere Atmosphäre. Und man müsse sich nicht wie im Laden in einer engen Kabine umziehen.

Für Petra Reimann kommt nun das entscheidende Finale. Wenn alle Frauen in der Runde sitzen, stellt sich heraus, wie sehr der Abend sich für sie auszahlt.

Von Ute Lawrenz

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