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Regional Koreaner investieren in Münden 20 Millionen Euro
Nachrichten Wirtschaft Regional Koreaner investieren in Münden 20 Millionen Euro
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00:17 16.12.2012
Vor der 2000-Tonnen-Presse, die sich die WMU, Lieferant von Press-, Zieh- und Stanzteilen, 2011 zulegte: Werksleiter Rolf Klaas. Quelle: Pförtner
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Hann. Münden

400 und 300 Quadratmeter sind sie groß und sollen ab April 2013 die Konstruktion, die Entwicklung und das Projektmanagement beherbergen. Im Januar will Klaas für 900 000 Euro das 28 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen dem Werk und dem benachbarten Autohaus erwerben. 2013 wird die WMU zudem für 1,4 Mio. Euro eine neue 400-Tonnen-Presse anschaffen. 2013/14 entsteht eine weitere Halle mit 2500 Quadratmetern Nutzfläche, die in den angrenzenden Berg hineingebaut wird. Dort werden eine 1600- und eine 2000-Tonnen-Presse aufgestellt.

Dieser Bau kostet fast 18 Mio. Euro. „Unsere neuen Eigentümer, die mit 11 700 Mitarbeitern 2,8 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz machen, wollen in Europa wachsen“, berichtet Klaas. Schon heute beliefere Sungwoo Hitech VW und Mercedes. Die WMU sei das erste deutsche Werk der Koreaner. Es gebe bereits Niederlassungen in Tschechien und der Slowakei.

Klaas hat den Kontakt zu den Koreaner selbst gesucht, erzählt er. Der bisherige Eigentümer der WMU, die Edag-Gruppe mit Sitz in Fulda, habe seit 2005 rund 15 Mio. Euro investiert. Zuletzt sei 2011 eine 2000-Tonnen-Presse gekauft worden. Mehr Geld habe Edag nicht in die Hand nehmen wollen. Als Werksleiter habe er daher auf einen Verkauf gedrängt.

„Als Systemlieferant der Automobilindustrie heißt die Alternative: wachsen oder langsam kaputt gehen“, erläutert der Manager. Unter seiner Führung habe sich der Umsatz von 34 Mio. im Jahr 2005 auf 75 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Die Zahl der Mitarbeiter sei von 180 auf derzeit 330 Personen (darunter 30 Leiharbeiter) gestiegen. „Allein 2012 haben wir 45 Leute eingestellt“, so Klaas. Über international tätige Wirtschaftspüfer habe Edag Sungwoo Hitech gefunden.

Nun arbeiten in Hann. Münden auch zwei Koreaner, ein technischer Koordinator und ein Finanzexperte. „Sie staunen, wie flach die Hierarchien bei uns in Deutschland sind“, berichtet der Geschäftsführer. Klaas war in Korea und zeigt sich verblüfft über das Tempo, in dem dort Gebäude in die Höhe gezogen werden. Auch mit der koreanischen Küche hat er sich angefreundet.

Zahlreiche Sorten Kimchi (eine Art koreanisches Sauerkraut) probierte er. Nur das koreanische Besteck bereitet ihm Probleme. Die Stäbchen seien aus Edelstahl. „Anders als bei Stäbchen aus Holz, bleibt da nichts dran kleben“, so Klaas.

Von Michael Caspar

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