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Regional „Kostbares Südniedersachsen“ wächst rasant
Nachrichten Wirtschaft Regional „Kostbares Südniedersachsen“ wächst rasant
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00:20 15.02.2018
„Kostbares Südniedersachsen“: Thomas Diedrich, Siegfried Kappey, Melanie Peinemann, Renate Diedrich und Alexander von Uslar-Gleichen (v.l.). Quelle: Markus_Hartwig
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Westerode

Vor knapp zwei Jahren war das Projekt „Kostbares Südniedersachsen“ gestartet worden – 16 Mitglieder waren bei der Gründung im März dabei. „Wir sind stolz und glücklich über den Zuspruch, den wir erhalten“, sagt Siegfried Kappey. Der Vorsitzende des Verbandes, in dem sich Erzeuger, Veredlungsbetriebe, Gastronomen und regionale Dienstleister zusammengeschlossen haben, tritt dafür ein, dass regionale Vermarktungsstrukturen wiederbelebt werden oder erhalten bleiben und die heimischen Erzeuger und Verarbeiter stärken.

Über die Mitgliedschaft von „Diedrich’s Feinkost-Scheune“ freut sich der Verband besonders, betont Kappey. Der ursprünglich im Landkreis Northeim gegründete Erzeugerverband durchbricht nicht nur die Grenze von 100 Mitgliedern. Mit dem vor den Toren von Duderstadt beheimateten Betrieb hat sich auch erstmals ein Erzeuger aus dem Eichsfeld angeschlossen. „Wir mussten gar nicht lange überlegen. Das Konzept überzeugt uns, und wir haben auch schon ein wenig Erfahrung aufgrund unserer Mitgliedschaft in der Erzeuger-Börse Eichsfeld“, sagt Thomas Diedrich.

Ebenfalls neu im Verband ist die Grafenquelle GmbH aus Osterode. Geschäftsführerin Melanie Peinemann habe mit ihrem regionalen Getränkehersteller in intensiver Kleinarbeit ein Verkaufsnetz von 35 Rewe-Märkten erarbeitet. „Wir wissen, dass die Discounter gut 50 Prozent des Marktes besetzen. Da kommen wir nicht rein. Also müssen wir mehr in die regionale Vermarktung investieren und den Käufern das Thema ins Bewusstsein rufen. Die Chance dazu sehen wir im Verband, wir freuen uns auch auf den Austausch“, sagt Peinemann.

Nur geprüfte Betriebe werden aufgenommen

Die Marke „Kostbares Südniedersachsen“ dürfen nur Betriebe führen, die sich dem Anspruch der Regionalität verpflichten. Produkte müssen in der Region produziert oder angebaut werden. „Wir haben einen siebenköpfigen Qualitätsausschuss gebildet, der intensiv prüft. Wir zertifizieren nicht, denn Zertifikate sind inflationär und haben so kaum noch einen Stellenwert“, betont Siegfried Kappey. Aktuell setzt sich der Qualitätsausschuss aus folgenden Mitgliedern zusammen: Jürgen Hoffmeister (Leiter), Ulrike Adrian, Dirk Dolle, Margrit Cludius-Brandt, Karen Pollok, Christian Schlegel, Karina Wulff.

„Die Prüfung hat es schon in sich. Alle Betriebe werden besucht. Dann werden die Kriterien Punkt für Punkt abgearbeitet. Nicht alle geprüften Betriebe konnten bisher qualifiziert werden. Wir mussten auch schon Absagen erteilen. Wir geben dann aber gern Hilfestellung, was verbessert werden muss, damit die Qualitätskriterien erfüllt werden. Oftmals scheitert es nur an Zulieferern, die nicht aus der Region kommen“, verrät Kappey. Die ausgezeichneten Betriebe stehen laut Verband für handwerkliche Produktion, Transparenz und den Willen zur Zusammenarbeit. Entspricht ein Betrieb den Kriterien, wird ihm eine Glaubwürdigkeitsurkunde ausgestellt.

In diesem Jahr will der Verband drei wesentliche Ziele erreichen. Schnellstmöglich soll ein Produkt-Katalog erstellt werden. Denn der Erzeugerverband sehe sich als „kompetenter Dienstleister für regionale Produkte“, so Kappey, der von „gut vorangeschrittenen Gesprächen“ mit Edeka und Rewe berichtet. „Wir planen Regale, in denen unsere Produkte zu finden sind. Eine separate Insel ist aufgrund der unterschiedlichen Produkte nicht realisierbar, aber unsere Marke soll deutlich sichtbar sein“, so Kappey.

Ebenfalls in Arbeit sei eine Kooperation mit Gastronomie-Betrieben. „Wir erarbeiten ein Konzept, wie wir wahrnehmbarer werden. Es ist eine Partner-Struktur mit unserem Warensystem angestrebt“, sagt Kappey. 20 bis 30 Gastro-Betriebe in der Region hält er zum Start für eine realistische Größe. Das dritte Projekt sind die Südniedersachsentage, an denen Interessierte die Betriebe kennenlernen können. „Aktuell sind wir sogar auf 105 Mitglieder gewachsen. Vertreten sind 62 Erzeugerbetriebe, die restlichen Mitgliedschaften sind Förderer. 43 Mitglieder haben das Glaubwürdigkeits-Label erhalten“, sagt Kappey.

Aus Untersuchungen wisse der Verband, dass die Markt-Reichweite für regionale Produkte aktuell bei etwa 30 Prozent liege. „Diese Chance gilt es zu nutzen. Und ich denke, es wird sogar immer mehr Kunden geben, denen die Nachhaltigkeit und regionales Vertrauen wichtig sind“, sagt Kappey.

Von Mark Bambey

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