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Regional Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen ehrt ihren Nachwuchs
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00:23 06.06.2015
Die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen ehrt ihren Handwerksnachwuchs. Quelle: Hartwig
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Göttingen

Unter den 25 Handwerkern, die ausgezeichnet werden, ist Tischler Martin Hoffmann. Als er vor fünf Jahren den Kirschbaum im Garten seines Elternhauses in Bühren gefällt habe, sei der Besuch der Meisterschule noch unklar gewesen. „Der Gedanke, etwas Spannendes und Neues zu lernen“ trieb den jungen Familienvater aber an. Inzwischen ist aus dem Familienholz sein Meisterstück, ein Flurmöbel geworden. Vier Meisterkurse, davon zwei Kurse bei der Kreishandwerkerschaft in Göttingen, liegen hinter dem 36-Jährigen. „Der Meister eröffnet Möglichkeiten“, so Hoffmann.

 

Elektrotechniker Andreas Rielinger hat sich für den höchsten Abschluss im Handwerk entschieden, weil er „mehr erreichen“ . Die Entwicklungsmöglichkeiten bei seinem Arbeitgeber, der EAM in Kassel, seien sehr groß, der Meistertitel hoch anerkannt, so der 30-Jährige. „Und man kann ausbilden.“

 

„Der Fortschritt in der Technik“ war hingegen für Kraftfahrzeugtechniker Detlef Bartram der Beweggrund zum Meisterbrief. Was er in den 90er-Jahren als Kfz-Mechaniker gelernt habe, habe nicht mehr ausgereicht, so der 56-Jährige. 2004 kam Alexsandr Cernov aus Russland. Deutsch lernen, BGJ, Ausbildung, Meisterprüfung, elf Jahre und ein Weg zur Integration: „Ich habe immer gelernt und war immer unter Deutschen“, so der 34-jährige Kraftfahrzeugtechniker.

 

1. Landessieger nach der Feinwerkmechaniker-Ausbildung am II. Physikalischen Institut der Uni Göttingen ist Nils Frühholz. Aktuell steht die Fachhochschulreife, danach ein Maschinenbau-Studium an. Nach dem Basiswissen gehe es künftig um das Konstruieren. Innungsbester ist Kfz-Mechatroniker Moritz Messerschmidt. Nach einem Unfall musste er sich neu orientieren, aber seinen Traum vom Meisterbrief und einem eigenen Betrieb will er sich „auf jeden Fall erfüllen“. In diesem oder im kommenden Jahr will der 20-Jährige unbedingt durchstarten.

 

 Eine Option zur Finanzierung wäre dabei das sogenannte „Meister-Bafög“ der N-Bank, bei dem es für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 30 Prozent Zuschuss gibt. Ansonsten bleibt der klassische Weg: „Während der Gesellenzeit Erfahrungen sammeln und Rücklagen bilden“, erklärt Frölich. Die Anmeldezahlen für abendliche Meisterkurse seien „grundsätzlich eher rückläufig“, aber für alle Branchen sei es schwierig, Bewerber zu finden. Man stehe mit allen Branchen im Wettbewerb um die Bewerber. In der Konsequenz heißt das: Findet man keine Auszubildenden, gibt es auch keine Meister.

Von Karola Hoffmann

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