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Lieberknecht: „Abschottung ist keine Lösung“

Thüringens Ministerpräsidentin in Göttingen Lieberknecht: „Abschottung ist keine Lösung“

Den „Verlust des Selbstverständlichen“ verzeichnet Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (54).

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Stellt sich Mitgliedern und Gästen vor: Birgitt Witter-Wirsam, seit gestern neue Präsidentin des Arbeitgeberverbandes.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Als Gast des Arbeitgeberverbands Mitte nennt die Christdemokratin im Hotel Freizeit In das drohende Zerbrechen der Euro-Zone, die Havarie „sicherer“ Atomkraftwerke im Industriestaat Japan, sich abzeichnende Probleme bei den Renten, den demographischen Wandel und die hohe Verschuldung in fast allen europäischen Staaten.

Mit fortschreitender Globalisierung stellten zudem die Schwellenländer Europa in Frage, analysiert Lieberknecht. Mit einem Mal stünden die Standards, die Lebensweise, ja sogar das demokratische System des Westens zur Diskussion. Der Wissensvorsprung der Europäer schwinde. Niemand könne einfach nur noch fortschreiben, was er schon immer gemacht habe.

„Abschottung ist keine Lösung“, erklärt Lieberknecht. Sie lässt vor rund 100 Unternehmern und Kommunalpolitikern keinen Zweifel daran, dass sie den Mittelstand gut gerüstet sieht für die Herausforderungen der Zukunft. Der Mittelstand mit seinen kleinen Einheiten könne innerhalb von Minuten entscheiden, flexibel reagieren und sich veränderten Umständen anpassen. Konzernen, aber auch der öffentlichen Verwaltung falle das deutlich schwerer.

Und Lieberknecht kennt viele Beispiele. Da ist der Bäcker aus Apolda, der mittlerweile eine Million Pizzen pro Tag herstellt und nach Italien und Spanien liefert. Ein anderer Bäcker des Freistaates stellt jeden Tag 1000 Thüringer Kuchen her und versendet sie vakuumverschweißt bis nach Indien. „Thüringen wird wegen seiner Kleinteiligkeit oft belächelt“, weiß die Ministerpräsidentin. Die Hauptstadt Erfurt habe gerade einmal 200 000 Einwohner. Das Land sei bäuerlich geprägt. Doch die einzelnen Regionen hätten alle ihre Stärken. Das Vogtland sei seit Jahrhunderten in der Textilindustrie stark. Hermsdorf mit seiner keramischen Tradition entwickle heute Komponenten für die Nutzung erneuerbarer Energien. Jena glänze durch die Verbindung von Optik und Feinmechanik. Diese Kompetenzen verbänden sich mit handwerklichem Können und einem hohen Bildungsniveau. Am Ende stünden innovative Produkte, die sich auf dem Weltmarkt behaupteten.

Lieberknecht räumt ein, dass Thüringen seit der Wende stark von Fördergeldern aus Brüssel und Berlin profitiert hat. Das werde sich in naher Zukunft ändern, kündigt sie an. Auch das Land, das Haushaltskonsolidierung betreibe, werde weniger Geld zur Verfügung haben. Subventionen für Ansiedelungen könnten nicht mehr reichlich fließen. Die Südniedersachsen blickten trotzdem neidisch nach Thüringen, erklärte Birgit Witter-Wirsam nach dem Vortrag. Die Rosdorfer Unternehmerin (Holzland Hasselbach) ist gestern von der Jahreshauptversammlung des Arbeitgeberverbandes Mitte zur neuen Präsidentin gewählt worden. Joachim Tonollo (58), der das Amt mehr als 25 Jahre bekleidete, war nicht noch einmal zur Wahl angetreten.

Die Arbeitgeber verabschiedeten eine Resolution. Darin begrüßen sie die Senkung der Rentenversicherungsbeiträge. Sie machen sich für eine Qualifizierung junger Menschen, insbesondere Migranten, stark.

Von Michael Caspar

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