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Lottostellen „vorausschauend weggeputzt“

Schließung Lottostellen „vorausschauend weggeputzt“

Ende März hat Toto-Lotto Niedersachsen 65 Lotto-Annahmestellen geschlossen. Der Grund: Die Stellen, die sich meist in Dörfern befinden, waren nicht rentabel genug. Auch der Landkreis Göttingen ist mit vier Schließungen betroffen. 

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Jetzt viel Platz für Zeitungen: Die Lotto-Utensilien bei Uwe Schlote aus Nikolausberg wurden bereits abgeholt.

Quelle: Hinzmann

Günter Lindhorst ist verärgert. Seine Lotto-Annahmestelle in Güntersen wurde Ende März geschlossen. „30 Jahre habe ich das gemacht“, schimpft er. Er war gerade in der Reha, als ihn Ende letzten Jahres die Nachricht von der Kündigung erreichte: „Ohne Angabe von Gründen“. 

Zwei Wochen später habe er einen Brief bekommen, in dem man ihm gute Zusammenarbeit für 2009 wünschte. „Nicht so schön“, findet Lindhorst das. Er schrieb Briefe und rief bei Toto-Lotto in Hannover an – ohne Erfolg. Die erneute Prüfung seines Falles ergab keine Änderung. Die Kündigung treffe „ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind“. Denn im Ort gebe es keine andere Möglichkeit, Lotto zu spielen. Ähnlich sieht es Uwe Schlote, dessen Lotto-Stelle in Nikolausberg bereits abgebaut wurde. Auch er führte die einzige Annahmestelle im Ort. „Wir hätten die Umsätze verdreifachen müssen, um die geforderten Zahlen zu erreichen.“ Einer seiner Kunden habe eine E-Mail nach Hannover geschickt, um sich für den Erhalt einzusetzen – ohne Resultat.

Herbert John, Sprecher von Toto-Lotto Niedersachsen begründet die Schließungen mit der niedersächsischen Glücksspielverordnung. Die legt fest, dass die Anzahl der Annahmestellen zum 1. Januar 2009 auf 2450 zu senken war, um das Spielsuchtrisiko zu senken. 2010  und 2011 müssen noch einmal je 25 Stellen eingespart werden. 

Zu wenig Umsatz

„Die Auswahl haben wir nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen“, so John. Nur Fillialen mit einem Umsatz unter 1500 Euro seien betroffen. Schließlich sind die Gewinne des Unternehmens laut Geschäftsbericht für 2008 um 11,2 Prozent eingebrochen. Härtefälle hätte man bei der Entscheidung jedoch berücksichtigt. Ursprünglich sollten 83 Fillialen geschlossen werden. Nach Protesten wurden 28 Kündigungen zurückgenommen.

Durch die Schließungen Ende März liegt Niedersachsen jedoch nur noch bei 2365 Annahmestellen – 85 weniger, als nach der Verordnung derzeit erforderlich wären. Die Gründe, die Lotto-Stellen dichtzumachen, waren also aus rein wirtschaftlicher Natur. Achim Krüger, Leiter der Verkaufsstellenverwaltung von Toto-Lotto, bestätigte, die Stellen „wurden vorausschauend weggeputzt.“ 

Zum 1. Juli stehen 354 Teilkündigungen ins Haus. Die beziehen sich auf Sportwetten und  Lotterien, die ein erhöhtes Spielsuchtrisiko bergen. Dafür hätte Uwe Schlote Verständnis gehabt: „Wir wollen schließlich niemandem zum Spielen verführen.“

                                                                                                                                   Von Erik Westermann

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