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Martina und Mark sind „ein Sechser im Lotto“

Hotel und Restaurant „Zum Drakenberg“ Martina und Mark sind „ein Sechser im Lotto“

Es gibt sie noch, die schönen alten Gasthäuser, die auf Tradition, bürgerliche Küche und vor allem die Familie setzen. Eines davon ist das Restaurant „Zum Drakenberg“ in Roringen.

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Setzen im Gasthaus „Zum Dra kenberg“ auf Familienpower: Mark-Henning, Bernd, Martina und Karin Albertus (von links).

Quelle: Hinzmann

Roringen. So lange es auf dem Drakenberg steht, so lange ist das Haus auch ein Gasthaus. 1898 erbaut von der Familie Haroth, diente die „Gaststätte Wwe Haroth“ Ende des 19. Jahrhunderts als Ausspann-Station für Pferde. Erst 28 Jahre nachdem die Harothsche Wirtschaft in Teilen abgebrannt war und 1902 wieder aufgebaut wurde, begann die Ära Hippe in Roringen.

Heinrich und Emma Hippe übernahmen die Gaststätte 1930. Eigentlich kam das Ehepaar aus Bishausen nicht aus der Branche. Heinrich Hippe entstammt einem großen landwirtschaftlichen Betrieb und hatte eine Schusterlehre gemacht. Davon konnte man damals nicht leben, erinnert sich Karin Albertus, heutige Gastwirtin im seit 1930 umbenannten Haus „Zum Drakenberg“.

Als die Gaststätte vor 80 Jahren zum Verkauf angeboten wurde, erhielt die Familie Hippe den Zuschlag. Heinrich Hippe senior und Ehefrau Emma kauften die Gebäude plus 40 Morgen Land. Fünf Kinder wurden auf dem Anwesen groß: die Buben Heinrich, Herbert und Wilhelm, die Töchter Frieda und Gertrud. „Das waren schwere Zeiten“, weiß Karin Albertus aus Erzählungen der Großmutter, die damals auch noch die Poststelle verwaltete. Alle mussten mit anpacken. Die Mädchen in der Küche, die Jungen auf dem Hof.

Sohn Heinrich junior trat nach Krieg und Gefangenschaft ins Unternehmen ein. Der Vater von Karin Albertus und dessen Frau Hildegard (geborene Behrens aus Roringen) übernahmen die Gaststätte 1957 und bauten das Familienunternehmen aus. Immer war „das Haus voll“, berichtet Karin Albertus (Jahrgang 1947) aus ihrer Jugend. Sie war eines von drei Kindern, die nach dem Krieg im Drakenberg groß wurden. Ihr Bruder Henning trat zunächst in die Fußstapfen von Vater Heinrich, war von 1969 bis 1980 Wirt in Roringen. Nach elf Jahren wechselte er in die Bankbranche.

„Karin, willst du es machen?“, wurde die älteste Hippe-Tochter vor 30 Jahren gefragt. Nach Absprache mit Ehemann Bernd Albertus (verheiratet seit 1965) übernahmen sie das Ruder im „Drakenberg“. Den Feinmechaniker aus Frankfurt und Soldat auf der „Zietenrange“ hatte die Roringerin im eigenen Gasthaus kennengelernt, wo regelmäßig Tanzabende stattfanden. „Das war eine tolle Zeit“, berichtet die Wirtin, die heute die Verantwortung im Unternehmen sukzessive an Sohn Mark-Henning (Jahrgang 1966) überträgt. „Die Frauen haben sich ums Wohl der Gäste gekümmert, die Männer um den Einkauf“, erzählt Karin Albertus.

Seitdem Schwiegertochter Martina an Bord ist, verschieben sich die Gewichtungen etwas. Die gelernte Hotelfachfrau, die ihren Mann in Goslar kennenlernte, wo beide eine Lehre im „Harzhotel Bären“ absolvierten, ist im „Drakenberg“ zuständig für Reservierungen, Tischbelegungen, Hochzeiten, Konfirmationen und Bankette. „Wir haben Vorbestellungen bis 2013“, sagt die Juniorchefin, die vor ihrem Wechsel nach Roringen ein Hotel in Hahnenklee leitete.

Seit 1988 ist Mark Albertus, der eigentlich zur Kriminalpolizei wollte, Koch im elterlichen Betrieb. Nach der Lehre in Goslar machte er beim Bund (im Unteroffizierscasino in den Zietenkasernen) einen Ausbilderschein. Seitdem haben schon etliche Lehrlinge bei dem 44-jährigen Küchenmeister „frische ländliche Küche mit Pfiff“ gelernt. Auch im Jubiläumsjahr ist wieder eine Lehrstelle zu besetzen, verrät Albertus. Sohn Marvin wird sie nicht antreten. Der 19-Jährige studiert Betriebswirtschaftslehre in Hessen.

Ende der 60er Jahre hat sich das Familienunternehmen von der Landwirtschaft getrennt. Dafür wurde der Bereich Hotel ausgebaut. 1969, so berichtet Karin Albertus, sei der Saal umgebaut worden für den Übernachtungsbereich mit 30 Betten. So viele sind es heute nicht mehr. Fünf Zimmer stehen den Gästen noch zur Verfügung. Doch die Pläne gehen wieder in Richtung Hotel, verrät der Juniorchef. Bereits im kommenden Jahr soll der Altbautrakt umgebaut werden für ein Appartement und neue Zimmer.

„Mit den beiden, das war ein Sechser im Lotto“, freut sich Karin Albertus über die Ehe ihres Sohnes. Sie weiß, wie wichtig das Zusammenspiel im Familienunternehmen ist. Deshalb wird der freie Mittwoch immer gemeinsam verbracht. Man isst bei Kollegen oder fährt in eine Therme – zum Relaxen, aber auch zum Besprechen wichtiger Themen. Tradition ist auch, dass die Familie gemeinsam in den Urlaub fährt – mal an die See, mal in die Berge. „Wir haben heute einen schönen Betrieb, und darüber freue ich mich“, zieht Karin Albertus Bilanz.

80 Jahre „Zum Drakenberg“ feiert die Familie Albertus am Montag, 1. November, ab 12 Uhr in der Langen Straße 43 mit Freunden des Hauses.

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