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Mehr Stunden, viele Hausaufgaben, bessere Noten

Neustädter Modell für Göttingen Mehr Stunden, viele Hausaufgaben, bessere Noten

Weiße Kittel? Na gut. Der Werkstattmeister in den Berufsbildenden Schulen II ist Blaumänner gewöhnt. Den Schülern, die sich über die Textilspende von Novelis freuen, ist die Farbe wurscht. Sie greifen sich die Kittel und präsentieren sich stolz fürs Zeitungsfoto. Die 24 Realschüler gehören zur ersten Klasse des nach einem Schulprojekt in Neustadt benannten „Neustädter Modell für Göttingen“.

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In der BBS-Werkstatt: Realschüler, Lehrer, Vertreter von Mahr, Zeiss und Novelis sowie IHK-Chef Martin Rudolph (links).

Quelle: soz

Längst haben die Realschüler akzeptiert, dass betrieblicher Alltag nichts mit modischem Schaulaufen auf dem Schulhof zu tun hat. Ohne Murren tauschen sie auch Turn- gegen Sicherheitsschuhe, wenn sie zweimal pro Woche in der BBS-Werkstatt arbeiten. Der erforderliche Fußschutz ist eine Spende von Zeiss.

Unter den Schülern ist Philip Schaper, der seit August die neunte Klasse der Voigt-Realschule besucht. Der 15-Jährige ist nun drei Tage in „seiner Schule“ und zwei Tage in der BBS II. Wie alle in der Gruppe, interessiert er sich für Technik, hat gute Noten in Mathe und Naturwissenschaften.

„Meine Erwartungen sind erfüllt“, urteilt Philip über das Projekt. Weniger Hausaufgaben allerdings wären nicht schlecht, räumt er ein. Kopfnicken der Mitschüler. Das, was die Berufsschullehrer verlangen, sei nicht ohne. Auch wenn Stunden in Bio, Musik und Geschichte Opfer des schulübergreifenden Stundenplans geworden sind, gibt es mehr zu tun als vorher, so die Erkenntnis nach sechs Monaten.

Zwei aus der Gruppe haben sich auch deshalb zum Abbruch des Projekts entschlossen. Die Fachtheorie sei zu schwer, begründet ein Schüler seinen Ausstieg. Er will sich lieber voll auf den Realschulabschluss konzentrieren. In Absprache mit Eltern, Schüler und Lehrern sei der Wechsel zurück in die „Heimatschule“ kein Problem, betont BBS-Schulleiter Peter Peschel.

Auch drei Mädchen haben sich für das Neustädter Modell entschieden. Miriam Hartmann hat konkrete Pläne. Sie will Technische Zeichnerin werden. Dafür ist das Projekt genau richtig, findet die 14-Jährige. Dienstag und Donnerstag sind sie und ihre Mitschüler (in der Voigtschule ist es die Klasse 9N) in der BBS. Der Stundenplan dort weist vier Stunden Fachtheorie, elf Stunden Fachpraxis und eine Klassenstunde aus. Montag, Mittwoch und Freitag wird dann in der „Heimatschule“ Deutsch, Mathe, Chemie, Englisch gebüffelt – das übliche Programm. „Didaktische Jahrespläne werden so zugeschnitten, dass es passt“, erklärt BBS-Klassenlehrer Friedhard Dröge. Sechs Stunden mehr pro Woche müssen die Projektschüler die Schul- und Werkbank drücken. Mit Gruppendynamik und dem Pilot-Status erklärt Voigtschulleiter Peter Stahr die klaglos akzeptierte Mehrarbeit.

Im August 2011 geht die zweite Projekt-Klasse an den Start.

Neustädter Modell für Göttingen

24 leistungsstarke Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, der Personn- und der Voigt-Realschule haben zwei Jahre lang (9. und 10. Jahrgang) 16 von 37 Stunden pro Woche Unterricht in der BBS II. In den Fächern Mathematik und in den Naturwissenschaften wird der Unterricht an der BBS stärker an der beruflichen Praxis ausgerichtet. Nach zwei Jahren haben sie neben dem Realschulabschluss eine berufliche Grundausbildung, die bei einer Lehre zum Industriemechaniker angerechnet werden kann.

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Nicht alle sind begeistert, die meisten schon. Nicht jeder Schüler kann die zusätzliche Belastung stemmen, doch das Gros der Projektteilnehmer am „Neustädter Modell für Göttingen“ nimmt klaglos mehr Stunden und mehr Hausaufgaben in Kauf.

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