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Regional Meyer: „Mahr ist ein Glücksfall für die Region“
Nachrichten Wirtschaft Regional Meyer: „Mahr ist ein Glücksfall für die Region“
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18:49 23.09.2011
Im Festzelt auf dem Mahrgelände: 150-Jahr-Feier. Quelle: Hinzmann
Göttingen

„Stolz und glücklich“ wäre der Firmengründer auf seine Nachkommen gewesen, ist sich Stephan Gais indes sicher. Die Werkstatt, die sein Ur-Ur-Großvater 1861 in der Esslinger Geißelgasse eröffnete, gehört heute zu den drei weltweit größten Komplettanbietern in der Fertigungsmesstechnik, erklärte der Geschäftsführende Gesellschafter der Mahr GmbH.

In dem Jahr, in dem Carl Mahr die Firma ohne Bankkredite, nur mit Unterstützung der Familie und in einem ärmlichen Stadtteil in Esslingen eröffnete, wurde Italien gegründet, Johann Philipp Reis erfand das Telefon, Robert Bosch wurde geboren. Im Gründungsjahr schon baute Mahr den ersten Messschieber. Genauigkeit war damals beim Bahnbau und in der industriellen Produktion gefragt und wurden immer wichtiger.

Sechs Firmenchefs hätten in 150 Jahren das Unternehmen geführt, sagte Gais, der heute die Verantwortung für weltweit 1500 Beschäftigte trägt. Nur mit dem Einsatz, Fleiß und der Kreativität der Mitarbeiter sowie dem Engagement der Eigentümerfamilie sei die Erfolgsgeschichte, die in einem Esslinger Hinterhof vor 150 Jahren begann, möglich gewesen. „Die Strategie steht auf Wachstum“, ließ Gais die Festgemeinde wissen.
„Mahr ist ein Glücksfall für unsere Region“, stellte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer klar – als Arbeitgeber, als Steuerzahler und als Ausbildungsbetrieb. Meyer gratulierte im Namen des Rates und der ganzen Stadt und überreichte dem Firmenchef eine Gänseliesel-Statue. Der Oberbürgermeister: „Es soll Sie daran erinnern, dass Sie in Göttingen gut aufgehoben sind.“

„Carl Mahr hat Maßstäbe gesetzt für die Präzision“, betonte Prof. Gert Kollmer, Direktor des Wirtschaftsarchivs. Der schwäbische Festredner würdigte das Werk des Gründers, ließ aber auch die Rüstungsproduktion von Mahr in den Kriegsjahren und die „schweren Belastungen“ durch die Inflation nicht unerwähnt. Fröhliche Klänge lieferte die Jazzband des Hainberg-Gymnasiums „Jazztified“. Sie spielte ein Medley mit Songs der Blues Brothers.

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