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Regional Millionen-Euro-Investition in Hann. Münden
Nachrichten Wirtschaft Regional Millionen-Euro-Investition in Hann. Münden
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00:26 28.04.2018
Die erste neue Schweißanlage bei WMU hat den Betrieb aufgenommen: Jörg Wittling, Matthias Malt, Projektleiter Tae-Wook Shim und Karl-Heinz Wagner. Quelle: Caspar
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Hann. Münden

„Wir erweitern unsere Kapazitäten, weil einer unserer Kunden, Volkswagen, für den stark nachgefragten Tiguan vermehrt Bauteile von uns bezieht“, erläutert WMU-Geschäftsführer Jörg Wittling. Derzeit müssten die in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter jeweils sechs Tage lang im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten und hätten dann zwei Tage lang frei. „Rotierende Wochenenden sind schwer mit dem Familienleben zu vereinbaren“, weiß Produktionsleiter Matthias Malt. Mit den neuen Anlagen könnten die Kollegen wieder zum normalen Drei-Schicht-Betrieb übergehen.

Zwölf Bauunternehmen unterbreiten Angebote

„Eine der neuen Schweißanlagen steht bereits, die anderen beiden werden in zwei Wochen aufgebaut“, kündigt Malt an. Die neuen Anlagen würden auf einem Teil der bisherigen Logistikfläche errichtet. „Deshalb ist der Hallenneubau nötig“, erklärt Logistikchef Thomas Ost. Zu der 1600 Quadratmeter großen und zehn Meter hohen Halle kämen 650 Quadratmeter überdachte Fläche und noch einmal 650 Quadratmeter Freifläche hinzu.

„Wir haben uns von zwölf Bauunternehmen Angebote unterbreiten lassen“, sagt Karl-Heinz Wagner, der als Leiter der Instandhaltung das Bauprojekt koordiniert. Mehrere hätten den straffen Zeitplan bis Mitte August und den Kostenrahmen nicht einhalten können. „Wir haben uns am Ende für die Lohfink Baugesellschaft aus Hünfeld bei Fulda entschieden“, sagt Geschäftsführer Wittling. Mit den Hessen hätte die WMU bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet.

„Stanzen mit tonnenschweren Werkzeugen verformen die Bleche“

Gefertigt werden im Werk an der Göttinger Landstraße 2-6 sogenannte Strukturbauteile, die im Fahrzeuginneren verbaut werden. „Stanzen mit tonnenschweren Werkzeugen verformen die Bleche“, führt Produktionsleiter Malt aus. Die gestanzten Teile würden im Anschluss zu Baugruppen verschweißt. Diesen zweiten Arbeitsschritt, der die Wertschöpfung erhöhe, hätten die Koreaner eingeführt. Sungwoo habe die WMU 2012 übernommen. Das Werk in Münden hebe sich nun von der breiten Masse anderer Stanzwerke ab.

„Trotzdem bleibt der Preisdruck hoch“, macht Wittling klar, der seit Januar alleiniger Geschäftsführer ist. Den Ertrag schmälerten zudem die hohen Anforderungen der Kunden an die Qualität. Das habe der Mutterkonzern so nicht erwartet, deutet der Kaufmann an. Insgesamt fertigten im Mündener Werk 580 Beschäftigte, darunter 70 Leiharbeiter, 350 verschiedene Bauteile. Der Umsatz habe sich 2017 auf 101,1 Mio. Euro belaufen. Die Zahl der Beschäftigten sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 2012 habe die WMU 280 Mitarbeiter gezählt.

Sungwoo macht mit 13 000 Mitarbeitern drei Mrd. Euro Umsatz

„Wir suchen Werkzeugmechaniker und Fachleute für Schweißen“, sagt Wittling. An den Pressen benötigten sie zusätzliche Meister. „Bedarf besteht zudem an guten Gabelstaplerfahrern“, meint Logistikleiter Ost. In diesem Jahr werde die WMU, wo 30 Lehrlinge tätig seien, erstmals eine Fachkraft für Logistik ausbilden.

„Der 1977 gegründete Sungwoo-Konzern machte 2017 mit 13 000 Mitarbeitern weltweit einem Umsatz von drei Milliarden Euro“, führt Wittling aus. 90 Prozent des Umsatzes entfielen dabei auf Geschäfte mit den koreanischen Firmen Hyundai und Kia. Der Kauf der WMU sei Teil einer Strategie, sich „den deutschen Premiummarkt“ als Absatzfeld zu erschließen. Sungwoo betreibe in Süddeutschland ein weiteres Werk, das für deutsche Hersteller fertige.

Von Michael Caspar

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