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Mündener Trionite versinkt in Aufträgen

Schleifmittel Mündener Trionite versinkt in Aufträgen

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, staunt Otto Worm vom Hann Mündener Schleifmittelhersteller Trionite GmbH. Im September vergangenen Jahres brach der Umsatz um 30 Prozent ein. In der Nacht vom 2. auf den 3. Januar gingen dann derart viele Bestellungen ein, dass der entgangene Umsatz nun wieder aufgeholt ist.

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Aus der Fertigung: Schleiftücher und weiche Würfel zum Polieren von Autoscheinwerfern.

Quelle: EF

Hann. Münden.. „Bis Mitte Februar wird bei uns zwölf bis 14 Stunden am Tag gearbeitet“, sagt der 48-Jährige Otto Worm. Die Erklärung: Einen großen Teil des Umsatzes macht Trionite mit den Herstellern für Flugzeug- und Hubschrauberverglasung in den USA, die auch Wartungsarbeiten übernehmen. Diese Unternehmer arbeiten nicht zuletzt für das Militär.

Dort aber saß wegen des ungeklärten Streits zwischen Demokraten und Republikanern über den Staatshaushalt das Geld nicht locker. Als die Politiker jedoch die Fiskalklippe fürs erste umschifft hatten, wurden die zurückgehaltenen Aufträge auf einen Schlag erteilt.

Worm rechnet damit, das demnächst die nächste Fiskalklippe auftaucht und es wieder zu einem Lieferstopp kommen wird. Einfach auf Halde produzieren, können die Mündener nicht. „40 Prozent unseres Umsatzes sind Spezialanfertigungen“, erläutert der Unternehmer.
Trionite fertigt Schleifmittel, mit denen sich Kunststoffgläser auf Hochglanz polieren lassen.

Micro Finishing heißt der Fachausdruck. Neben der Luftfahrtindustrie haben die Mündener auch Firmen als Kunden, die mit den Schleifmitteln die Oberflächen von Kunststoffgläsern aufrauen. Dann lassen sie sich mit Metallen bedampfen. Weitere Kunden sind Formen- und Instrumentenbauer sowie Kunstrestauratoren.

Derzeit entwickelt das Unternehmen ein neues Produkt: elastische Würfel für Autofahrer, mit denen sich die eingetrübten Kunststoffgläser von alten Scheinwerfern wieder blank polieren lassen. Sie müssen sie dann nicht für viel Geld austauschen. „Es wird noch eine Weile dauern, bis wir das Produkt auf den Markt bringen“, sagt Worm.

In den Betrieb hineinschauen lässt der Unternehmer niemanden. „Die Konkurrenz schläft nicht“, erklärt er. Die Maschinen seien Spezialanfertigungen.

Gegründet wurde das Unternehmen 1878 als Fahnenfabrik von Worms Urgroßvater. 1918 stellte das Unternehmen auf Schmirgelpapier um. Anfang der 1950er-Jahre übernahm Worms Mutter die Unternehmensleitung, die sie bis 2010 inne hatte. „Während meiner Kindheit hatten wir noch 35 Mitarbeiter“, berichtet der 48-Jährige.

Nachdem sie die Produktion allmählich auf das Microfinishing konzentriert hätten, seien sie auf fünf Personen gesunken.

Von Michael Caspar

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