Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Neue Halle für Papierrecycling
Nachrichten Wirtschaft Regional Neue Halle für Papierrecycling
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:58 04.09.2017
Vorstellung der neuen Halle für das Papierrecylcling bei der Firma Hampe. Andreas Hampe, Dieter Hampe, Philip Hampe (v.l.) Quelle: Bänsch
Göttingen

„Wir hätten unsere alte Halle mit einer Sprenkleranlage ausstatten müssen, um das Übergreifen eines möglichen Feuers auf das benachbarte Bürogebäude zu verhindern“, berichtet Geschäftsführer Andreas Hampe (53). Dazu wäre der Bau eines Feuerlöschteichs oder einer Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmetern Wasser notwendig gewesen. „Wir haben dafür auf dem Gelände keinen Platz“, ergänzt Prokurist Gerald Förster (51).

„So entschlossen wir uns, im rückwärtigen Bereich unseres Firmengeländes neu zu bauen“, sagt Hampe. Dort gehe es auch ohne Sprenkleranlage. Die neue Halle lasse sich zudem besser mit dem Lkw anfahren. Das unweigerlich herumfliegende Papier störe dort weniger als direkt neben dem Bürogebäude, wo sie Kunden empfangen würden.

Ein 35 Zentimeter dickes Betonfundament war zu gießen. Darauf erhebt sich nun die gut 25 mal 25 Meter große und mehr als zehn Meter hohe Halle. Sie steht nach Norden offen. Lkw laden dort Altpapier ab. „Papierrecycling machen wir, seit ich 1961 das Unternehmen gegründet habe“, sagt Seniorchef Dieter Hampe (76). „Unsere Kunden sind unter anderem Einzelhändler, Möbelhäuser sowie Betriebe des Bau- und des Baunebengewerbes, die Verpackungsmaterial entsorgen wollen“, berichtet Hampe. Zum Kundenstamm gehörten zudem Druckereien.

Ein besonders gesicherter Bereich mit eigenem Zugang, den nur autorisierte Mitarbeiter betreten können, ist in der Halle für die Aktenvernichtung vorgesehen. „In diesem Geschäftsfeld sind wir seit Anfang der 90er-Jahre tätig“, sagt Andreas Hampe.

Ein zehn Meter langes Förderband transportiert das Altpapier in der Halle zur Presse, die bei der Paal Group in Georgsmarienhütte gefertigt wurde. Angetrieben wird die 300.000 Euro teure Presse durch zwei Motoren mit einer Leistung von jeweils 45 Kilowatt. Für den nötigen Strom sorgt ein Kabel, das eigens zu verlegen war. „Das Papier wird mit einem Druck von 500 Tonnen gepresst“, erläutert Hampe.

So entstehen 600 Kilogramm schwere Ballen. Ein Mitarbeiter transportiert sie mit dem Gabelstapler zum Lagerplatz nebenan. „Früher waren auf dem Gelände lange Wege zurückzulegen. Wir haben mit dem Neubau den Materialfluss erheblich verbessert“, sagt Prokurist Gerald Förster. Eine eigene Brandschutzmauer trennt den Lagerplatz von der Halle.

„Wir pressen 700 bis 800 Tonnen Papier im Monat“, sagt der Geschäftsführer. In diesem Bereich erwirtschaften sie 20 bis 25 Prozent des Firmenumsatzes. Mit der neuen Presse ließen sich bis zu 2000 Tonnen im Monat verarbeiten. Abnehmer der Ballen seien Papierfabriken, die aus dem Rohstoff erneut Papier oder Pappe herstellten.

„Die neue Halle ist mit Brandmeldern ausgestattet, die bei der Feuerwehr aufgeschaltet sind“, erläutert Geschäftsführer Hampe. Sie werde zudem mit Kameras überwacht. So könne er zuhause beobachten, was auf dem Gelände passiere. Für zusätzliche Sicherheit sorge ein Wachdienst, der regelmäßig auf Streife gehe. Zwei Schäferhunde hielten unerwünschte Besucher fern.

„Die alte, 600 Quadratember große Halle nutzen wir nun zur Lagerung von Metallen: darunter Messing, Kupfer, Aluminium, Blei“, berichtet Prokurist Förster. Das Recycling von Altmetall und Schrott ist ein weiteres Standbein des Unternehmens, das Seniorchef Hampe einst in Roringen gegründet. Später zog er mit seiner Firma ins Industriegebiet Grone um, wo er auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern begann. Sein Sohn trat ins Unternehmen ein und übernahm die Geschäftsleitung.

Seit März diesen Jahres ist mit Philip Hampe (24) die dritte Generation im Betrieb. Er hat in Göttingen seinen Bachelor als Wirtschaftsingenieur gemacht. Im September beginnt er sein Masterstudium.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit exakt 20 Jahren ist Michael Zimbal für das Autohaus Hermann tätig. Mit einer kleinen Feier wurde der heutige geschäftsführende Gesellschafter als Teil der „Hermann-Familie“ geehrt.

04.09.2017

Die Schmerztherapie der Helios-Klinik Herzberg/Osterode wird zum 31. März 2018 mit der Schmerztherapie der Klinik Bad Gandersheim zusammengelegt. Für Herzberg bedeutet dies, dass die Schmerztherapie zum 31. März schließen wird. Von dem Entscheid sind zehn Mitarbeiter betroffen.

01.09.2017

Das Bundesumweltministerium spricht von „dramatischen Rückgängen der Insekten“, der Bestand habe sich um bis zu 80 Prozent verringert. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel sieht ein „Waterloo für die Agrarindustrie“. Auch in Südniedersachsen ist die Lage brisant.

01.09.2017