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Regional „Neue Zeit braucht neues Banking“
Nachrichten Wirtschaft Regional „Neue Zeit braucht neues Banking“
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00:20 11.02.2018
Jahresempfang der Deutschen Bank. Gastrednerin Ira Holl spricht vor 140 Gästen über die Digitalisierung im Bankwesen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Göttingens scheidender Erster Stadtrat Hans-Peter Suermann definierte eingangs in seinem Grußwort seine drei großen Themen des Abends: Digitalisierung, Hannover 96 und die Große Koalition in Berlin. Und während es sich der ausgewiesene Fußballfan gönnte, näher auf die Zukunft seines Lieblingsvereins einzugehen, überließ er anschließend Walter den Ausblick auf die Trends im Bankenwesen.

Eindrücke und Schnappschüsse vom Neujahrsempfang

Der Plattformgedanke bekomme im Bankenwesen eine immer größere Bedeutung. Denn man sehe sich zunehmender Konkurrenz durch sogenannte Nicht-Banken ausgesetzt, so Walter. Nachdem Konzerne wie Facebook, Google oder Amazon die breiten Konsummärkte abgesteckt und direkten Zugang zu den Kunden ausgebaut hätten, könnten sie aufgrund regulatorischer Änderungen jetzt auch direkt in den Zahlungsverkehr eingreifen. „Wir Banken müssen unsere Relevanz für den Kunden erhalten und eigene Plattformen aufbauen.“

Von den 20 Millionen Kunden der Deutschen Bank erledigten bereits elf Millionen ihre Bankgeschäfte online. „Das macht uns schon heute zur größten Digitalbank Deutschlands“, so Walter. Aber das reiche allein nicht aus. Man wolle nicht zu einem austauschbaren Produktlieferanten für Apple und Co. werden, sondern weiterhin den direkten Kontakt zum Kunden behalten – auch in einer digitalen Welt. Deshalb sehe man die Filiale zwar immer noch als Herzstück der Beratung, die Bank müsse aber daneben selbst zu einem führenden Anbieter digitaler Lösungen werden.

Auf diesem Weg kooperiere man bereits mit Partnern wie Daimler, Telekom oder Axel Springer, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. So habe man beispielsweise einen Generalschlüssel für das Internet geschaffen, um Kunden einen vereinfachten und sicheren Zugang zu Dienstleistungen aller Art zu bieten. „Wir möchten eine so wichtige Rolle in Ihrem Leben spielen, dass Sie auf uns nicht verzichten wollen.“ Dazu sei es nötig, die Angebote zu erweitern – auch in einen Bereich jenseits klassischer Bankprodukte, erklärte Walter.

Im Folgenden gab die Leiterin des Digital Transformation Services Ira Holl einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen in der Zentrale der Deutschen Bank. Unter dem Titel „Neue Zeit braucht neues Banking“ beschrieb sie die Bank der Zukunft. 900 Mitarbeiter seien mittlerweile innerhalb des Hauses direkt mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Es reiche heute nicht mehr aus, der IT ab und zu ein Update zu verpassen. Es brauche eine neue Strategie. Die sehe unter anderem vor, alte Strukturen aufzubrechen und wo es hilft mit früheren Konkurrenten zusammenzuarbeiten. „Innovation beginnt, wo man seine Komfortzone verlässt“, so Holl. Und Walter ergänzte an die Kunden gerichtet: „Sie erwarten von Ihrer Bank zurecht, dass sie uns jederzeit und überall erreichen. Dafür rüsten wir digital auf.“

Und damit noch einmal zurück zu Suermann. Der zitierte eingangs den griechischen Staatsmann Perikles: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“

Von Markus Scharf

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