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Regional Nörten-Hardenberg: Fachjury wählt den besten Sommelier Deutschlands
Nachrichten Wirtschaft Regional Nörten-Hardenberg: Fachjury wählt den besten Sommelier Deutschlands
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00:18 17.05.2013
Weinliebhaber: 100 Gäste verfolgen das Finale. Quelle: Hinzmann
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Nörten-Hardenberg

Die Finalisten: Markus Berlinghof vom Louis C. Jacob in Hamburg, Tobias Brauweiler vom The Ritz in London und Sebastian Georgi vom Hotel im Wasserturm in Köln. 19 Uhr: Einmarsch der Finalisten.

Zu den ohrenbetäubend lauten Klängen der Rocky-Box-Hymne „Eye of the Tiger“ betreten die Sommeliers die Bühne, grüßen kurz das Publikum, wirken angespannt und nervös.

Dann geht es los: Erster Kandidat ist Brauweiler. Er bekommt ein Headset-Mikrofon und Jury wie Zuschauern durchleben den Prüfungsstreß live mit - ob sie wollen oder nicht.

Er atmet schwer, man glaubt die Schweißtropfen zu hören

Klar und deutlich hörbar widmet sich der 31-Jährige seiner ersten Aufgabe, der Blind-Probe auf Zeit und in Englisch. Brauweiler beschreibt Farbe, Geruch und Geschmack des zu bewertenden Rotweins, riecht frisch geschnittenes Gras, geröstete Nüsse und Veilchen.

Er atmet schwer, man glaubt die Schweißtropfen zu hören, wie sie ihm über das Gesicht laufen. Dann legt er sich fest: er schmeckt einen 2007er Monatlcino Sangiovese. Es folgt die zweite Aufgabe: versteckte Fehler in einer internationalen Weinkarte finden.

Die letzte Hürde ist der Käse-Service. Die Jury hat sich drei verschiedene Weißweine ausgesucht, nun soll der Sommelier den passenden Käse vom Brett empfehlen.

Eine Fachjury hat im Burghotel Hardenberg den besten Sommelier Deutschlands für das Jahr 2013 gewählt. © Hinzmann

Als nächster ist Markus Berlinghof an der Reihe. Der 32-Jährige ist sichtbar aufgeregt, versucht die Nervosität zu überspielen. Dank der Tontechnik hört man wieder jedes Kratzen am Bart, jedes unsichere Flüstern. In der Blind-Verkostung entscheidet Berlinghof sich, einen Bordeaux zu schmecken.

Die fehlerhafte Weinkarte durchschaut er schnell, beim Käsebrett macht er bereits locker ein paar Späßchen mit seinen Testgästen. Berlinghof ist der „Vinotainer“ der Runde.

Als letzter geht Sebastian Georgi ins Rennen. Mit 36 Jahren zwar der älteste Finalist, aber auch der aufgeregteste. Er bestellt sich ein Wasser gegen den trockenen Mund, spricht viel mit sich selbst und dreht dem Publikum oft seinen Rücken zu.

„Damen sollten keinen schweren Käse essen“

In der Blind-Degustation tippt er auf einen Wein aus dem Napa Valley in Kalifornien - und liegt damit richtig.

Die Fehler in der Weinkarte benennt er präzise, doch bei der Käseempfehlung zeigt sich, das er nicht über die Nonchalance seines Vorgängers verfügt. Jurymitglied Silvia Buchholz-Lafer legt er gar an Herz: „Attraktive Damen sollten nicht so schweren Käse essen.“ Der sei nur für gewichtige Damen.

Gegen 24 Uhr küren der Vorjahresgewinner Thomas Sommer, die amtierenden deutschen Weinkönigin Julia Bertram und n-tv Moderator Christoph Teuner dann den Sieger: Charmeur Markus Berlinghof aus Hamburg.

Von Nina Winter

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