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50 Jahre auf der Erfolgsspur

Firma Rohde 50 Jahre auf der Erfolgsspur

Vor fünfzig Jahren hat Günter Rohde das heute in Nörten-Hardenberg ansässige Unternehmen im Alter von nur 27 Jahren übernommen. Sein Vater war verstorben. Rohde ist es gelungen, das Unternehmen auf eine Erfolgsspur zu bringen und auch dafür zu sorgen, dass es dort zukünftig bleibt.

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Sie leiten das operative Geschäft der Rohde AG: Marcel Deppe, Reimund Quentin und Carsten Hennig.

Quelle: Beckenbach

Nörten-Hardenberg. Im Jahr 1940 erblickte Günter Rohde in Göttingen das Licht der Welt. Er verlebte eine frühe Jugend in Lamspringe im Landkreis Hildesheim. Mit sieben Jahren kehrte er nach Göttingen zurück, machte sein Abitur und studierte Maschinenbau in Frankfurt. „Mit meiner Bella (ein Motorrad, Anm. d. Red.) bin ich vier Stunden bis zu meinem Studienort gefahren“, sagt Rohde. Gleich nach dem Studium fand er eine Anstellung beim heutigen Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Mit den Kollegen habe ich noch lange Kontakt halten können“, sagt Rohde, der die Forschungsanstalt bald verlassen musste, um für den früh verstorbenen Vater im Betrieb die Verantwortung zu übernehmen. Der Unternehmenssitz war 1967 durchaus übersichtlich: Gearbeitet wurde mit fünf Mitarbeitern auf 400 Quadratmetern, der Umsatz betrug etwa 240 000 Deutsche Mark im Jahr (entspricht etwa 120 000 Euro).

Bis zu seinem Einstieg war der Umsatz über viele Jahre auf niedrigem Niveau stabil geblieben. Doch mit seinem Engagement änderte sich das. Rohde war mutig und investierte, seine Ehefrau war damals wenig begeistert. „Etwa alle fünf Jahre haben wir ein größeres Bauprojekt durchgeführt, sowie fünf kleine zwischendurch, sagt er nicht ohne Stolz. Zum Beweis hat er sofort eine handschriftlich gefertigte Tabelle mit den Umsatzsteigerungen von 1967 bis 2015 zur Hand.

Er ist seit 50 Jahren Chef der Rohde AG, Günter Rohde.

Er ist seit 50 Jahren Chef der Rohde AG, Günter Rohde.

Quelle: Beckenbach

Ein ganz wichtiger Einschnitt für die Firma habe im Jahr 1978 stattgefunden, erzählt er. „Damals fragte eine Möbelfirma an, ob wir auch Griffe aus Aluminium anfertigen können.“ Bis dahin war das Unternehmen auf unterschiedliche Oberflächenbehandlungen spezialisiert. Doch Rohde war wieder mutig und sah in den Griffen eine Chance. Er sollte Recht behalten. Aktuell macht die Rohde AG etwa 56 Prozent ihres Umsatzes mit sogenannten Industriegriffen – mehr als 2000 unterschiedliche Griffe hat das Unternehmen im Angebot, die in einem Hochregallager parat liegen. 44 Prozent des Umsatzes werden mit Oberflächentechnik (Eloxal, Galvanik und Elektropolieren) sowie mit mechanischer Fertigung als Dienstleistung verdient. Das Unternehmen hat heute eine Größe von 13 000 Quadratmetern, eine kleine Dependance in Göttingen und 135 Mitarbeiter. Zudem gibt es 37 Auslandsvertretungen weltweit, das Unternehmen ist allerdings noch nicht in Südamerika und Afrika tätig. Auch ein Großbrand im Jahr 2009 konnte die Erfolgsgeschichte nicht aufhalten.

Mit 77 Jahren könnte schon der Gedanke an den Ruhestand aufkommen. Nicht bei Günter Rohde. „Ich trete etwas kürzer, ja, aber nicht mehr“, sagt er und hat sich mit Carsten Hennig (Vorstand), Marcel Deppe (Geschäftsleitung) und Reimund Quentin (Geschäftsleitung) Unterstützung im wahrsten Sinne des Wortes herangezogen. So muss er sich nicht um das operative Geschäft kümmern und kann er sich in aller Ruhe seinem nächsten Bauprojekt widmen. „Die Bauleitplanung für eine Erweiterung der Firma um 4500 Quadratmeter läuft, ich hoffe, dass wir im Frühherbst 2017 mit dem Bau beginnen können“, sagt Rohde. Eloxalverfahren, also die elektrolytische Oxidation von Aluminium, und Fertigungen sollen in der neuen Halle durchgeführt werden. Rohde hofft, dass spätestens im Frühjahr 2019 in der Halle, die das Firmengelände nach Osten erweitert, produziert werden kann.

Das Problem der Nachfolgeregelung hat Rohde ebenfalls weitsichtig gelöst. Da sich aus der eigenen Familie niemand gefunden hatte, der seine Nachfolge übernehmen möchte, hat er eine Stiftung gegründet, in die das Unternehmen „eingelegt“ wurde. Der Fortbestand des Unternehmens ist damit gesichert, was Rohde ganz wichtig ist.

Und in Zukunft? Besonders im Bereich der Industriegriffe sei noch Steigerungspotenzial, ist sich die Geschäftsleitung einig. „Wir wollen eine gesundes Wachstum mit Griffen erreichen“, bleibt Quentin realistisch. Und Rohde setzt dem Ganzen, aller bestens gelaunt und mit einem sehr verschmitzten Lächeln, noch die Krone auf: „Für das Jahr 2100 wünsche ich mir, dass hier 1000 Mitarbeiter arbeiten.“

Rohde AG

  • Nörten-Hardenberg
  • 135 Mitarbeiter
  • 15 Millionen Jahresumsatz
  • Aktuell wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet
  • Unternehmensbereiche: Oberflächentechnik, Produktion von Griffen für die Industrie, mechanische Fertigung
  • Marktvorteile: hohe Flexibilität, hohe Fertigungstiefe, hochwertige Produkte, kurze Entscheidungswege, ständig Neuentwicklungen, nationale Lieferanten
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