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Regional Norbert Blüm spricht über Digitalisierung
Nachrichten Wirtschaft Regional Norbert Blüm spricht über Digitalisierung
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14:29 11.03.2018
Norbert Blüm Quelle: dpa

Er wolle keinen Vortrag gegen Technik halten, er lade lediglich dazu ein, seinen Gedanken zu folgen, sagte Blüm vor Vertretern des Mittalstands im Hardenberg-Atrium in Nörten-Hardenberg. Man möge keine verbindliche Zukunftsvorhersage von ihm erwarten: „Die sichersten Prognosen sind die, die sich auf die Vergangenheit beziehen“, scherzte Blüm.

Die rasante technische Entwicklung und das Innovationstempo in den vergangenen Jahren hätten dazu geführt, dass der Mensch sich immer schneller seiner Umwelt anpassen müsse. „Wissen veraltet immer schneller“, so Blüm. Er als gelernter Werkzeugmacher wisse beispielsweise wenig von dem, was heute in dieser Branche an Wissen benötigt würde.

Zudem zeichne sich schon heute ab, dass die Arbeitskraft des Menschen künftig nicht mehr benötigt. Als Beleg bemühte Blüm den Vergleich zwischen IT-Branche und der amerikanischen Autoindustrie. So werde heute im Silicon Valley mit einem Bruchteil an personellem Aufwand ein Vielfaches an Umsatz erwirtschaftet als beispielsweise in Detroit. „Es gibt weniger Arbeitsplätze bei steigenden Umsätzen.“ Die fünf großen Technik-Konzerne Google, Amazon, Apple, Facebook und Mikrosoft hätten laut Blüm den doppelten Börsenwert der 30 führenden Dax-Unternehmen.

Deshalb müsse jetzt die Frage beantwortet werden, wie es mit der Arbeitswelt weitergehe. Das sei nicht nur eine ökonomische sondern eine kulturelle Frage. „Es gilt, der Gesellschaft die Arbeit zu erhalten“, proklamierte der Ex-Minister. Dabei sei er ein erklärter Gegner eines bedingungslosen Grundeinkommens. Nicht Geld mache den Menschen nachhaltig zufrieden, sondern die Gewissheit, gebraucht zu werden.

Und auch wenn die Krone der Schöpfung in einigen Bereichen von ihrer eigenen Schöpfung bereits überholt worden sei, könne der Mensch eben auch in Zukunft nicht durch die Technik ersetzt werden. Grundfähigkeiten wie Empathie oder auch Vertrauen seien eben nicht digitalisierbar.

Damit wandte sich Blüm an sein Publikum: „Sie gestalten das mit. Sie entscheiden, ob wir in einer Welt leben, der die Arbeit ausgeht.“ Es werde darum gehen, die neue Technik zu nutzen, aber ihre Grenzen zu kennen. Sein Tipp an den Mittelstand sei daher: „Setzen Sie den Faktor Mensch gegen die Großen ein.“ So könne der Mittelstand der Bahnbrecher für eine moderne und menschliche digitalisierte Welt werden.

Von Markus Scharf

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