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Regional Northeimer Thimm-Gruppe investiert 50 Millionen Euro
Nachrichten Wirtschaft Regional Northeimer Thimm-Gruppe investiert 50 Millionen Euro
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00:19 02.05.2013
Qualitätskontrolle in der Faltkistenfertigung: Thimm-Maschinen werden ständig kontrolliert und von den Mitarbeitern gewartet. Quelle: EF
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Northeim

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Northeimer Thimm-Gruppe und sein Kollege Jens Fokuhl informierten über Investitionen in Höhe von 15,7 Mio. Euro und die Steigerung der Eigenkapitalquote von 45,8 auf nunmehr 53,4 Prozent. Auch in die Mitarbeiter habe man investiert. Um 200 Beschäftigte sei die Belegschaft des Familienunternehmens auf 2195 gestiegen.

In Northeim, wo aktuell 426 Thimm-Mitarbeiter tätig sind, habe man 28 neue Stellen geschaffen. 109 junge Menschen werden bei Thimm in sechs Berufen, Studierende im Verbundstudium ausgebildet. Die Ausbildungsquote beziffert die Geschäftsleitung mit 9,7 Prozent.

Das Unternehmen habe sich wie schon in den vergangenen Jahren im Vergleich zur Branche deutlich besser entwickelt, stellte Jens Fokuhl im Bilanz-Pressegespräch klar. Alle Geschäftsbereiche hätten zum Umsatzwachstum beigetragen:  Thimm Verpackung (4,5%), Thimm Schertler Verpackungssysteme (14,1%), Thimm Display (19,8%).

Der Auslandsanteil der Gruppe sei von 24 auf 27 Prozent gestiegen, so Fokuhl weiter. Das resultiere in erster Linie aus der Ende 2011 eingegangenen Mehrheitsbeteiligung in Polen. Mit der Modernisierung des dortigen Werkes sei begonnen worden ebenso mit Maßnahmen  an den Standorten Wörrstadt (Displaywerk) und den Wellpappenwerken Alzey und Eberswalde.

Insgesamt habe die Gruppe in den vergangenen fünf Jahren 100 Mio. Euro investiert, sagte Schliep. Im laufenden Geschäftsjahr, für das Schliep ein „positives operatives Ergebnis auf hohem Niveau“ prognostiziert, sollen Projekte in einem Umfang von 50 Mio. Euro gestartet werden.

Schwerpunkte der insgesamt 13 Standorte sollen dabei die Werke Eberswalde, Tychy in Polen und Sibiu in Rumänien bilden, kündigte Schliep an. Verzögerungen habe es indes bei dem Ausbau des Northeimer Werkes gegeben. Das Hin und Her um die Zubringerstraße zur Hillerser Straße habe den Baustart für eine neue Halle verzögert.

Auch der Zukauf weiterer 10 000 Quadratmeter werde durch ein neues Klimagutachten erschwert. Geplant sei ein Hochregallager auf dem Bahnareal, das dem Gutachten nach nun aber in einer Klimaschneise liege. Schliep: „Warum Flächen kaufen, wenn man damit nichts machen kann.“

►Kommentar: Ein Trauerspiel

Es ist nicht zu fassen: Erst verhindern Zauneidechsen den Ausbau einer für Thimm wichtigen Zubringerstraße, jetzt gibt es ein Klimagutachten, das den Bau eines Hochregallagers gefährdet. Die jüngste Überlegung aus Reihen der Bürgerinitiative zielt darauf ab, das Industriegebiet auf dem der zweitgrößte Wellpappenherstellers Deutschlands produziert, in ein Gewerbegebiet umzuwandeln.

Die Geschäftsführung ist sprachlos. Millionen-Investitionen in Northeim werden verschoben, weil keiner weiß, wohin die Reise geht. Und das alles um ein Müllkraftwerk zu verhindern. Die Kollateralschäden, wie sie Mathias Schliep nennt, werden immer größer.

Während die Eidechsen jetzt Stück für Stück umgesiedelt werden und die Zubringerstraße endlich im Bau ist, fürchten die Northeimer nun um ihre Frischluftzufuhr, die eine Thimmhalle am Bahngelände blockieren könnte.

Geht‘s noch? Während die Northeimer immer neue Probleme erfinden, lachen sich die Nachbargemeinden schlapp. Doch zum Lachen ist es nicht, wenn eine Stadt wie Northeim einen Arbeitgeber wie Thimm bis an die Schmerzgrenze reizt. Das ist ein Trauerspiel.

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