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Regional Online-Handel als Herausforderung
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00:18 01.11.2017
Michael Weber, Julia Ippensen (beide Thimm), Christian Milster, Christoph Wenk-Fischer (beide BEVH), Armin Spitzbarth (Thimm) (von links). Quelle: r
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Northeim/Wernigerode

Vertreter aus Logistik, Online-Handel, Verpackungsherstellung und -entwicklung sowie der Forschung zeigten am BEVH-Verpackungstag Perspektiven der Branche auf. Im Mittelpunkt standen die verschiedenen Dimensionen von Produktschutz, Marketing und Nachhaltigkeit sowie die Diskussion, wie man diese sinnvoll zusammenbringt.

Der BEVH leitete mit den Ergebnissen seiner repräsentativen Verbraucher-Befragung aus dem Oktober 2017 ein: Der Produktschutz sowie eine unkomplizierte Entsorgung und Retoure seien für den Konsumenten die wichtigsten Kriterien einer Versandverpackung. Teilweise sei der Konsument sogar bereit, dafür mehr zu bezahlen. Die Zahlungsbereitschaft nimmt aber spätestens bei Kriterien wie dem Auslastungsgrad der Verpackung, Nachhaltigkeit und attraktiver Gestaltung und Branding deutlich ab. Diese Herausforderungen sollten die Verpackungshersteller, Online-Anbieter und Logistikdienstleister annehmen und kluge, effiziente Konzepte entwickeln.

Als ein Beispiel präsentierte das Schweizer Start-up Yamo eine Verpackung für den Versand von Baby-Brei. Die Einstoff-Lösung aus Wellpappe, welche von Thimm Verpackung produziert wurde, verfügt über einen integrierten Sicherheitsverschluss. Gleichzeitig nutzt Yamo die Verpackung als Markenbotschafter und zur direkten Kommunikation mit seinen Kunden. Der Wellpappenvordruck für Yamo wird auf der weltweit größten digitalen Rollendruckmaschine bei Christiansen Print in Ilsenburg produziert. Bei der Live-Besichtigung der Anlage bekamen die Teilnehmer einen Eindruck, welche Möglichkeiten sich mit dieser neuen, digitalen Technologie für die Individualisierung, aber auch für die Nachverfolgbarkeit und den Diebstahlschutz bieten. Denn, da waren sich die Teilnehmer und Dozenten einig: Die Verpackung ist im Online-Handel der „moment of truth“, also der erste Eindruck, den der Kunde von dem bestellten und häufig in Vorfreude erwarteten Produkt bekommt. Dieser wirkt sich direkt auf die Kundenzufriedenheit aus.

Aufschlussreiche Einblicke, wie das Spannungsfeld zwischen Produktschutz, Markenkommunikation und Prozessoptimierung bei einem „Big Player“ der Branche gemeistert wird, gab der Mode-Anbieter Zalando. Bei einem Umsatz von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2016 und über 250000 Artikeln bedarf es eines ausgeklügelten Verpackungs- und Logistikmanagements, das mit dem schnellen Unternehmenswachstum Schritt hält.

Das Home-Shopping Unternehmen HSE24 treibt die Suche nach Antworten auf immer individuellere und flexiblere Belieferung der Kunden voran. Der Online-Händler rät, dabei die Lieferkette ganzheitlich zu analysieren und Hand in Hand mit den Logistik-Partnern zusammenzuarbeiten.

Neue Ansätze in puncto Mehrweg standen ebenfalls auf der Agenda: Hier referierten Vertreter von DHL, Global Player der Logistikbranche, sowie dem finnischen Jung-Unternehmen RePack. Ein weiteres Topthema des Tages war der Online-Handel mit Lebensmittel. Zwar sei der Anteil im Vergleich mit anderen Segmenten wie Mode oder Elektronik in Deutschland noch gering, wachse mittlerweile aber stark an. Im dritten Quartal 2017 lag das Wachstum laut BEVH bei 26,6 Prozent.

Von Bernard Marks/r

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