Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Otto Bock: Startschuss für das „Muskelhaus“

Science Center Medizintechnik Otto Bock: Startschuss für das „Muskelhaus“

Unter dem Motto „Begreifen, was uns bewegt“ wird heute das „Otto Bock Science Center Medizintechnik“ in Berlin eröffnet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sind dabei, wenn Otto-Bock-Chef Hans Georg Näder das „Muskelhaus“ zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor eröffnet.

Voriger Artikel
Zukunftskonzept für Karmann steht - 300 Entlassungen
Nächster Artikel
Video Buster eröffnet Spielhallen

„Von der Idee des Chefs, zur riesigen Teamleistung“: Hans G. Näder erklärt die Ausstellung.

Quelle: SOZ

Zwei Jahre ist es her, da saßen Hans Georg Näder und eine Handvoll Kreative im Graf Isang. Damals sei in der Seeburger Gaststätte die Idee des Science Centers entstanden. Auch der Slogan „Mobilität für Menschen“ sei in der Runde geprägt worden. 24 Monate später ist das Gebäude in der Berliner Ebertstraße Blickfang für Passanten, Motiv der Fotografen, Ziel von Stadtführungen und „Talk in the town“.
Die Berliner haben den imposanten Bau zwischen hessischer Landesvertretung und Kanzlei Taylor & Wessing längst für sich entdeckt. Beim „Muskelhaus“, wie die Bildzeitung im März titelte, werden die Berliner schwach. Und nicht nur sie. Asiaten, Afrikaner und Amerikaner bestaunen den riesigen nachempfundenen Muskel. 13 Millionen Touristen flanieren Jahr für Jahr vorbei. 50000, so hofft der Investor, betreten das Science Center.

„Was wird da eigentlich in Berlin gemacht?“ wird sich indes mancher Duderstädter fragen. Wo geht das viele Geld hin, das weltweit mit Entwicklungen aus dem Eichsfeld verdient wird? Immerhin sind es 20 Mio. Euro, die Grundstück („ein Glücksfall“), Bau und Ausstattung des fünfstöckigen, schneeweißen Gebäudes in prominenter Innenstadtlage verschlingen.

Die Antwort fällt nicht leicht. Am besten ist es tatsächlich, man schaut sich das Gebäude an. Nach ein, zwei Stunden Aufenthalt (der Eintritt ist frei) soll man „begreifen, was uns bewegt“. Fast spielerisch ist die Ausstellung konzipiert, interaktiv kann der Gang mit einer Beinprothese nachempfunden werden. Das Thema: „Schritt halten“. Mit einem Rollstuhl einen Bordstein oder ein Kopfsteinpflaster zu meistern, ist eine weitere Herausforderung. Auf dem Laufband oder im hydraulisch bewegten Rollstuhl ist der Besucher mittendrin im Thema Mobilität, erfährt, „dass Stand der Technik kein Luxus, sondern Notwendigkeit ist.“

Kalkulierte Risiken

„Wir wollen den Blick auf die Behinderung ändern“, erklärt Hans Georg Näder das Konzept. „Weg von der Mitleidsperspektive“, fordert der Inhaber der vor 90 Jahren von seinem Großvater Otto Bock in Berlin gegründeten Firma. Sich der demographischen Entwicklung zu stellen, ist im Science Center möglich. Bei Eingabe von Geschlecht und Geburtsjahr errechnet eine der vielen Installationen das Gesundheitsrisiko. Beispiel: Im Jahr 2020 lautet das kalkulierte Risiko für Frauen des Jahrgangs 1955: Diabetes (9%), Osteoporose (17%), Arthrose (41%) und Schlaganfall (3%).

Bei Männern sehen die Zahlen ganz anders aus. Die unterschiedliche Entwicklung hier wie da wird bereits im Foyer des „spektakulären Medizinpalasts“ demonstriert. Dort steht der „Walker“. An der Figur aus Lichtpunkten, die auch an der Fassade die Passanten begeistert, wird gezeigt, wie sich der Gang eines Menschen verändert, wenn er traurig oder fröhlich, nervös oder entspannt, leicht oder schwer, weiblich oder männlich ist. Ein herrliches Spielzeug. Nicht jedermanns Sache ist dagegen der Balken, mit dem virtuelle Schluchten zu überqueren sind. Balance ist im Halbdunkel des ersten Stocks gefragt.

Raum für Patienten

Drei Etagen sind für die Besucher geöffnet, der vierte und fünfte Stock stehen Administration, Otto Bock Akademie, Servicekräften, Therapeuten und Patienten zur Verfügung. Im „Otto Bock Kompetenzzentrum“ werden Gipsabdrücke genommen, Prothesen angepasst, der Umgang mit ihnen trainiert, Alltag geübt. Liegendtransporte sind über die Tiefgarage möglich, in der sich auch die Werkstatt befindet.
Im Dachgarten zwischen Lavendelbüschen befinden sich zwei Bronzefiguren – 200 Kilogramm schwer, 1,65 Meter hoch. Die Homunculi (Menschlein) sollen mit überdimensionierten Händen, Füßen, Ohren und Lippen zeigen, welchen Anteil ihr Betrieb im Gehirn des Menschen beansprucht, erklärt der Leiter des Science Centers, Joachim Hamacher. Als sie per Kran angeliefert wurden, war auch das eine Schlagzeile auf dem Titel der Bildzeitung wert: „Solche Kerle braucht die Hauptstadt.“

Otto Bock

1919 gründet Otto Bock in der Köpenicker Straße 147 (Kreuzberg) eine Firma. Er will Prothesen für Kriegsversehrte fertigen. Im April 2008 legt sein Enkel den Grundstein für das Science Center, das 90 Jahre nach Gründung, nach Enteigung in Königsee und Neuanfang in Duderstadt eröffnet wird. 20 Mio. Euro hat Hans Georg Näder in Berlin in das Science Center, das von den Gnädinger Architekten (Berlin) konzipiert wurde, investiert. Weitere 20 Mio. Euro sollen bis 2012 in den Standort Duderstadt fließen. Auf 6000 Quadratmetern soll in der Eichsfelder Firmenzentrale ein Besucherzentrum entstehen. Zeitgleich wird am Standort Wien die Fertigung für 15 Mio. Euro erweitert.

Von Hanne-Dore Schumacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
DAX
Chart
DAX 13.158,50 +0,42%
TecDAX 2.544,00 +0,47%
EUR/USD 1,1753 +0,05%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

E.ON 9,38 +1,95%
BAYER 106,50 +1,45%
DT. BANK 16,52 +1,34%
RWE ST 16,92 -1,95%
Henkel VZ 111,67 -0,50%
DT. TELEKOM 15,09 -0,44%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 283,34%
Commodity Capital AF 228,66%
Stabilitas PACIFIC AF 132,06%
BlackRock Global F AF 104,11%
SEB Fund 2 SEB Rus AF 103,43%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt
Sommerfest der Südniedersächsischen Wirtschaft