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Regional Entscheidung ist gut für Ottobock, Stadt und Land
Nachrichten Wirtschaft Regional Entscheidung ist gut für Ottobock, Stadt und Land
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16:54 07.04.2018
Hans Georg Näder. Quelle: Christoph Neumann
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Göttingen

Herr Näder, was verstehen Sie alles unter dem Begriff „Futuring“, wenn Sie diesen auf das Unternehmen Ottobock beziehen?

Futuring bezieht sich im Kontext der Ottobock SE & Co. KGaA darauf, dem Unternehmen eine neue, in die Zukunft gerichtete Corporate Governance – also Regeln der Unternehmensführung – und eine rechtliche Struktur zu geben, die der Größe und Internationalität des Konzerns entsprechen und dabei weiterhin die Kontrolle der Stimmrechte durch meine Familie sichern. Die neue Rechtsform ist für die nächsten Jahrzehnte der perfekte Rahmen für unseren dynamischen Wachstumskurs und einen möglichen Börsengang (IPO).

Warum ist es notwendig, die Health-Care GmbH in eine SE & Co. KGaA – also eine sogenannte Europa-AG, umzuwandeln?

Lassen sie mich kurz ausholen: Der Rechtsformwechsel von einer GmbH zur SE & Co. KGaA war notwendig, um unser Unternehmen börsenfähig zu machen. Dabei ist die Europäische Aktiengesellschaft SE die persönlich haftende Gesellschafterin der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Bei einem Börsengang würden die Aktien der KGaA gehandelt. Es handelt sich um ein sehr kluges, den Einfluss der Inhaberfamilie sicherndes Format. Das nutzen auch andere wie Henkel, Merck und Fresenius. Ein Element der neuen Rechtsform ist ein Aufsichtsrat, den wir top besetzt haben. Vorsitzender ist Dr. Bernd Bohr, ehemals Chef der Autosparte von Bosch. Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender von Sartorius, ist sein Stellvertreter. Neben den Arbeitnehmervertretern sind Marcus Brennecke von unserem Partner EQT, Gesche Joost, die ehemalige Internetbeauftrage der Bundesregierung, der renommierte Gesellschaftsrechtler Prof. Dr. Christoph Seibt und meine Tochter Georgia im Aufsichtsrat.

das Organigramm der Ottobock SE & Co. KGaA Quelle: r

Mit dem schwedischen Private-Equity-Unternehmen EQT haben Sie sich auch mit Blick auf den geplanten Börsengang einen strategischen Partner an Deck geholt. Was bedeutet ein 20-Prozent-Gesellschafter für die künftige Unternehmensführung und die Kultur bei Ottobock?

Wir haben mit EQT aus 120 interessierten Parteien the best of the best der möglichen Private-Equity-Partner ausgewählt. Überzeugt haben mich die schwedische Wallenberg-Familie als EQT-Gründer und insbesondere die für uns verantwortlichen EQT-Partner Marcus Brennecke und Joachim Reichel. EQT hat auch schon bei anderen Investments in der Region wie beispielsweise Symrise in Holzminden seine Top-Performance bewiesen. Unser gemeinsames Ziel ist Value Creation durch Innovation und Wachstum und die richtigen strategischen Steps. Die neue Ottobock-Unternehmensführung unter der Leitung von Dr. Oliver Scheel als CEO und die Inhaberfamilie Näder sowie auch EQT haben gleichgerichtete Ziele. Unsere Unternehmenskultur beruht auf 99 Jahren Unternehmensgeschichte – und darauf sind wir stolz.

Apropos Börsengang: Gibt es einen dezidierten Zeitplan für diesen Schritt?

Zu einem möglichen Börsengang von Ottobock werden wir uns umfangreich äußern, wenn es soweit ist. Ein IPO ist jedenfalls eine der möglichen strategischen Optionen.

Sie haben mit Oliver Scheel zum ersten Mal einen CEO an Deck, der das Unternehmen operativ lenkt. Wie schwer fällt es Ihnen, nach mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze von Ottobock, loszulassen und sich in der neuen Rolle als Vorsitzender des Verwaltungsrates zu finden?

(Lacht:) Ich habe Oliver Scheel als CEO ausgewählt und eingestellt. Wir haben ein absolut gemeinsames Verständnis von Ottobock und der Zukunft des Unternehmens. Nach knapp 34 Jahren – im Alter von 23 bin ich als geschäftsführender Gesellschafter und als Assistent meines Vaters Max Näder ins Unternehmen eingestiegen – genieße ich es, mich auf Futuring, Innovation und Strategie fokussieren zu können. Keine Sorge: Mein Kalender ist voll.

Ottobock ist ein international agierendes Unternehmen. Passt die Konzernzentrale eines Global Players dauerhaft nach Duderstadt?

Der Sitz der Ottobock SE & Co. KGaA ist Duderstadt, Max-Näder-Straße 15, und nicht London, Amsterdam oder Berlin. Diese Entscheidung, die ich getroffen habe, ist gut für Ottobock, Stadt und Land, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Von Mark Bambey und Uwe Graells

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