Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Piller verkauft Turboverdichter an Chinesen
Nachrichten Wirtschaft Regional Piller verkauft Turboverdichter an Chinesen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 04.02.2013
Die Pillaeratoren müssen kaum gewartet werden: Hans-Joachim Ring, Friedrich Jütting und Werner Rusteberg (von links). Quelle: CR
Anzeige
Moringen/Göttingen

Bis 2015 will sie ihren Verkauf an sogenannten Pillaeratoren von derzeit 50 auf 200 Stück im Jahr steigern. Sie kommen in Klärwerken zur Belüftung der viele Meter tiefen Becken zum Einsatz. Dort versorgen sie die Bakterien, die organische Verunreinigungen zersetzen, mit Sauerstoff.

„Die Chinesen wollen die neueste Technik und außerdem möglichst energieeffiziente Systeme“, berichtet Diplom-Ingenieur Hans-Joachim Ring, der bei Piller die Forschungs- und Entwicklungsabteilung leitet. Seit 2004 hat er mit seinen Mitarbeitern den Pillaerator entwickelt. 4,5 Mio. Euro hat das Unternehmen in das Projekt gesteckt. „Das Besondere bei unseren Turboverdichtern besteht darin, dass der Synchronmotor magnetgelagert ist“, erläutert Ring. Dadurch bräuchten die Geräte kaum noch gewartet zu werden, was bei herkömmlichen Turboverdichtern viel Geld verschlinge.

Eine weitere Stärke der Pillaeratoren: Die Geräte sind kompakt gebaut. „Sie lassen sich so leicht anschließen wie eine Waschmaschine“, erklärt Ring. Das sei bei vergleichbaren Produkten nicht der Fall. Zudem sei der Stromverbrauch geringer. Das wüssten die Chinesen, bei denen die Energieversorgung aufgrund des schnellen Wirtschaftswachstums eine Herausforderung darstelle, zu schätzen.

Bisher verkauft Piller 70 Prozent seiner Turboverdichter nach China. Der Rest geht vor allem nach Spanien und in die USA. „Die Amerikaner sind an der neuen Technik nicht so interessiert“, bedauert Ring. Energieeffizienz sei dort offenbar nicht so wichtig. Zudem trauten die Amerikaner der Magnetlagerung nicht. Sie setzten lieber die alten, dafür aber bewährten Geräte ein.

Um Kunden Referenzobjekte zeigen zu können, haben die Moringer Kläranlagen in der Region mit Pillaeratoren ausgestattet.

Die Göttinger Entsorgungsbetriebe setzen seit 2008 ein solches Gerät ein. Das städtische Unternehmen hatte nicht auf Piller gewartet. 2003 war eine neue Anlage in Betrieb gegangen. Die Belüftungsgeräte waren also noch neu. „Wir haben trotzdem einem Test zugestimmt, weil wir für das neue Gerät nichts zahlen mussten und uns die Wartungskosten sparen konnten“, sagen Diplom-Ingenieur Werner Rusteberg, Leiter der Abteilung Abwasserreinigung / Kanalbetrieb, und Friedrich Jütting, der Technische Betriebsleiter. Sie sind mit dem Gerät so zufrieden gewesen, dass sie 2012 einem weiteren Test zustimmten. Diesmal wurden zwei leistungsstärkere Pillaeratoren installiert. Sie verfügen über eine gemeinsame Steuerung. Nach dem Test darf der Betrieb sie behalten.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Der Moringer Maschinenbauer Piller Industrieventilatoren GmbH befindet sich nach eigenen Angaben auf Wachstumskurs.

25.09.2012

In Stockholm wird zurzeit eines der größten Universitäts-Krankenhäuser der Welt gebaut – mit südniedersächsischer Beteiligung.

06.09.2011
Regional Millionen-Investition - Bei Piller geht es voran

„Um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, haben wir die zweite Phase unserer Expansion im Werk Bilshausen freigegeben, erklärt Detlev Seidel, Geschäftführer der Piller-Gruppe. In Bilshausen sollen bis Juni 2011 2,5 Mio. Euro in die Erweiterung der Prüffeldkapazitäten investiert werden, teilt der Unternehmer mit.

22.09.2010
Anzeige