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Regional Polsterei Schadi hat in Göttingen eröffnet
Nachrichten Wirtschaft Regional Polsterei Schadi hat in Göttingen eröffnet
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16:00 03.12.2018
Ulrich Windmann und Schadi Aldabbour (r.) mit einem frisch bezogenen Polstermöbel. Quelle: Richter
Göttingen

Ein 460 Quadratmeter großes Geschäft am Posthof 10 hatte Windmann 2017 noch mit seinem Mitarbeiter bezogen, da setzte ihn eine Krankheit monatelang außer Gefecht. Der Unternehmer, der seine Firma Ende der 70er-Jahre gegründet hatte, stellte im Dezember 2017 Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Einen Neuanfang auf einem Drittel der Fläche wagt nun Aldabbour, der sich zwischenzeitlich als Polsterer in die Handwerksrolle eintragen ließ.

Zwei Mal auf der Flucht

„Ich habe den Beruf in einer dreijährigen Ausbildung in Syrien gelernt, zwei Jahre in dem Betrieb gearbeitet und dann von 2007 bis 2012 eine eigene Firma mit mehreren Mitarbeitern in der Stadt Hama geführt“, berichtet der Handwerker. Aufgrund des 2011 ausgebrochenen Bürgerkriegs sei er mit seiner Familie nach Libyen ausgewandert. Auch dort habe er eine Polsterei eröffnet. „Sehr gut verdient“, habe er in dem nordafrikanischen Land. Doch nach dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi sei dort ebenfalls Bürgerkrieg ausgebrochen.

Syrer lernt Deutsch und macht den Führerschein

„Gemeinsam mit meiner Frau und den beiden Kindern habe ich die gefährliche Flucht über das Mittelmeer gewagt“, erinnert er sich. Seit September 2014 lebe die Familie in Deutschland, berichtet Aldabbour. In Walkenried hätten sie eine Wohnung gefunden. Intensiv habe er in der Anfangszeit Deutsch gelernt, sagt der Syrer, der die Sprache heute fließend beherrscht. Seit er 2016 den Führerschein habe, sei er mobil.

Eine Krankheit zwang Ulrich Windmann zur Aufgabe seiner Firma

„Zunächst absolvierte ich in der Firma Windmann ein dreimonatiges Praktikum und wurde übernommen“, erinnert sich der Syrer. „Zuvor hatte ich Polsterarbeiten bei Handwerkern in Auftrag gegeben“, ergänzt Windmann. Er habe Aldabbour als potenziellen Nachfolger eingestellt. Nach der Diagnose der Krankheit im Dezember 2017 sei keine Zeit für eine geordnete Übergabe geblieben. Er habe im Januar Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen.

Schaumstoff-Sofort-Zuschnitt

„Gegründet habe ich das Unternehmen als Firma für Schaumstoff-sofort-Zuschnitt vor 40 Jahren während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre“, berichtet Windmann. Zunächst habe er seinen Kommilitonen auf Maß zugeschnittene Schaumstoffmatratzen verkauft. Später seien Näh- und Polsterarbeiten dazugekommen. Das erste Geschäft habe er an der Bertheaustraße gehabt. Dann sei er an den Fabrikweg gezogen. Zuletzt habe sich der Laden an der Kasseler Landstraße befunden.

Möbel neu aufzupolstern, leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit

Den Sofort-Zuschnitt von Kunststoff in mehr als 30 verschiedenen Qualitäten führt Aldabbour weiter. Er stellt Matratzen und Polster nach Kundenwunsch her, polstert ältere Sofa und Sessel neu auf. Für Polstermöbel von Herstellern wie Rolf Benz, Stressless oder De Sede gebe es eine große Auswahl an Soffen, Leder und Kunstleder, sagt der Handwerker. So leiste er einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Einen Teil der Arbeit nehme er mit nach Hause, wo ihm seine Frau helfe. Sie hätten mittlerweile drei Kinder.

Von Michael Caspar

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