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Regional Private Solaranlage wird immer lukrativer
Nachrichten Wirtschaft Regional Private Solaranlage wird immer lukrativer
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16:19 27.04.2017
Gerade fertiggestellt wurde die Solaranlage auf der Sparkassen-Arena in Göttingen. Quelle: R
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Göttingen

Stehen der Solarengie goldene Zeiten bevor? Die Entwicklung im Jahr 2016 läßt dies vermuten. Der weltweite Bau neuer Anlagen hat im vergangnen Jahr die Erwartungen deutlich übertroffen. Während die Investitionen in neue Solaranlagen in den vergangenen Jahren immer weitere Höhen erreichten, sank die Investitionssumme im vergangenen Jahr gegenüber 2015 um 34 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar. Dennoch sind die Zubauzahlen stark gestiegen – ein Zeichen dafür, dass die Kosten stark gesunken sind. Auch für 2017 erwarten Experten neue Rekorde. Die Kosten sinken so stark, dass sich die Solarleistung bis 2030 verzehnfachen könnte, kommt eine internationale Forschergruppe um das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und das US-amerikanische National Renewable Energy Laboratory (NREL) zum Schluss. Hatte man noch vor Jahren die Solarenergie fast abgeschrieben, schwenkt nun auch die Politik um. Der Tonfall ist geradzu begeistert. Laut einer Studie im Auftrag des niedersächsischen Umweltministeriums bestehen die größten Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien in Niedersachsen im Bereich der Solarenergie.
„Im Bereich Solarenergie sind wir stark engagiert“, sagt Dr. Gerd Rappenecker, Vorstand der Stadtwerke Göttingen. Solarenergie werde in Deutschland nach wie vor unterschätzt. "Wir tun gut daran das Feld zu beackern“, so Rappenecker. Denn längst sei der Solarstrom im Markt angekommen. Zu einer Solaranlage zu kommen ist denkbar einfach. Mit der Mietkauflösung der Stadtwerke können sich Eigenheimbesitzer eine Solaranlage aufs Dach setzen, auch wenn das nötige Kleingeld dafür fehlt. Die Modelle für die Miete sind variabel. „Nach 8 bis 12 Jahren Miete hat sich die Anlage armortisiert und geht in den Besitz des Hauseigentümer über“, erklärt Rappenecker. Grosses Potenzial haben vor allem Einfamilienhäuser und gewerbliche Anlagen. „Bei der Effizienz der heutigen Module lohnt sich eine Anlage auch dann, wenn das Dach keine reine Südausrichtung hat“, sagt Rappenecker. Heutzutage werden die Anlagen deshalb nicht auf maximale Grösse gebaut, sondern nach Verbrauch des Haushaltes. „Rund 35 Prozent des verbrauchten Stroms lassen sich durch Solarstrom heute ersetzen“, erläutert Rappenecker. Baut man grösser werde es nicht besser, weil man im Sommer häufig zu viel Strom produziere. „Mit Stromspeichern kann man das weiter verbessern“, so Rappenecker. Damit könne man bis zu zwei Drittel des verbrauchten Strom mit Solarstrom ersetzen. Die Stromspeicher werden zudem immer günstiger. „Wirtschaftlich sei diese Variante aber nach wie vor grenzwertig.“
„Viele Hausbesitzer scheuen sich trotzdem vor der Investition“, so Rappenecker. Dabei bieten die Stadtwerke eine „Rundum-sorglos-Paket“ an. Von der Instalation über den technischer Betrieb bis zur Wartung, alles übernehmen die Stadtwerke. Auch das Vertragliche sei laut Rappenecker schnell und einfach geregelt. Auch die Versorgungswerke Münden diese Solar-Energiedienstleistungen an.„Für eine stärkere Nutzung der Solarenergie braucht es aber Motivation, Aufklärung und qualifizierte Angebote“, sagt Doren Fragel. Die Geschäftsführerin der Energieagentur Göttingen hat jeden Tag mit Interessenten für Solarengie zu tun, die sich beraten lassen wollen. Die unabhängige und neutrale Solarberatung und das Solardachkataster der Energieagentur gibt hier für Hauseigentümer einen guten Einstieg in das Thema. Mithilfe eines Konfigurators kann man die Qualität der Solarenergie modellhaft darstellen. „Sehr viele Dächer in der Region Göttingen haben noch das Potenzial für Solaranlagen, denn in der Region Göttingen sind gerade einmal acht Prozent der zur Verfügung stehenden Potenziale ausgeschöpf“, sagt Fragel.

Von Berard Marcks

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Im Solardachkataster wurden bereits 641000 Dachflächen in Südniedersachsen auf die Eignung für Solarenergie geprüft. Monatlich greifen etwa 2000 Menschen auf das Solardachkataster zu, die dann wiederum meistens mehrfach das Portal nutzen. Themen sind die Prüfung der Eignung des eigenen Hausdaches, Angabe des eigenen Stromverbrauchs, um die geeigneteAnlagegröße zu konfigurieren, die Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Anlage sowie die Modellierung der Anlage auf dem eigenen Dach. Onfos unter www.solardachkataster-goettingen.de

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