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Regional Vorstandschef von B. Braun referiert an der PFH
Nachrichten Wirtschaft Regional Vorstandschef von B. Braun referiert an der PFH
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00:33 20.05.2018
Veranstaltung "PFH meets: Prof. Heinz-Walter Große,Vorsitzender des Vorstands der B. Braun Melsungen AG, referierte an der Privaten Hochschule (PFH) Göttingen. Quelle: Foto: Richter
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Göttingen

Große, vor 40 Jahren in das Melsunger Unternehmen eingestiegen, sprach am Mittwochabend auf Einladung der Privaten Hochschule PFH vor Studenten. Sein Thema: „B. Braun als Familienunternehmen erfolgreich im globalen Markt“. Wie erfolgreich, untermauerte Große mit einigen Zahlen: Für die erste Umsatzmilliarde, sagte der Vorstandsvorsitzende, habe B. Braun von seiner Gründung im Jahr 1839 bis 1989 genau 150 Jahre benötigt, für den Schritt auf zwei Milliarden gerade einmal weitere neun Jahre. Derzeit, so Große nicht ohne Stolz, dauert es bis zum nächsten Milliardenzuwachs etwa zwei bis zweieinhalb Jahre.

Das gehe nur durch Internationalisierung und damit Globalisierung: In 64 Ländern der Erde verfügt das Unternehmen über Standorte, größere weiße Flecken auf der Landkarte gibt es nur n den polen, in Grönland und in Afrika. In Deutschland betrage der Umsatz 1,2 Milliarden Euro, im restlichen Europa 2,2 Milliarden, auf dem amerikanischen Kontinent zwei Milliarden und in Asien 1,3 Milliarden, in Afrika hingegen nur 200 Millionen. Wenn bei einer Bevölkerung von 4,5 Milliarden Menschen in Asien dort der Umsatz nur geringfügig höher sei als in Deutschland mit seinen gut 80 Millionen Menschen, sagte Große, „ist klar, wo unsere Entwicklungschancen liegen“.

Selbst produzieren statt zukaufen

Internationalisierung sei ein Erfolgsfaktor, ein anderer das eigene Produzieren der von B. Braun vertriebenen medizintechnischen Produkte, statt sie zuzukaufen. In 26 Ländern weltweit, sagte Große, unterhalte sein Unternehmen eigene Produktionswerke. Und: „80 Prozent unseres Umsatzes machen wir dort, wo wir auch produzieren.“ Im Schnitt 47 Prozent der selbst hergestellten Waren produziere B. Braun für die jeweiligen lokalen Märkte.

Bei Ausschreibungen zeige sich zudem häufig, dass diejenigen Unternehmen im Vorteil seien, die über die Produktion direkt zu der Wertschöpfung in dem jeweiligen Land beitrügen. Auch die etwa 7000 B. Braun-Mitarbeiter in den USA seien vorwiegend in der Produktion tätig.

„Mit Freihandel hat das nichts mehr zu tun“

Nur etwa 30 Prozent der Produkte dort würden importiert, erklärte Große. Dennoch würden die von den USA geplanten Strafzölle das Unternehmen stark belasten, sollte B. Braun solchen Zöllen unterworfen werden. Große: „Das wären etwa 50 Millionen Euro. Mit Freihandel hat das nichts mehr zu tun.“ Auch der derzeit schwache Dollar wirke sich negativ aus: Während die Firma in anderen Regionen derzeit um durchschnittlich sechs Prozent wachse, herrsche in der Eurozone Nullwachstum.

Gut aufgestellt fühle sich das Unternehmen auch, weil das Eigenkapital das aufgenommene Kapital deutlich überschreite. Damit habe man bei den Banken einen guten Stand. Außerdem investiere B. Braun in großem Umfang. So sei das Investitionsvolumen von 807 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 969 Millionen im vergangenen Jahr gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren habe seine Firma weltweit etwa 4,5 Milliarden Euro investiert. Sehr positiv habe sich auch ausgewirkt, dass die Firmenleitung frühzeitig, nämlich schon in den früheren 1980er Jahren, die Möglichkeiten des Einsatzes von Computern erkannt und genutzt habe.

Für den Erfolg des Familienunternehmens B. Braun, führte Große weiter aus, seien aber auch eher weiche Faktoren ausschlaggebend. „Sie glauben ja gar nicht,“ erklärte der Vorstandschef den Studenten: wie Sie Mitarbeiter motivieren können, wenn Sie sie loben.“ Seine Überzeugung: „Nur wer lobt, hat auch das Recht zu kritisieren.“

Von Matthias Heinzel

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