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Rebscher fordert Beitragsautonomie

Interview Rebscher fordert Beitragsautonomie

Zweimal im Jahr treffen sich die Führungskräfte der DAK, immer an einem anderen Ort. Jetzt waren 50 Manager in Göttingen, auch der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse, Prof. Herbert Rebscher. Mit dem DAK-Chef sprachen Hanne-Dore Schumacher und Christiane Böhm.

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Herbert Rebscher: Kein Freund des Gesundheitsfonds.

Quelle: Christina Hinzmann

Es war eher ein Zufall, dass das DAK-Präsidium Göttingen als Tagungsort wählte. Ein lohnender Besuch sei es allemal gewesen, befand die Führungsriege am Donnerstag. So konnte Rebscher, der seit 1. Oktober 2003 im Vorstand der Krankenkasse tätig ist, das Regionalzentrum Göttingen an neuem Standort in der Heinrich-von-Stephan-Straße begutachten. Regionalzentrum, Vertrieb und Servicecenter sind in der Otto-Bock-Immobilie am Bahnhof  nun unter einem Dach. Die neue Struktur der insgeamt 46 deutschen Regionalzentren der DAK war denn auch eines der Themen des zweitägigen Treffens im Hotel Freizeit In. 

Dass der DAK-Chef kein Freund des Gesundheitsfonds ist, ist hinlänglich bekannt. Im Gespräch mit dem Tageblatt machte er noch einmal deutlich, warum. Für alle gesetzlichen Krankenkassen gelte: 20 Prozent der Patienten brauchten 80 Prozent der Leistungen, davon wiederum 75 Prozent in den letzten drei Jahren vor dem Tod. Der Fonds löse die Frage aus: „Was können wir uns noch leisten?“ Risikoselektion? 

Das Prämiensystem, das zwingend kommen müsse (der  Gesundheitsfonds deckt nur 95 Prozent der Leistungen für die gesetzlichen Kassen ab) mache das Problem offensichtlich. Rund 8 Milliarden Euro fehlten im Topf. Rebschers Befürchtung: „Hier geht es echt um die Versorung einer älter werdenden Gesellschaft.“ Gleichzeitig setze die Politik auf ein Modell, das einen staatlichen Einheitspreis suggeriere. Welche Kasse schlage die Zusatzprämie von 5 bis 10 Euro als erste auf den den einheitlichen Beitrag (ab Juli 14,9%)? Für Rebscher ist klar: „Diese Kasse wird brutal vom Markt abgestraft.“ 

Infrastruktur erhalten

Die DAK, die an ihrem Geschäftsstellennetz keine Abstriche vornehmen wolle und vor allem auch für behinderte Menschen und chronisch Kranke die Infrastruktur der 900 Service- und Regionalzentren aufrecht erhalte, wird es jedenfalls nicht sein. „Wir werden 2009 keine Zusatzprämie erheben“, stellte Rebscher in Göttingen klar.  Um die Bundestagswahl schadlos zu überleben, gewähre die Politik für eventuelle Ausfälle der Kassen Darlehen, deren Rückzahlung zunächst auf 2010, dann auf 2011 datiert worden seien. Eine verlässliche Prognose könne aufgrund der Wahl, aber auch durch die unkalkulierbaren Folgen der Wirtschaftskrise von niemandem gegeben werden. Das von Rebscher favorisierte Kassenmodell lehnt sich an das Modell vor dem Gesundheitsfonds an. Dabei müsse die GKV jedoch von Aufgaben entlastet werden, die mit Krankheit nichts zu tun hätten (Mutterschaft, Hartz IV…). Zudem müssten die Kassen wieder die Beitragsautonomie erhalten.

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