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Regional Regulatorik bringt zahlreiche Herausforderungen
Nachrichten Wirtschaft Regional Regulatorik bringt zahlreiche Herausforderungen
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00:25 17.03.2018
Quelle: Fotolia
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Göttingen

Seit Januar müssen Finanzinstitute strengere Richtlinien bei Geschäften mit Wertpapieren erfüllen. Die neue Vorschrift hört auf die Abkürzung Mifid II. Markets in Financial Instruments Directive heißt die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente im Original. Mit mehr als 7000 Seiten ist die Richtlinie mehr als viermal so lang wie Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“. Zudem ist sie auch nicht so leicht verständlich wie der Klassiker der Fantasy-Literatur.

Gut zwei Monate sind die Regelungen in Kraft, und die erste Zwischenbilanz ist nach anfänglichen Problemen eher verhalten, ist aus der Branche zu vernehmen. Unmut gebe es vor allem deswegen, weil Kunden ihre Wertpapierorders nicht ausgeführt bekamen, weil beispielsweise die geforderten Zielmarktbestimmungen oder Kosteninformationen noch fehlten. Problematisch sei auch, dass Banken teilweise - wegen der Aufzeichnungspflicht - keine telefonische Orderannahme mehr anbieten und Kunden darauf verweisen, Orders online aufzugeben. Hierdurch fühlen sich dann vor allem Kunden ohne Internetzugang benachteiligt. Allgemein tauchten Stichworte wie überbordende Bürokratie und Bevormundung auf.

Das oberste Ziel von Mifid II ist ein besserer Anlegerschutz

In Kraft getreten sind die Mifid-II-Regelungen, weil sie die Funktionsweise und Transparenz der Finanzmärkte verbessern sollen. Das oberste Ziel von Mifid II ist ein besserer Anlegerschutz – dabei ist neu:

- Hersteller von Finanzprodukten müssen vorab festlegen, für welche Kunden das Produkt sein soll (Zielmarktbestimmung).

- Banken müssen Kunden bei der Beratung eine Geeignetheitserklärung aushändigen. Darin erläutert der Berater, wie er die Beratung auf die Präferenzen und Anlageziele des Kunden abgestimmt hat.

- Banken müssen ihren Kunden vorab Informationen zu sämtlichen Kosten des Finanzprodukts zur Verfügung stellen.

- Sämtliche Telefongespräche mit Bezug zu einer Wertpapierorder müssen aufgezeichnet werden.

„Wir wünschen uns insbesondere einen Verbraucherschutz mit Augenmaß“, schrieb Mang mit Blick auf den steigenden Regulierungsdruck. Seine Sorge: Schon jetzt würden zivilrechtliche Unwägbarkeiten und umfangreiche Dokumentations- und Meldepflichten für die Institute zunehmende Rechtsunsicherheit und relevante betriebswirtschaftliche Fixkosten verursachen. 2018 werde die nach wie vor hohe Taktung neuer bürokratischer Anforderungen die Sparkassen viel Kraft kosten. „Die Sparkassen werden deshalb noch mal verstärkt für eine grundsätzlich angemessenere bankfachliche Regulierung werben“, so Mang zu Jahresbeginn.

Branche sieht nächste Regulierungswelle auf sich zurollen

Und mit Basel IV sieht die Branche die nächste Regulierungswelle auf sich zurollen. Der Begriff steht für eine drohende weitere Verschärfung der globalen Bankenregeln. Im Dezember hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) dieses Paket zur Reform des regulatorischen Rahmens für Banken beschlossen. Das Ziel des Ausschusses ist es, den Kapitalrahmen des Bankensystems zu stärken und das Vertrauen in das System zu erhöhen. Im Zentrum stehen neue Standards, nach denen Banken ihre Kapitalanforderungen berechnen müssen. Sie sollen die Zahlen verschiedener Institute weltweit vergleichbarer machen. Die Branche hat aber noch Zeit, sich darauf vorzubereiten: Der Basler Ausschuss sieht vor, die neuen Vorschriften binnen neun Jahren umzusetzen. Die fünfjährige Einführungsphase würde am 1. Januar 2022 beginnen. Vollständig greifen würde Basel IV dann ab dem 1. Januar 2027.

Bisher erschienen:

Unsere Sparkassen im Landkreis. Teil eins der Tageblatt-Serie „Status Quo“ und der zweite Tel zum Thema Niedrigzinsen.

Von Mark Bambey

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