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Regional Rollstuhl-Sparte von Ottobock streicht 40 Stellen
Nachrichten Wirtschaft Regional Rollstuhl-Sparte von Ottobock streicht 40 Stellen
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01:28 02.06.2018
Ralf Theisen, Thomas Tredup und Christian Stenske (v.l.) berichten in Königsee von den betriebsbedingten Kündigungen und den Umstrukturierungen bei der Human Mobility. Quelle: Mark Bambey
Königssee

„Wir können mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden sein. Nachdem Hans Georg Näder im April 2017 Einschnitte angemahnt hatte, herrscht nun Klarheit. Es ist sogar ein wenig Ruhe im Betrieb eingekehrt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrates Thomas Tredup. Zusätzlich zu den gekündigten Mitarbeitern verlassen bis Ende 2018 zwölf weitere Angestellte das Unternehmen durch Abfindungs- und Vorruhestandsregelungen. Die Anzahl der Belegschaft in Königsee soll von 265 auf 220 bis 210 sinken.

Nahziel ist die schwarze Null

„Nahziel ist es, nach zuletzt verlustreichen Jahren bis Ende 2018 eine schwarze Null zu schaffen“, sagte Christian Stenske. Der Chef der Business Unit Human Mobility hat die Vorgabe bekommen, ab 2022 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abgaben (EBITDA) von 10 Prozent zu erwirtschaften.

Um die zwingend erforderliche Steigerung der Rentabilität zu erreichen, wurden zudem die verlustbringenden Standorte in Schweden und den USA geschlossen. Zudem wurde das Portfolio von 120 Produkten auf 90 gestrafft, der Produktionsprozess optimiert und der Einkauf verbessert, berichtete Ralf Theisen. Der Geschäftsführer des Standortes Königsee sprach zudem von einer guten Auftragslage. Künftig werde die Human Mobility ausschließlich auf hochwertige Modelle setzen.

„Auftragslage ist in der Tat riesig“

„Die Auftragslage ist in der Tat riesig. Es ist allerdings auch schwierig zu vermitteln, dass zahlreiche Aufträge vorliegen, viele Kollegen aber dennoch gehen müssen. Das ergibt sich aber aus den veränderten Prozessen“, sagte Stenske.

„Verlust in zweistelliger Millionen-Höhe“

In den vergangenen Jahren sei die Sparte stark auf Wachstum getrimmt gewesen. Der Umsatz stieg von 60 auf mehr als 120 Millionen Euro. Dieser solle nun bei etwa 100 Millionen Euro stabilisiert werden. Dem Bereich Rollstühle und Reha-Hilfsmitteln ist es in den vergangenen zehn Jahren jedoch nicht gelungen, in die Gewinnzone zu gelangen. Im Geschäftsjahr 2017 musste die Sparte sogar „einen Verlust in zweistelliger Millionen-Höhe ausweisen“, sagte Stenske.

„Weiterer Aderlass ist nicht geplant“

In den vergangenen sechs bis acht Monaten sei intensiv daran gearbeitet worden, „die Blutung zu stoppen. Dies ist uns auch gelungen“, formulierte Theisen in Bezug auf die Verlustrechnung bildhaft. Stenske nahm das Bild auf und betonte, dass durch die bisher vorgenommenen Umstrukturierungsprozesse nun kein Geld mehr aus dem Unternehmen fließe und deswegen die schwarze Null als realistisches Ziel für das aktuelle Geschäftsjahr 2018 realisiert werden könne. „Ein weiterer Aderlass ist nicht geplant“, betonte Stenske.

Hoffnungsträger heißen Avantgarde, Juvo (Elektro) und Zenit

Ein wesentliches Rentabilitätsproblem sei gewesen, dass in den verschiedenen Rollstühlen zu wenige gleiche Teile verbaut worden seien. „Das ähnelte bisweilen eher einer Manufaktur. Wir werden nun Baugruppen produzieren. Vorbild sind die Automobilkonzerne. Auf einer Plattform bauen mehrere Modelle auf“, sagte Theisen. Für mehr als einen Hoffnungsschimmer sollen die drei Modelle Avantgarde, Juvo (Elektro) und Zenit sorgen. Besonders das letztgenannte habe aufgrund seiner Falttechnik enormes Potenzial.

Von Mark Bambey

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