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Regional Rückenprobleme, Depression und Erkältung
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16:48 05.02.2018
Die häufigste Ursache für Fehltage im vergangenen Jahr: Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, zu denen insbesondere Rückenprobleme zählen. Quelle: Foto: dpa
Göttingen

Die häufigste Ursache für Fehltage sind im vergangenen Jahr Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems gewesen. Dazu zählen insbesondere Rückenprobleme. Die Barmer verzeichnete bei diesem Krankheitsbild in Stadt und Landkreis Göttingen 4,2 Fehltage pro erwerbstätigen Versicherten, die DAK in Niedersachsen 3,5 und die Techniker dort 3,1 Fehltage. Die Zahlen der AOK liegen noch nicht vor.

An zweiter Stelle standen die psychischen Erkrankungen, zu denen etwa Depressionen gehören. „Sie haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen“, berichtet Carsten Sievers, Pressesprecher der AOK Niedersachsen. Aufgrund der gewachsenen gesellschaftlichen Akzeptanz ließen sich mehr Menschen behandeln. Die Barmer registrierte in diesem Bereich in Göttingen 3,8 Ausfalltage pro erwerbstätigen Versicherten, die Techniker in Niedersachsen 2,8, die DAK ebendort 2,6 Ausfalltage.

„Bei psychischen Erkrankungen und Rückenproblemen ist die Dauer der Krankschreibung länger als bei den – dafür häufigeren – Atemwegserkrankungen“, führt Michael Erdmann, Pressesprecher der AOK Niedersachsen. Sie stehen bei Krankschreibungen an dritter Stelle. 2017 ließ eine Grippewelle bei den DAK-Versicherten in Niedersachsen die Zahl der Fehltage in diesem Bereich im Vergleich zu 2016 um knapp zehn Prozent in die Höhe schießen, berichtet Dirk Vennekold, der Leiter der DAK-Landesvertretung. Bei der Techniker betrug die Zahl der Fehltage pro erwerbstätigen Versicherten in Niedersachsen bei diesem Krankheitsbild 2,3 (+0,4 Prozent), bei der Barmer in Göttingen 2,5 (+1,5 Prozent). „Ein Erwachsener erkrankt durchschnittlich viermal im Jahr an einer Atemwegserkrankung, Kinder sogar bis zu zehnmal“, weiß Vennekold.

Häufigste Todesursachen: Herz-Kreislauf-Krankheiten und Tumore

„Die viertwichtigste Krankheitsursache sind Verletzungen und Vergiftungen, die sich Versicherte in ihrer Freizeit – etwa beim Putzen der Fenster oder beim Verzehr selbst gesammelter Pilze – zugezogen haben“, berichtet Sönke Krohn, der Pressesprecher der DAK Niedersachsen. Arbeitsunfälle würden dagegen über die Berufsgenossenschaften abgerechnet. Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Tumore, die die häufigsten Todesursachen seien, spielten bei Krankschreibungen dagegen eine untergeordnete Rolle. Sie häuften sich in einem Alter, wo die Menschen nicht mehr arbeiteten.

Den höchsten Krankenstand wiesen 2016 die Versicherten der AOK auf. In Göttingen lag der Krankenstand bei ihnen bei 5,8 Prozent (Vorjahr: 5,9 Prozent). Das bedeutet, dass von 1000 Berufstätigen täglich 58 krankgeschrieben waren. Bei der Barmer belief sich der Krankenstand 2017 in Göttingen auf 5,1, bei der Techniker in Niedersachsen, auf 4,4 Prozent (2016: 4,4 Prozent). Bei der DAK stieg er nicht zuletzt aufgrund der Grippewelle auf 4,2 Prozent (2016: 3,9 Prozent).

Die Göttinger Versicherten der AOK waren 2016 an 21,1 Tagen krankgeschrieben, die der Barmer 2017 an 18,6 Tagen. Bei der Techniker fielen Versicherte in Niedersachsen an 15,9 Tagen aus. Bei der AOK in Göttingen waren 59,9 Prozent wenigstens einmal im Laufe des Jahres krank geschrieben, bei der DAK 50 Prozent.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Um Mitgliedern dabei zu helfen, sich gesund zu halten, bieten Krankenversicherungen Präventionskurse an. Maßnahmen gegen die häufigsten Krankheitsursachen werden zudem im Zuge des Betrieblichen Gesundheitsmanagement ergriffen. So untersuchen Fachleute die Arbeitsplätze unter ergonomischen Gesichtspunkten, was Ausfälle aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen mindert. Es gibt Rückenschultrainings. Kurse zur Raucherentwöhnung senken das Risiko von Atemwegserkrankungen. In den Betrieben bereitgestelltes Obst und Gemüse stärkt die Abwehrkräfte, wirkt aber auch Problemen aufgrund zu fettiger oder zu süßer Ernährung entgegen. Gegen Erkältungen hilft eine Grippeimpfung. „Prävention verringert zudem Krankenhausaufenthalte, den mit Abstand größten Kostenblock“, sagt Sievers von der AOK.

Von Michael Caspar

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