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Ruhstrat hat Göttingen elektrifiziert

Familienunternehmen Ruhstrat hat Göttingen elektrifiziert

Es war ein Sonntag, an dem die Brüder Ernst und Adolf Ruhstrat die Gründungsurkunde für ihre Firma unterschrieben – der 1. April 1888. „Damals wurde nach dem Kirchgang noch gearbeitet“, weiß Andrea Ruhstrat aus Berichten ihrer Vorfahren.

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Geschäftsführer und Inhaber der Ruhstrat-Firmengruppe in Göttingen: Steven, Daniela und Andrea Ruhstrat (von links).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. In einer kleinen Werkstatt im Elternhaus in der Langen Geismarstraße 74 mit einem Lehrling und einer Hilfskraft begann die 125-jährige Firmengeschichte.

Die „Anlage von Telephonen, elektrische Haus-Telegraphen und Läutewerke, Besicherungen, Feuermelder, Alarmapparate und Blitzableiter“ in „geschmackvoller und solider Ausführung“ priesen die Gebrüder Ruhstrat in der Zeitungswerbung an. Die Söhne des Stadtphysikus’ Wilhelm Adolf Conrad Ruhstrat hatten nicht die medizinische Laufbahn des Vaters eingeschlagen, sie wurden Ingenieur (Ernst) und Kaufmann (Adolf).

Mit ihrer Unternehmensidee trafen sie ins Schwarze. „Man könnte jeden Tag etwas Neues erfinden“, habe Ernst Ruhstrat damals gesagt, und die Brüder ließen den Worten Taten folgen. „Wir haben die Stadt elektrifiziert“, beschreibt Andrea Ruhstrat die Arbeit ihres Großvaters Adolf und dessen Bruder.

Sie erkannten die Zukunft der Elektrizität und gründeten 1920 die Elektroschaltwerke AG. Bereits 1911 hatte das Unternehmen das erste Göttinger Stahlbaukonstruktionsgebäude in der Langen Geismarstraße bezogen.

Ernst-August und Adolf Ruhstrat

Mit elektrischen Blockstationen, die Privathäuser und Geschäfte mit einer Spannung von 120 Volt versorgten, habe die Göttinger Elektrifizierung begonnen. In Zusammenarbeit mit der Universität seien die ersten drahtgewickelten Regulierwiderstände und der erste Hochtemperaturofen sowie Schalttafeln entwickelt worden.

Mit ihren elektrischen Widerständen machten sich die Göttinger einen Namen, der Export wurde kräftig angekurbelt.

Nach dem Tod der Firmengründer übernahmen Ernst-August und Adolf Ruhstrat (Söhne von Ernst) die Unternehmensleitung. Beide waren leidenschaftliche Automobil-Rennfahrer. Adolf trat im Bob-Team bei den Olympischen Spielen 1936 an. 1927 gründeten sie die Autovertriebsgesellschaft Ruhstrat, 1932 errichteten sie die erste Großgarage Niedersachsens mit 24-Stunden-Service, mit Werkstatt und Tankstelle.

In die Fertigung des Unternehmens wurden Galvanometer und Messbrücken aufgenommen. Während des Zweiten Weltkriegs lief die Produktion weiter, wurden kleine Elektrogeräte wie Kochplatten, auch von Zwangsarbeitern, gefertigt. Ein gravierender Einschnitt erfolgte 1956, als sich die beruflichen Wege der Brüder trennten.

Das Unternehmen wurde geteilt: Ernst-August führte die Bereiche Widerstände, Transformatoren, Sicherheitsbeleuchtung und Hochtemperaturöfen im am 10. Oktober 1959 bezogenen Firmensitz in Lenglern fort. Heute ist die Ruhstrat GmbH eine 100-prozentige Tochter der Eisenmann-Gruppe mit Sitz in Bovenden.

Andrea Ruhstrat hält 100 Prozent der Firmenanteile

Adolf Ruhstrat führte das Werk Am Leinekanal fort, wohin die Zentrale inzwischen verlegt worden war. Zum Leistungsprogramm seines Betriebes, der heutigen Ruhstrat Haus- und Versorgungstechnik GmbH, gehörten Elektroinstallationen aller Art, Blitzschutz, Freileitungsbau, Straßenbeleuchtung, Hochspannungsanlagen, Industrieverdrahtungen, Schaltanlagen und Stromversorgungssysteme, ab 1958 auch Heizungs- und Sanitärinstallationen.

Nach dem Tod von Adolf Ruhstrat (1961) und dem seines Sohnes Axel (1963), nach fünf Jahren Fremdgeschäftsführung kam Tochter Andrea Ruhstrat im Alter von 25 Jahren am 1. August 1969 ins Unternehmen, ein Jahr später übernahm die gelernte Industriekauffrau die alleinige Geschäftsführung.

Unter ihrer Leitung kam 1972 der Bereich Lüftung/Klima dazu, wurde der Firmensitz in die Adolf-Hoyer-Straße verlegt und 1997 das Ruhstrat Zentrum für Sicherheit – ZfS gegründet.

Mit Steven Ruhstrat, dem Enkel von Ernst-August, kam 1993 die vierte Generation ins Unterhnehmen. Der US-Amerikaner und Adoptivsohn von Andrea Ruhstrat hält heute 100 Prozent der Firmenanteile. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniela (verantwortlich für Personal und Marketing) ist er auch Inhaber und Geschäftsführer der Ruhstrat Facility Management GmbH.

Die Firmengruppe Ruhstrat beschäftigt 200 Mitarbeiter, setzt 18 Mio. Euro um und bildet 44 junge Leute in sechs verschiedenen Berufen aus.

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