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Schmidts Klauenreiniger ersetzt die Wanne

Fachmesse „Eurotier 2012“ Schmidts Klauenreiniger ersetzt die Wanne

17 Prozent der deutschen Landwirte erwarten, dass ihr Betrieb in zehn Jahren nicht mehr als Vollerwerbsbetrieb existieren wird. In Frankreich sieht sogar jeder dritte Hofbetreiber keine Zukunft mehr für sich. Das sind Zahlen einer repräsentativen Umfrage unter 3100 Landwirten aus sechs Ländern, die die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft zu Beginn der weltweit größten Messe für landwirtschaftliche Tierhaltung „Eurotier 2012“ in Hannover vorstellte.

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Viel bestauntes Objekt auf der Messe „Eurotier“: der automatische Klauenreiniger von Udo Schmidt aus Eberhausen.

Quelle: Göres

Hannover. Bis zum heutigen Freitag präsentieren dort 2445 Aussteller aus 51 Ländern ihre Produkte, darunter auch Firmen und Verbände aus Südniedersachsen. Einen automatischen Klauenreiniger hat der Landmaschinenmechanikermeister Udo Schmidt aus Eberhausen vor Jahren entwickelt. In Hannover präsentiert die fünf Mitarbeiter zählende Huf & Klaue Vertriebsgesellschaft mbH nun eine verbesserte Version, bei der die Klauen der Kühe bei Betreten der Bürstenfläche automatisch mit einem Desinfektionsmittel besprüht werden.

„Unsere patentierte Anlage kostet wie bisher 25 000 Euro, und es gibt jetzt einen zusätzlichen Nutzen. Die Nachfrage ist gut, ich bin erstaunt über die vielen gezielten Anfragen“, sagt Schmidt. Eine Anlage, die nach seinen Angaben zur Gesundheit der Tiere beiträgt und Wasser sowie Desinfektionsmittel spart, die bei den sonst eingesetzten Klauenwannen in größeren Mengen nötig sind.

Alle Hände voll zu tun hat Ellen Knips von der Geoinformationsdienst GmbH aus Rosdorf, die unter anderem Software ab 8000 Euro aufwärts für das Wiegen von Stoffen in Biogasanlagen anbietet. In Deutschland gibt es mehr als 7000 Biogasanlagen, in allen anderen europäischen Ländern höchstens 1000. Nach Jahren des Booms sind in diesem Jahr erstmals deutlich weniger neue Anlagen in Deutschland in Betrieb genommen worden.

„Davon merken wir aber nichts, denn zu uns kommen vor allem Landwirte und sonstige Betreiber, die mit ihrer alten Software nicht zufrieden sind und bessere Lösungen suchen“, sagt die Kundenbetreuerin und ergänzt: „Wir sind mit dem Messebesuch sehr zufrieden.“ 23 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer Mio. Euro. Tendenz stabil.

„Wenn es nicht so viele Biogasanlagen gäbe, würden noch mehr Landwirte Milch produzieren und der Preis dadurch weiter unter Druck geraten“, sagt Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Milcherzeugergemeinschaft Milch Board (MEG) mit Sitz in Göttingen. In ihr sind 18 000 der insgesamt 85 000 Milchhöfe zusammengeschlossen, die ihre Interessen gegenüber den rund 100 Molkereien vertreten.

Die MEG sieht den derzeit steigenden Milchpreis mit Skepsis. „Der Preis steigt wegen der Knappheit auf dem Weltmarkt, aber eine Prognose ist schwierig. Die Abhängigkeit vom Weltmarkt ist zu groß“, sagt Guhl. Auch die Aufhebung der EU-Milchquoten im Jahr 2015 bereitet ihm Sorgen. „Die Genossenschaften garantieren den Milchbauern die Abnahme ihrer kompletten Milch. Das kann katastrophale Folgen für den Preis haben, wenn die Produktion ausgeweitet wird.“ Das sei vielen Landwirten nicht klar.

Für Gerald Wehde, Pressesprecher bei Bioland, einem der größten Anbieter von Lebensmitteln in Bio-Qualität, ist die sinkende Zahl der derzeit noch rund 300 000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland keine Überraschung: „Bäuerliche Betriebe stehen vor der Entscheidung, ob sie aufgeben, in die Massentierhaltung mit mehr als 3000 Tieren einsteigen oder auf Bio-Standard umstellen. Wir werben auf der Eurotier für letzteres. Doch es ist nicht einfach, Bauern davon zu überzeugen.“

Laut Wehde liegt der Anteil des in Deutschland verkauften Bio-Fleisches bei einem Prozent. Gerade gegenüber dem in Massentierhaltung unter Einsatz von großen Mengen von Antibiotika billig erzeugten Geflügel- und Schweinefleisch gebe es einen großen Preisunterschied. „In Deutschland wird doppelt so viel Fleisch gegessen wie ernährungsphysiologisch empfohlen. Die Folgekosten für die Umwelt und die Gesundheit gehen in die Milliarden. Sinnvoll wäre es, halb so viel Fleisch zu essen und das dafür in besserer Qualität.“

Von Joachim Göres

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Reinigungsmaschine für Pferde
Hat keine Angst vor maschineller Reinigung: Walach Horst mit Marlene Klein und Erfinder Udo Schmidt (l.).

Horst ist ganz die Ruhe. Ohne großes Gewieher marschiert er über die rotierenden Bürsten, lässt sich die Hufe reinigen und desinfizieren. Horst ist ein umgänglicher Wallach und gehört zu den Pferden, die den automatischen Huf- und Klauenreiniger der Eberhäuser Firma Schmidt testen.

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