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Regional Altersvorsorge statt Weihnachtsgeschenke
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16:55 22.12.2016
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Göttingen

Nur 56 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland bekommen die tarifliche Sonderzahlung, die auch als Weihnachtsgeld bekannt ist. Das hat eine Online-Umfrage der Internetseite lohnspiegel.de ergeben. Männer erhalten sie demnach häufiger als Frauen, Beschäftigte in Westdeutschland eher als solche in den neuen Bundesländern, Gewerkschaftsmitglieder häufiger als Nichtmitglieder. Fast Dreiviertel der Beschäftigten, die nach Tarif bezahlt werden, bekommen Weihnachtsgeld.

Abweichende Regelungen sind nur bei sehr wenigen, wirtschaftlich angeschlagenen Betrieben in Südniedersachsen beschlossen worden", sagt Martin Zaffke von der Industriegewerkschaft Metall Süd-Niedersachsen-Harz. In solchen Fällen verzichteten Arbeitnehmer auf einen Teil des Weihnachtsgeldes. Der Arbeitgeber schließe im Gegenzug betriebsbedingte Kündigungen aus. Bei der Supermarktkette Real sei ein solcher Verzicht bis einschließlich 2018 Teil eines Zukunftstarifvertrages, weiß Agnieszka Zimowska vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Göttingen.

Einen „traurigen Anblick“ bieten nach Darstellung der Gewerkschaftssekretärin die Lohnzettel von 1000 ausgegliederten Beschäftigten der Tochterunternehmen von Universität und Universitätsmedizin Göttingen. Während die Stammbelegschaft des größten Arbeitgebers der Region schon in den niedrigsten Entgeltstufen, etwa Reinigung und Gastronomie, Jahressonderzahlungen von mindestens 90 Prozent der monatlichen Bruttolohns erhielten, orientierten sich die Zahlungen bei den in die Service Klinik GmbH ausgegliederten Beschäftigten am Mindeslohnniveau des Baugewerbes. So kämen die Gastromitarbeiter auf durchschnittlich 200 Euro. Viele selbstständige Edeka- und Rewe-Märkte gewähren nach Informationen der Gewerkschaftssekretärin kein Weihnachtsgeld oder stellten auf Gutscheine um, die im Laden eingelöst werden könnten.

Im Bauhandwerk versuchten dagegen Arbeitgeber bei den raren Fachkräften mit Bezahlung nach Tarif zu punkten, betont Höltkemeier. Neugegründete Betriebe in diesem Bereich lernten in der Regel schnell den Wert von Tarifverträgen schätzen.

"Nicht wenige Arbeitnehmer nutzen das Weihnachtsgeld zum Abbau von Schulden und offenen Rechnungen", berichtet Zaffke. Ähnliches beobachtet auch Zimowska vom DGB. Cornelia Höltkemeier, die Geschäftsführerin der Landesvereinigung Bauwirtschaft, rät mit Blick auf das 13. Monatsgehalt, nicht nur an den Konsum zu denken, sondern auch an die Altersvorsorge.

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