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Regional Silicon Image verlässt Hannover
Nachrichten Wirtschaft Regional Silicon Image verlässt Hannover
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19:14 27.10.2009
Von Helmuth Klausing
Silicon Image in Marienwerder: Nach 19 Jahren gehen beim Sican-Nachfolger wohl endgültig die Lichter aus. Quelle: Uwe Dillenberg

Die Umsätze hatten sich konzernweit im dritten Quartal auf umgerechnet nur noch 25 Millionen Euro mehr als halbiert. Dem will der Konzern mit einem Abbau von Arbeitsplätzen begegnen, womöglich soll auch das Produktangebot gestrafft werden. In Hannover entwickeln die hoch qualifizierten Ingenieure gerade die nächste Generation der HDMI-Anschlüsse, mit denen bewegte Bilder in hochauflösender Qualität zwischen Fernsehgerät, DVD-Spieler und PC per Kabel übertragen werden.

Silicon Image habe bereits Mitte des Jahres von 80 geplanten Kündigungen gesprochen, berichtete Betriebsratsvorsitzender Ingolf Schröder in Marienwerder. 30 Mitarbeiter seien dann in den USA entlassen worden. Also habe man sich hierzulande notgedrungen schon auf bis zu 50 Entlassungen innerlich eingestellt. „Dass es Kündigungen geben würde, dass hätte uns nicht überrascht“, sagte Schröder.

Als dann aber US-Geschäftsführer Edward Lopez, der eigens nach Hannover gereist war, bei der am Freitag angesetzten Betriebsversammlung gleich die Schließung des gesamten Standorts mitsamt der deutlich kleineren Ableger in Hittfeld und Braunschweig bekannt gab, war das Entsetzen groß. „Damit hatte keiner gerechnet“, sagte Schröder. Am Dienstag begannen die Beratungen um einen Interessenausgleich und Sozialplan.

Der Betriebsratsvorsitzende kennt die Geschichte des hannoverschen Standorts mit dem Auf und Ab aus eigenem Erleben. 1991, ein Jahr nach der Gründung, kam er zur Vorgängerfirma Sican. Als Hightech-Hoffnung und „Mikroelektronikzentrum“ förderte die niedersächsische Landesregierung das Werk über zehn Jahre mit zusammen rund 130 Millionen Euro – hohe Investitionen, die oft in der Kritik standen. Der damalige Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) rechtfertigte die Ausgaben im Jahr 2000 damit, dass Sican 2000 Fachkräfte ausgebildet und den Hightech-Konzern Infineon angelockt habe.

Die Siemens-Halbleitertochter übernahm Sican im selben Jahr und nannte die Sparte fortan Sci-Worx. Schier grenzenloses Wachstum im Chipmarkt schien bei Infineon damals programmiert. Dass es dann doch anders kam und der Halbleitermarkt weltweit in die Krise schlitterte, führte im Januar 2007 zum Verkauf von Sci-Worx an den US-Konzern Silicon Image. Schon damals hatte der Standort einen starken Personalabbau hinter sich, der weitergehen sollte.

Bei Sican habe man noch 400 Mitarbeiter gehabt, erinnert sich Schröder. Heute sind es noch 150. Trotz aller Höhen und Tiefen sei es aber immer weitergegangen. „Wir hatten uns schon einen Ruf als Stehaufmännchen erworben“, sagt Schröder. „Aber jetzt ist es zu Ende.“

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