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Sparkasse Göttingen will Eigenkapital weiter stärken

Basel III und schwarze Schwäne Sparkasse Göttingen will Eigenkapital weiter stärken

Es gibt sie, die schwarzen Schwäne. Das weiß der Wissenschaftler und Autor Nassim Nicholas Taleb. In seinen Aufsätzen sind es Zufallsereignisse mit großer Auswirkung, die häufig von den Menschen ignoriert werden. Nicht so von Rainer Hald.

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Vorstände mit Marketingleiter: Frank Sickora, André Schüller, Rainer Hald und Jörg Sebode (von links).

Quelle: Vetter

Göttingen. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Göttingen will die Bank auf alle Eventualitäten vorbereiten, will „die Kriegskassen füllen“ – auch wegen Talebs schwarzer Schwäne.

Hald sieht die Entwicklung im Euroraum mit Sorge, daran ließ er auf der gestrigen Bilanz-Pressekonferenz keine Zweifel. Doch die Sparkasse habe mit rund 25 Mio. Euro „wieder ein gutes operatives Betriebsergebnis“ erzielt, erfuhren die Pressevertreter. Vom Jahresüberschuss, dessen Höhe noch nicht exakt feststeht, wollen die Banker reichlich ins Eigenkapital transferieren.

Die Bilanzsumme lag zum Jahresende 2012 mit 2,72 Mrd. Euro 1 Prozent unter der Vorjahreshöhe. Zu wenig, bedauerte Hald hinsichtlich der Reduzierung. Alle Banken plage bei steigenden Eigenkapitalanforderungen (Basel III) die Sorge: „Wie kann ich mein Eigenkapital schonen?“ Ein Weg ist bei Reduzierung der Bilanzsumme die Konzentration auf den eigenen Markt.

„2012 war das Jahr der Immobilie“

Das habe die Sparkasse im vergangenen Jahr beherzigt. Das Kundenkreditvolumen liege trotz Tilgung von 330 Mio. Euro bei rund 2,25 Mrd. Euro. Das Darlehnsneugeschäft über alle Kundengruppen hinweg habe 2012 rund 340 Mio. Euro betragen. Wachstumsträger seien hier die Finanzierungen für Unternehmen und Selbstständige gewesen, deren Bestand sich um 25 Mio. Euro (+2,1%) auf 1,2 Mrd. Euro erhöht habe. Das Kundengeschäftsvolumen habe 3,7 Mrd. Euro betragen.

„2012 war das Jahr der Immobilie“, erklärte Vorstand André Schüller. Die Sparkasse habe 2012 mit einem Wachstum von 60 Prozent auf 50 Mio. Euro das beste Ergebnis der Geschichte erzielt. 236 private Immobilien habe man auch aufgrund der engen Verbindung der Sparkasse zu den Verkäufern vermittelt, berichtete Schüller. 3000 Immobilien suchende Kunden habe man aktuell in den Dateien, bei einer deutlichen Verknappung auf der Angebotsseite in Göttingen.

Die Banker fordern neue Baugebiete für die Stadt, um der Nachfrage gerecht zu werden. Von 2005 bis 2012 seien die Mietpreise in Göttingen  um 64 Prozent gestiegen, so Schüller weiter. Im Durchschnitt werde 7 Euro pro Quadratmeter verlangt. Eine Eigentumswohnung in Geismar koste heute 2500 bis weit über 3000 Euro pro Quadratmeter.

Ganz bewusst unterwegs

Hald: „Der Markt ist völlig aus den Fugen geraten.“ Parallel zum Run auf Immobilien („Betongold“) seien die Finanzierungszusagen  für den Wohnungsbau gestiegen. 160 Mio. Euro wurden neu zugesagt. Der Bestand habe fast 700 Mio. Euro erreicht. Über die „flexible und individuelle“ Finanzierungsform Leasing mit einem Neugeschäft von 12 Mio. Euro (Vorjahr 14 Mio.) berichtete Vorstand Jörg Sebode.

In diesem Segment gehörten die Göttinger zu den drei besten Sparkassen in Niedersachsen und bundesweit zu den ersten 10 Prozent.

Bei der Unterstützung von Existenzgründern sei man ganz bewusst unterwegs. Mit mehr als 1 Mio. Euro finanziere die Sparkasse Existenzgründer, trotz einer Ausfallrate von 60 Prozent – „ein Wechsel auf die Zukunft“, begründete Sebode.

Geschäftsstellennetz wird verändert

Um 10 Prozent habe die Sparkasse im Bereich Private Banking zugelegt. Im Segment der „sehr vermögenden Kunden“ betreue die Sparkasse rund 450 Familien mit einem Volumen von knapp einer halben Milliarde Euro. 15 Prozent der vermögenden Kunden kämen nicht aus dem Raum Göttingen.

Das Geschäftsstellennetz der Sparkasse wird verändert, aber nicht reduziert. Die Zahl 47 bleibt, versicherten die Vorstände, kündigten aber Veränderungen in Göttingen und Grone an. Im Gebäude Weender Straße 65/69 wolle die Firma New-Yorker expandieren. Deshalb müsse für die 150 dort arbeitenden Sparkassen-Mitarbeiter eine Lösung gefunden werden.

Da ein Filial-Neubau in Grone an der Kasseler Landstraße geplant sei, schließt der Vorstand dort eine „große Lösung“ nicht aus.

Ausbildung einmal ganz anders

Die Sparkasse Göttingen (gegründet 1801) beschäftigt 738 Mitarbeiter in Stadt und Region. Davon sind rund 70 junge Menschen in der Ausbildung. Für sie haben sich Vorstand und Ausbilder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Ab Mitte des Jahres wird es in der City eine Geschäftstelle geben, die allein von Auszubildenden geführt wird.

Unter dem Titel „Young banking“ startet die Lehrlingsfiliale als Pilotprojekt für Norddeutschland. Im Gebäude der Deltabau, im Leinebogen, werden die Auszubildenden Beratungsgespräche führen und eigenständige Kampagnen planen, verrät Vorstand Jörg Sebode. Die Einrichtung soll sich am Geschmack junger Menschen orientieren, und auch bei den Öffnungszeiten will man neue Wege beschreiten.

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