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Regional Startup YourCar bietet neues Carsharing-Modell in Göttingen an
Nachrichten Wirtschaft Regional Startup YourCar bietet neues Carsharing-Modell in Göttingen an
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00:26 12.06.2015
Eine neue Carsharing-Idee aus Göttingen kommt von Boris Hillmann (links) und Andreas Behrens. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Dann nämlich soll ihr im Januar gegründetes Carsharing-Unternehmen „YourCar“ seine erdgasbetriebene Flotte von 32 Seat Mii-Kleinwagen sowie einem Kleintransporter erhalten. „Unser Unternehmen soll wirtschaftlich erfolgreich und gleichzeitig nachhaltig sein“, betonen die beiden Gründer. 

Das Prinzip von YourCar funktioniert folgendermaßen: Jeder neue Kunde lässt sich in der Firmenzentrale in der Weender Landstraße 3-7 registrieren - unter Umständen das einzige Mal, dass er mit Vertretern der Firma persönlichen Kontakt hat. Der Kunde erhält eine Karte, die ihm den Zugang zu jedem der 33 Fahrzeuge ermöglicht. Wobei diese keinen festen Standort haben - jeder Benutzer lässt das von ihm benutzte Fahrzeug am Ende seiner Fahrt nämlich einfach stehen.

Wo sich die einzelnen Fahrzeuge gerade befinden, erfährt der Kunde online, per App oder durch Anruf in der Zentrale. „Ideal wäre die Verteilung, wenn sich innerhalb eines Umkreises von 500 Metern jeweils ein Auto befinden würde“, sagt Hillmann. Deshalb dürfen die Fahrzeuge auch nicht überall in der Stadt, sondern nur im Hauptgeschäftsgebiet abgestellt werden: Zentrum, Nordstadt, Weende, Oststadt, Südstadt, Geismar, Grone, Weststadt ohne Industriegebiet. Gefahren werden dürfen sie jedoch in einem viel größeren Gebiet, nämlich der gesamten Bundesrepublik.

Eine vorgeschriebene Mindeststrecke muss nicht zurückgelegt werden; jede Fahrt, und sei sie noch so kurz, ist möglich. „Unser Angebot komplettiert den Mobilitätsmix“, sagt Behrens, „Fuß, Fahrrad und Bus fügen wir das Auto hinzu.“ Für das man eben nur dann bezahlt, wenn man es tatsächlich nutzt, wie er betont. Studien hätten ergeben, dass Privatautos am Tag durchschnittlich nur eine Stunde benutzt werden und die restliche Zeit herumstehen: „Das ist ökonomisch komplett sinnlos.“

Darüber hinaus betonen die beiden Gründer den ökologischen Aspekt ihres Unternehmens. So sei das Erdgas, das sie beziehen werden, teilweise klimaneutral - ihr Lieferant, die Stadtwerke, gleiche einen Teil des CO2-Ausstoßes durch Maßnahmen wie zum Beispiel Aufforstung wieder aus. Ihre Vision sei es, eines Tages völlig unabhängig von großen Energieunternehmen zu sein und in der Region hergestelltes Gas beziehen zu können.

Als Konkurrenten zu den bereits bestehenden Carsharing-Unternehmen „Grünes Auto“ sowie „stadt-teil-auto“, deren Fahrzeuge feste Standplätze im Stadtgebiet haben, sehen Hillmann und Behrens ihr Unternehmen nicht. Der Grund: „Je größer das Angebot ist, desto mehr Leute werden im Carsharing eine Alternative zum eigenen Auto sehen.“ Der Biologe und der Diplomkaufmann glauben, dass YourCar einem allgemeinen gesellschaftlichen Trend folgt: „Die Menschen realisieren, dass Besitz Freiheit einschränken kann. Darum wollen sie viele Dinge nicht mehr besitzen, sondern nur noch die Möglichkeit haben, sie bei Bedarf zu benutzen.“

Von Hauke Rudolph

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