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Regional Streit zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern
Nachrichten Wirtschaft Regional Streit zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern
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21:22 22.05.2017
Quelle: gt
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Göttingen

Die außergerichtlichen Beratungen nehmen hingegen zu. „Der Arbeitsaufwand ist für unsere vier Anwälte genau derselbe“, betont Weber.

Der Göttinger AGV ist kein kleiner Verband. Rund 900 Mitglieder vertreten die AGV-Mitarbeiter im Büro an der Bürgerstraße. Die Anlässe für Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind vielfältig. Die meisten Streitfälle betreffen nicht betriebsbedingte Kündigungen wegen Unpünktlichkeit, Abmahnungen, Versetzungen oder Kündigungen wegen Diebstahls. „Ein großer Teil aller Fälle hat mittlerweile die Ursache im krankheitsbedingten Bereich“, berichtet Weber. In rund zehn Prozent der Fälle komme der Arbeitgeber nicht umhin, eine Kündigung auszusprechen.

Beschäftigte werden immer älter

Laut Studien ist die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage seit 1991 bundesweit rückläufig. Fehlte damals jeder Mitarbeiter noch 24,8 Tage, sind es heute laut Dachverband der Betriebskrankenkassen noch 17,3 Tage. Wie aus dem neuen Gesundheitsreport 2017 der Techniker Krankenkasse hervorgeht, sei der Rückgang der Fehlzeiten in erster Linie zurückzuführen auf eine um 1,4 Prozent geringere durchschnittliche Dauer von Arbeitsunfähigkeitsfällen. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage selbst stieg den Angaben zufolge allerdings um 0,2 Prozent.

Für den Krankenstand sind besonders verantwortlich psychische Störungen, Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Bewegungsapparats sowie Verletzungen. Ein Grund dafür sei laut Weber auch das gestiegene Alter der Beschäftigten. „Arbeitgeber nehmen heute ihre Arbeitnehmer auch dann mit, wenn sie häufiger krank sind“, so Weber. Krankheiten nehmen mit zunehmendem Alter eben zu. Ein Tausch gegen jüngere sei hingegen mit Unsicherheiten verbunden.

Außergerichtliche Einigungen sind "schneller und besser"

„Man weiß ja schließlich nicht, welchen Bewerber man stattdessen bekommt“, so Weber. Unternehmer trennen sich deshalb heute nicht leicht vom Personal. Nur in Einzelfällen komme der Arbeitgeber nicht um eine Kündigung herum. Da sei das Gesundheitsmanagement wichtig. „Wir müssen wesentlich mehr tun, um die Belegschaft gesund zu halten“, betont Weber.

Viele Fälle kann der Verband vom Gericht fern halten. „Keine Firma ist froh, wenn der Unternehmensname ständig beim Gericht auf dem Terminzettel auftaucht. Auseinandersetzungen mit Anwälten seien zudem teuer und zeitaufwendig. „Wenn man sich gemeinsam am Tisch trifft, gibt es schnellere und bessere Lösungen“, sagt Weber.

Von Bernard Marks

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