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Regional Studie der Universität Göttingen zur Mitarbeitervielfalt in Unternehmen
Nachrichten Wirtschaft Regional Studie der Universität Göttingen zur Mitarbeitervielfalt in Unternehmen
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00:32 27.03.2015
Studie der Universität Göttingen zur Mitarbeitervielfalt in Unternehmen Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Aufschlussreich ist die Begründung, die Geschäftsführer für ihre Befassung mit dem Thema lieferten.

Zum einen ist dies der demografische Wandel verbunden mit dem Fachkräftemangel, zum anderen die zunehmende Diversität der Gesellschaft an sich und damit auch der Kunden und der Belegschaft, der man Rechnung trägt. Für etwa die Hälfte der Befragten gab es keinen konkreten Anlass für das eigene Diversitätsmanagement, da sie Diversität als etwas natürlich Gewachsenes betrachten.

Vor allem in großen Unternehmen ist ein solches Management etwa über Gleichstellungs- oder Diversitätsbeauftragte bereits etabliert. „Die meisten Unternehmen haben schon entsprechende Maßnahmen durchgeführt, aber viele sind sich dessen auch gar nicht bewusst“, sagt Prof. Froese.

Das konkrete Maßnahmenpaket ist zwar sehr breit, doch in der Praxis liegt das Hauptaugenmerk vor allem auf den drei Aspekten Alter, Geschlecht und kulturelle Herkunft. „Aber es gibt kein one fit all“, betont Froese. „Man muss sich die jeweilige Unternehmensstruktur anschauen und dann abgestimmte Maßnahmen einleiten.“

Beispiel Alter: Wie kann man etwa die erfahrenen Mitarbeiter länger im Unternehmen halten, wie kann das Wissen an die Jüngeren weitergeleitet werden und mit welcher Altersstruktur füllt man die Belegschaft auf? Je nach Unternehmenstätigkeit und existierender Belegschaftszusammensetzung ergeben sich hier ganz andere Maßnahmen.

Der Nutzen, sich mit der eigenen Mitarbeiterstruktur zu befassen, liegt auf der Hand, da Zufriedenheit, Planbarkeit und Vorbereitungsfähigkeit auf die Zukunft verbessert werden. „Wir hatten das Beispiel, dass von 100 Mitarbeitern 15 in den Ruhestand gegangen sind“, so Froese. „Dadurch bricht das Unternehmen fast zusammen.

Aber auch die Mitarbeiterzufriedenheit und damit verbunden die Kündigungsbereitschaft sind wichtige Aspekte. Wer daran nicht denkt, kann kalt erwischt werden.“

So vielfältig die eigene Unternehmenskultur ist, so facettenreich präsentiert sich der Maßnahmenkatalog – und selbst für die bereits gut aufgestellten Unternehmen gibt es noch viel Luft nach oben, stellt Froese fest. „Ein Paradebeispiel für Diversitätsmanagement ist IBM. Die haben für ganz viele verschiedene Minoritätengruppen Teams aufgebaut. Das ist kein Selbstzweck.

Dadurch haben sie die Mitarbeiterzufriedenheit und den Verkaufserfolg substanziell erhöhen können.“ Am Unternehmenschef führt indes kein Weg vorbei, denn dessen Einstellung ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg eines Diversitätsmanagements.

Bei der Studie haben aus zahlreichen Branchen schwerpunktmäßig kleine und mittelständische Unternehmen ab 100 Mitarbeiter mitgemacht, aber auch Großunternehmen mit über 5000 Angestellten. Regional stammten die meisten Teilnehmer aus der Region Göttingen-Hannover. Der Lehrstuhl von Prof. Froese will die Studie noch bis in den Herbst weiterführen. Interessierte Unternehmen können sich daher noch zwecks Teilnahme an den Lehrstuhl wenden.

Von Sven Grünewald

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