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Regional Sycor-Mitarbeiter geben Kaufangebot ab
Nachrichten Wirtschaft Regional Sycor-Mitarbeiter geben Kaufangebot ab
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00:24 10.09.2018
Sycor-Mitarbeiter wollen das Unternehmen selbst erwerben. Quelle: Pförtner
Göttingen

Wir geben die Firma Sycor nur in gute Hände ab“, hatte Näder vor eineinhalb Jahren betont. Es gelte den „besten Heimathafen“ für das Unternehmen zu finden. Die Mitarbeiter sind nun mehrheitlich der Ansicht, dass sie selbst die Werte der Firma am besten vertreten können. Diese Idee, die bereits kurz nach der Bekanntgabe des Verkaufs erstmals geäußert wurde, sei Näder bereits vorgestellt worden, heißt es in einer Mitteilung der Sycor-Geschäftsführung.

Das Konzept sieht vor, Sycor zu einer „employee owned company“ (EOC), also einem Unternehmen, das den Mitarbeitern gehört, umzuformen. Ziel sei es, dass 100 Prozent der Belegschaft Teil der Eigentümer-Gesellschaft werden, erklärt der Sycor-Betriebsratsvorsitzende Oliver Schild. Außerdem werde im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben, dass die Gewinne, die die Sycor GmbH erwirtschaftet, im Unternehmen verbleiben. Im Hintergrund stehe eine Bank, die den Kauf finanzieren wird.

„Es gibt keinen besseren Investor“

„Es gibt keinen besseren Investor“, sagt Schild. Für den Großteil der Belegschaft sei die EOC ein logischer nächster Schritt in Richtung Mitarbeiterorientierung. Sycor sei als Arbeitgeber schon immer sehr attraktiv gewesen, weil großer Wert auf ein gutes Betriebsklima gelegt wurde. „Gute Zusammenarbeit, gelebte Life-Balance, offene Kommunikation – diese Sycor-Kultur darf nicht gefährdet werden.“ Mit 14 Kollegen gestartet, sind es heute mehr als 750 Mitarbeiter an den Standorten in Europa, Amerika und Asien.

Nicht mehr dazu gehört Sycor-Mitbegründer Marko Weinrich. Er habe seinen Geschäftsführerposten geräumt, „um den Beteiligungsprozess ohne Interessenkollision begleiten zu können“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Unternehmens. Über weitere Details ist Stillschweigen vereinbart worden. An seiner Stelle führt der Finanzspezialist Jochen Schwiersch neben Rüdiger Krumes die Geschäfte.

Mit viel Engagement und privatem Geld

Weinrich konzentriert sich derweil auf das EOC-Konzept. Er steht neben 30 weiteren Mitgliedern hinter der Gründungsgesellschaft – mit viel Engagement und privatem Geld. „Ich werde alles tun, um unsere Idee umzusetzen“, sagt Weinrich gegenüber dem Tageblatt. Die Mitarbeiter seien in seinen Augen der beste Heimathafen für das Unternehmen. Niemand habe größeres Interesse, das erfolgreiche IT-Unternehmen auf seinem jetzigen Wachstumskurs weiterzuführen.

Das Interesse am Markt an der Sycor ist groß. Laut einer aktuellen Marktforschungsanalyse gehört Sycor zu den 20 führenden deutschen mittelständischen Unternehmen im IT-Beratungsmarkt. Der Jahresumsatz lag 2017 bei 85,1 Millionen Euro – ein Plus von knapp 20 Prozent. Die Aussichten ließen auch 2018 ein erfolgreiches Geschäftsjahr erwarten, so die Unternehmensleitung. Zuletzt ist die Sycor um 100 Mitarbeiter weltweit gewachsen. In Freiburg wurde zuletzt der mittlerweile 20. Standort eröffnet, und im Juni dieses Jahres der neue Bürokomplex auf dem Areal des Alten Göttinger Güterbahnhofs bezogen.

Bis zum 26. September müssen die Interessenten ihr Angebot abgegeben. Im Anschluss erfolgt eine Vorauswahl passender potenzieller Investoren. Zu den Chancen für die EOC sagt Ex-Geschäftsführer Weinrich: „Wir werden ein marktgerechtes Angebot machen.“

Im Tageblatt-Interview spricht Hans-Georg Näder über das Kaufangebot und die Zukunft des Unternehmens.

Von Markus Scharf

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