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Regional Teldas-Schließung: Jetzt entscheiden die Gerichte
Nachrichten Wirtschaft Regional Teldas-Schließung: Jetzt entscheiden die Gerichte
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20:07 23.08.2011
Machen sich Sorgen um ihre Zukunft: Betriebsrätin Hilka Wissel (links) und Kollegen der Teldas-Göttingen. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Mit Verlusten in Millionenhöhe begründet die D+S Europe die geplanten Schließungen in Göttingen, Gera, Frankfurt (Oder), Leipzig und Rottweil (insgesamt 480 Beschäftigte). Die Beschäftigten in Göttingen (80% Frauen) indes können die Entwicklung nicht nachvollziehen.
„Wir haben Räume, Fachwissen, Menpower und Aufträge ohne Ende“, sagt Angela Weyl. Die 47-Jährige versteht die Welt nicht mehr. Seit 19 Jahren „in dem Verein“, macht sie sich Sorgen um ihre Zukunft. An den Rollstuhl gebunden, kann sie nicht in Braunschweig oder Hannover zur Arbeit. Weyl gehört zu den rund 40 Angestellten der Teldas, nicht zu den Beamten, deren Dienstherr die Telekom auch nach 2008 geblieben ist.

Auch Gabriele Japke weiß nicht, wie es weitergehen soll. Sie fürchtet, dass man mit 50 Jahren kaum noch vermittelbar ist. Es sei denn, „man nimmt alles in Kauf“. Alle haben sie sich schon rumgehört. „Wenn ich sage, ich arbeite in einem Call-Center, dann ist das wie ein Makel“, klagt Beate Barth. Die 50-jährige Bürofachfrau (seit 1989 bei der Telekom) hat vor Teldas in der Buchhaltung der Telekom gearbeitet, die nach Hannover verlagert wurde. Call-Center – das wollte sie eigentlich nie.

Bei ihren Protesten gegen die Schließungsabsichten finden die Beschäftigten Unterstützung bei der Gewerkschaft Verdi. Fachsekretär Hanno Harms spricht von einem „skandalösen Vorgehen“ der Geschäftsführung. Es dränge sich die Frage auf, wie in zweieinhalb Jahren mehr als 45 Mio. Euro in den Sand gesetzt werden konnten. Das ist der Betrag, den die Telekom 2008 beim Verkauf ihrer Tochter Vivento Customer Services GmbH an Teldas als Subventionspaket plus eines Auftragsvolumens von fünf Jahren vereinbart hat (Tageblatt berichtete).

„Wir gehen davon aus, dass Teldas seine Verträge bis Ende 2013 erfüllt“, stellte Telekom-Pressesprecher Husam Azrak gestern auf Tageblatt-Nachfrage klar. Dies habe man auch der D+S Europe und dem Investor Apax deutlich dargelegt. Azrak zur Schließungsdiskussion: „Für uns ist das eine ganz unschöne Situation.“

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