Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Turck lässt Gaststätte für 1,5 Millionen Euro umbauen
Nachrichten Wirtschaft Regional Turck lässt Gaststätte für 1,5 Millionen Euro umbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:24 22.11.2012
Fühlen sich in ihrer neuen Wahlheimat Göttingen wohl: Olga und Helmut Turck beim Interview im Café Cron & Lanz. Quelle: soz
Göttingen

Die wichtigste Nachricht zuerst: Der Schwarze Bär bleibt eine zünftige Gaststätte, und sie behält ihren Namen. Für das Restaurant, das am 15. Juli das letzte Mal unter der Regie der Eheleute Cordula und Ulrich Buhtz geöffnet war, sucht Turck einen Pächter. „Keinen Fünf-Sterne-Koch“, betont er. Sein Herzenswunsch ist ein junger Mann, der gut gelernt hat, in der Welt unterwegs war und die „Chance seines Lebens“ erkennt. Gute konservative Küche, stellt sich Turck vor, mit gegrillter Haxe am Sonntag. Deutsch sollte die Küche sein, aber auch internationale Einflüsse aufgreifen. Mit seiner Lebenserfahrung will er behilflich sein, wenn es um den Speiseplan geht, verrät der Investor.

„Es wäre die erste Büchse, die ich öffne, ohne eine Überraschung zu erleben“, antwortet Turck auf die Frage zum Eröffnungstermin. Geplant sei Winter 2012, doch Turck glaubt nicht so recht daran. Ein Haus aus dem 16. Jahrhundert sei für Überraschungen immer gut. Wie die Gaststätte nach der Investition von geplanten 1,5 Millionen Euro aussehen wird, kann sich Turck indes gut vorstellen. Er will den Dachboden ausbauen lassen und die „Tenne“ mit 80 Quadratmetern für Familienfeste und andere Gesellschaften öffnen. „Von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf die Dächer von Göttingen.“ Auch die beiden Stockwerke darunter, die bisher von der Pächterfamilie bewohnt wurden, sollen künftig gastronomisch genutzt werden. Räume mit verschiedenen Themen sind geplant. Ein Nordfriesen-Zimmer etwa, ausgekleidet mit Delfter Kacheln. Der routinierte Häuslebauer hat im eigenen Bestand noch mehr als 1000 Stück davon. Ein süddeutsches Zimmer schwebt ihm vor, ein „Alter Getreidekasten“.

Das Erdgeschoss wird bis auf den Rittersaal (er bleibt komplett erhalten) entkernt. Alle nach dem Bau im Jahr 1556 eingezogenen Wände will der neue Besitzer entfernen lassen. Aufs kleinste Detail will er achten, wenn im Januar die Arbeiter anrücken. In Dresden und Berlin hat er mit Restauratoren gesprochen, die sich den Bären ansehen werden. Für die Planungen, die Wahl der Architekten und Handwerker lässt er sich Zeit, sagt Turck. „Erst denken, dann handeln.“ Wenn er über den geplanten Innenhof spricht, kommt bei Turck Begeisterung auf. 100 Quadratmeter Außenwirtschaft und Freilegung der historischen Rückwand – für den Neu-Göttinger ein Traum.

Helmut Turck, geboren in Nordrhein-Westfalen, aufgewachsen in Hessen, hat schon vieles gemacht: Rüben verzogen, Kühe gehütet und auf dem Bau geackert. Er hat bei Siemens gelernt, in Nürnberg sein Handels-Diplom erhalten, war VWL-Repetitor an den Universitäten Nürnberg und München, hat am Starnberger See seine erste Firma gegründet: GEFOF Gesellschaft für Optimale Finanzplanung. Danach hat er eine Beratungs-Software für Banken und Versicherungen entwickelt und mit der Turck GmbH (50 Beschäftigte) auf den Markt gebracht. In Russland hat Turck gearbeitet (dort lernte er seine Frau Olga kennen) und zuletzt in Kanada. In Göttingen, wo seine Schwester und eine Nichte zu Hause sind, will er nun wohnen und leben – „mit allen Konsequenzen“.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!