Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Unternehmer klagen über zu viel Bürokratie für Gründer und Familienbetriebe
Nachrichten Wirtschaft Regional Unternehmer klagen über zu viel Bürokratie für Gründer und Familienbetriebe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 16.03.2015
Viele Gründer scheitern in der Region an den für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee benötigten Aktenbergen. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Auch in der Region ist die Bürokratielast ein Thema – sowohl bei jungen Gründern als auch bei Familienunternehmen in der Gastronomie. Beide Gruppen fordern politische Maßnahmen, um nötige Formalien zu verringern.

67 Prozent aller Befragten der BJU beschäftigen sich pro Woche mindestens fünf bis 15 Stunden mit bürokratischen Pflichtaufgaben. Bei elf Prozent sind es sogar mehr als 15 Wochenstunden. Als besonders belastend werden das Steuer- und Arbeitsrecht, die Buchführung und Bilanzierung sowie die Sozialversicherung und Umsatzsteuervoranmeldung empfunden. Zudem kritisieren die Verbandsmitglieder die seit Januar geltende Dokumentationspflicht des Mindestlohnes.

Stephan Sander ist Regionalvorsitzender des BJU in Südniedersachsen. Er ist Geschäftsführer der Göttinger Fassisi GmbH, einem Hersteller für veterinärdiagnostische Schnelltestsysteme. „Bei der Gründung waren die größten Hürden die Vielzahl von unterschiedlichen Stellen, die man anlaufen musste“, sagt Sander. Gewerbeanmeldung, Steuer-ID, Eintragung ins Handelsregister, Anmeldung beim Finanzamt – das alles hat den Unternehmer in der Gründungsphase eine Menge Zeit gekostet.

Insbesondere die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht sei nur unter großer Mühe zu erreichen gewesen. Gleichzeitig schränkt Sander , der die Einschätzung seines Verbandes teilt, ein: „Bürokratie ist immer auch Teil des unternehmerischen Alltags. So ehrlich muss man sein.“ Der unternehmerische Alltag könne aber insbesondere in der Gründungszeit erleichtert werden, wenn die zuständigen Stellen ihre Zusammenarbeit verbessern würden, meint Sander. Zudem würde er es begrüßen, wenn es staatliche Anlaufstellen geben würde, die Gründer intensiv und mit Wissen aus erster Hand begleiten. „Ich sehe Leute in meinem Umfeld, die gründen möchten, aber überfordert sind“, kritisiert der Unternehmer.

Ähnliches kommt dem Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU), der zum selben Thema mit dem Vorstand des Kreisverbandes Hann. Münden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) unterhalten hat, immer wieder zu Ohren. „Manche Kinder haben Angst, den Betrieb der Eltern zu übernehmen.“ Als Grund nennt Güntzler beispielsweise die Dokumentation der verschiedenen Hygieneauflagen, die Arbeitszeitverordnung oder die Nachweispflicht des Mindestlohns. Den würden er und die Dehoga zwar begrüßen, die zeitliche Mehrbelastung seiner lückenlosen Dokumentation sei aber gerade für kleinere Betriebe nicht tragbar.

Von Jonas Rohde

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und ihre Beiträge vor. Heute: GdA-Wohnstift.

16.03.2015
Regional Erfolgreiches Geschäftsjahr - K+S stellt Geschäftsbericht 2014 vor

Ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hat: Der Kasseler Dax-Konzern K+S kann trotz des starken Preisverfalls für Kaliumchlorid 2013 auf ein verhältnismäßig erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Der Kali- und Salzproduzent hat den Geschäftsbericht 2014 auf einer Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main vorgestellt.

16.03.2015

Auch mittelständische Unternehmen aus der Region bewerben sich mehr und mehr bei potenziellen Mitarbeitern anstatt auf Bewerbungen zu warten. Verkehrte Welt? Fragt man Geschäftsführer aus der Region, wird deutlich, dass die Personalsuche im Social Web schon längst Realität geworden ist.

15.03.2015
Anzeige