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Regional Top-Referenten und Besucherrekord in Osterode
Nachrichten Wirtschaft Regional Top-Referenten und Besucherrekord in Osterode
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00:34 03.06.2018
400 Gäste hörten beim Unternehmertag der Mekom in der Stadthalle Osterode unter anderem Top-Speaker Bernhard Zytariuk über das Thema Führung sprechen. Quelle: Gießler
Osterode

Der Unternehmertag der Mekom-Regionalmanagement war ein voller Erfolg. Mehr als 400 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aus Südniedersachsen kamen am Mittwoch in Osterode zusammen und hörten nicht nur Impulsvorträge von hochkarätigen Referenten.

Bereits die vor der eigentlichen Veranstaltung anberaumte Pressekonferenz am Mittwoch zeigte auf, dass der diesjährige Unternehmertag in der Osteroder Stadthalle den Teilnehmern noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Grund dafür waren die Topredner Bernhard Zytariuk, Dr. Dorit Baucke und Dieter Lange.

In ihrer kurzen Vorstellung nutzten die drei Speaker die Gelegenheit, einige ihrer Thesen vorab anzuschneiden. So vertrat Dorit Baucke die Meinung, dass früher die Führung an sich ein Top-Thema gewesen sei, heute wäre es aber die Selbstführung. Bernhard Zytariuk vertrat die Ansicht, dass eine Führungskraft nicht der beste Facharbeiter sein müsse. Viel wichtiger sei es, Menschen führen zu können. Dieter Lange ging sogar so weit zu behaupten, dass, wenn alle in einem Unternehmen zufrieden seien, eine Führungskraft dringend etwas tun müsse. Er monierte, dass in Deutschland nicht zwischen Leader und Manager unterschieden werde.

Zu der anschließenden Abendveranstaltung hatte MEKOM Regionalmanagement e.V. gemeinsam mit der „GEDANKENtanken“ Akademie Hannover-Göttingen eingeladen. In seiner Begrüßungsrede betonte Lars Obermann, Vorstandsvorsitzender MEKOM, dass in der Region miteinander und nicht gegeneinander agiert werde, um die Region immer weiter voranzubringen. Obermann wies auf die erfolgreichen Veranstaltungen hin, die MEKOM allein oder mit der Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG) ausrichte und benannte beispielhaft das Unternehmerfrühstück in Herzberg.

Dank Rainer Guse, der mit seiner GEDANKENtanken Führungskräfte-Akademie Hannover-Göttingen als Sponsor auftrat, erlebten im Anschluss die mehr als 400 Gäste, wie viel Inhalt in die nur jeweils etwa 20-minütigen drei Vorträge passte. Erstmals wurde beim Unternehmertag eine Miniaturausgabe der bekannten Rednernächte geboten. Alle drei Redner faszinierten in mitreißenden, gedankenanregenden Kurzvorträgen das Publikum. Neue Impulse für Führung, Arbeit und das Leben sorgten im späteren Verlauf des Abends für rege Unterhaltungen und kontroverse Diskussionen im Besucherkreis.

Erster Redner Bernhard Zytariuk

Bernhard Zytariuk als erster Redner legte seine pragmatische Sicht der Dinge offen: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen (Aristoteles). Ich helfe den Menschen, die Segel anders zu setzen.“

Für ordentlichen Wirbel hat sein Impulsvortrag „Teamführung extrem“ gesorgt, in dem er seine Erfahrungen in Krisensituationen als Major a.D. der Bundeswehr auf die moderne Teamführung übertrug. Ein Grundpfeiler von Erfolg sei die richtige, zielorientierte Zusammensetzung des Teams.

Der ehemalige Offizier stellte heraus, wie bedeutend Vertrauen und Verlässlichkeit innerhalb eines Teams seien. „Was macht Teams eigentlich erfolgreich, ist ihr Team ein gutes, was ist wichtig in schwierigen Situationen?“, fragte Zytariuk das Publikum.

Er hob hervor, dass Teamgeist und gute Beziehungen untereinander enorm wichtig seien, ebenso gezeigte Anerkennung: „Loben Sie Ihre Mitarbeiter, auch wenn mal nicht alles klappt!“ Es lohne sich nach seiner Auffassung, permanent an guten Beziehungen zu arbeiten. Auch sei es von Vorteil, die individuellen Stärken der Mitarbeiter zu kennen und zu fördern.

Zweiter Redner Dr. Dorit Baucke

Dr. Dorit Baucke stellte dem Publikum die etwas provozierende Frage, ob man Führungskraft im eigenen Leben sei: „Was ist Selbstführung, was sind Ihre Glaubenssätze in Ihrem Leben?“ Die eigene Führung sei eine Herausforderung. Dabei die Balance nicht zu verlieren, eine zweite.

Dr. Baucke erläuterte, welche Aspekte eine große Rolle spielen, um die eigenen Ziele zu definieren und nicht aus den Augen zu verlieren. Sie rief dazu auf, sich bei diesen Prozessen von eigenen Werten leiten zu lassen und gelassen zu bleiben: „Bleiben Sie im Einklang mit sich und scheuen Sie sich nicht, auch Dinge abzulehnen, falls es einmal zu viel wird. Wir müssen unsere Stärken erkennen und fördern.“

Dritter Redner Dieter Lange

Dieter Lange beschrieb in seinem Vortrag „Warum arbeitest Du – eigentlich?“ provokant den Wandel vom Ego-Trip zur Selbstverwirklichung und brachte es auf den Punkt: „Wer immer nur in den Spuren anderer wandelt, braucht sich nicht zu wundern, dass er keinen Eindruck hinterlässt.“

Seiner Ansicht nach gebe es nur zwei Wurzeln der Motivation – nämlich Liebe und Angst. Die Sinnhaftigkeit des Tuns unterstrich er mit der Aussage: „Wer Leistung will, muss Sinn bieten!“ Solange man sich selbst nicht führen könne, könne man andere nicht führen.

Unterstützer Rainer Guse, als langjähriger Vertriebsleiter in der Region bestens bekannt und verankert, freute sich, dass das neue Format so gut ankam: „Gute Führung entscheidet über Erfolg und Misserfolg. Es wird Zeit, dass wir umdenken“, so Guse. „Da helfen oft kleine Impulse, um große Gedankensprünge anzuschieben.“

Besondere Gäste

Die Zusammenarbeit zwischen MEKOM und der GEDANKENtanken Akademie wird sich sicher auch in Zukunft im Veranstaltungsprogramm des Unternehmernetzwerks widerspiegeln. Viele besondere Gäste bestimmten den diesjährigen MEKOM-Unternehmertag auch neben den Speakern.

So wurde Klaus Hoffmann offiziell als Vorstandsvorsitzender der Südniedersachsen-Stiftung verabschiedet. Sein Engagement der vergangenen Jahre wurde von Landrat Bernhard Reuter in einer bewegten Abschiedsrede sowie mit einem Präsent gewürdigt. „Klaus Hoffmann hat die ganzen Jahre Kurs gehalten und den Gegenwind ertragen“, sagte Bernhard Reuter bildhaft. Der Landrat freute sich, dass Hoffmann in seiner leitenden Funktion beim Göttinger Symphonie Orchester der Region erhalten bleibe.

Für eine außergewöhnliche Aktion stand die Firma Seidel GmbH aus Hessen stellvertretend für viele Arbeitgeber. Unternehmerin Pia Meier war auch zu Gast in Osterode. Sie hat mit ihrem Team 3 000 Überstunden für einen Mitarbeiter gespendet, dessen Kind an Leukämie erkrankt war.

„Heute Abend wurde eindrucksvoll deutlich, dass sich die Wahrnehmung von Arbeitgebern deutlich wandelt“, sagte Lars Obermann, Vorstandsvorsitzender des MEKOM Regionalmanagements. „Es wird mehr verlangt, als nur einen Job zu bieten. Um Fachkräfte zu finden und zu binden, müssen wir begeistern, motivieren und Sinn schaffen.“

Von Ralf Gießler

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