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Verdi kämpft in der Region Göttingen um Manteltarif

Gewerkschaftsaktionen Verdi kämpft in der Region Göttingen um Manteltarif

Mit der Aktion „Hände weg von unserem Mantel“ wollen am Sonnabend, 13. April, Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Einzelhandelsbeschäftigte in der Region Göttingen über die Kündigung ihrer Tarifverträge informieren.

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Wollen den Manteltarifvertrag erhalten: Mitglieder der Gewerkschaft Verdi.

Quelle: Wittemann

Göttingen. In Niedersachsen hat der Hauptverband des deutschen Einzelhandels HDE) die Gehalts- und Lohntarifverträge, aber auch den Manteltarifvertrag (MTV) zum 30. April gekündigt. Der Grund: man wolle neue Tätigkeitsbeschreibungen vereinbaren.

„Auch Verdi will die Entgeltregelungen im Einzelhandel modernisieren“, betont Gewerkschaftssekretärin Monika Neuner. Allerdings seien diese nicht im MTV geregelt. Die Göttinger Karstadt-Betriebsratsvorsitzende und ehrenamtliche Verdi-Verhandlungsführerin Birgit Clemens ergänzt, dass es dafür eines gemeinsamen Gestaltungswillens und nicht einer einseitigen Kündigung bedürfe.

Sie befürchtet, dass die Arbeitgeber sehr niedrige Basisentgeltgruppen schaffen wollten, in denen die betroffenen Beschäftigten ohne Aufstiegsmöglichkeiten verbleiben.

Für die rund 20 000 Einzelhandelsbeschäftigten in den drei Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode stünden mit der Kündigung der Tarifverträge alle wichtigen Schutz- und Zuschlagsregelungen wie Spätöffnungszuschläge, ein arbeitsfreies Wochenende pro Monat und Überstundenregelung, Urlaub und Freistellungen auf dem Spiel.

„Für die Beschäftigten, davon zwei Drittel Frauen, haben die Spät- und Nachtzuschläge eine hohe Bedeutung“, so Neuner, die bei Verdi in Göttingen kürzlich die Nachfolge von Katharina Wesenick angetreten hat.

Viele von ihnen seien Mütter, nicht wenige alleinerziehend: „Ich habe zwei Kinder und brauche den tariflichen Schutz. Diesen Anspruch werden wir nicht hergeben“, stellt sich Tanja Fengewisch, Netto-Vertrauensfrau den Arbeitgebern entgegen. Dafür seien die Kolleginnen bereit, auch zu streiken.

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Umfairteilen“ will Verdi am Sonnabend auf dem Jakobikirch-Vorplatz auch darauf aufmerksam machen, „dass die Arbeitgeber im Einzelhandel ihre Gewinne in den vergangenen zwölf Jahren fast verdoppelt haben“, sagt Neuner und nennt die Forderungen der Gewerkschaft:  Erhöhung der Löhne und Gehälter um 1 Euro pro Stunde und 90 Euro mehr pro Monat für Auszubildende.

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