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„Viele Mitarbeiter sind noch geschockt“

Novelis „Viele Mitarbeiter sind noch geschockt“

Die Nachricht, dass die Produktion für Lithographiebleche am Novelis-Standort Göttingen geschlossen werden soll, kam für die Mitarbeiter überraschend. Der Betriebsrat sieht sich am Beginn eines schwierigen Prozesses.

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Novelis in Göttingen.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. „Viele Mitarbeiter von Novelis in Göttingen sind von der Nachricht noch geschockt “, berichtet der Betriebsratsvorsitzende des Werkes in Göttingen Heiko Henne. Weil der Großkunde Agfa ab Januar 2018 keine Aufträge mehr bei Novelis platzieren wird, sieht sich Novelis gezwungen, die Produktion für Lithographiebleche am Standortort Göttingen per Ende März 2018 einzustellen. Mehr als hundert Stellen sollen dabei wegfallen. „Die Betroffenheit ist sehr groß in der Belegschaft“, berichtet er weiter.

Welche Auswirkung die Schließung der Sparte für den Standort Göttingen habe, sei noch nicht absehbar. „Wir werden aber versuchen, die Folgen möglichst abzumildern“, sagt der 54-jährige.

Seit 34 Jahren ist Henne bereits im Unternehmen tätig. Vor sechs Jahren habe man die Produktion für Lithographiebleche bereits einmal verkleinert. Damals war der Großkunde Fuji abgesprungen. Nach der positiven Nachricht im Frühjahr dieses Jahres, als Novelis den Großkunden Kodak in Osterode für Lieferungen von Lithographieblechen gewinnen konnte, kam nun die herbe Botschaft von Agfa. „Weil auch die Lieferungen an die Firma Kodak nur eingeschränkt möglich waren, wurde entschieden, die Sparte in Göttingen zu schließen“, erzählt Henne. In die Sparte waren zuvor noch 5 Millionen Euro investiert worden.

Das Geschäft mit Druckplatten ist in Europa bereits seit einigen Jahren rückläufig. In den vergangenen sieben Jahren hat Novelis in Europa bei den drei größten Herstellern im Lithobereich einen Rückgang des Volumens von jährlich bis zu zwei Prozent verzeichnet. „Der Markt ist unter Druck,. Das Geschäft verschiebt sich in die Schwellenländer“, bestätigt auch Henne. Druckplatten würden vermehrt aus China nach Europa geliefert, das mache es in dem Bereich immer schwerer, so Henne weiter.

Für alle anderen Märkte sei die Auftragslage für Novelis hingegen gut. Der Hersteller von Aluminium-Walzprodukten profitiere vor allem vom Leichtbau-Trend in der Automobilindustrie, sowie einer steigenden Nachfrage nach Produkten für vielfältige andere Anwendungen wie zum Beispiel Fassadenlösungen in der Bauwirtschaft. Nicht zuletzt trage auch der Bereich Forschung und Entwicklung entscheidend zur führenden Wettbewerbsposition von Novelis bei.

Göttingen soll Produktionsstandort für Novelis bleiben. „Wir bekennen uns ausdrücklich zum Standort Göttingen“, betonte Eric Tonkowski, Werksleiter des Standortes Göttingen am Donnerstag. In dem Werk an der Hannoverschen Straße soll weiterhin beschichtetes Aluminium für die Wertströme Dose und Spezialitäten hergestellt werden.

Für die betroffenen Mitarbeiter erarbeitet Novelis jetzt in Abstimmung mit dem Betriebsrat schnellstmöglich einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. „Hier sind wir aber erst ganz am Anfang des Prozesses“, berichtet Henne.

Von Bernard Marks

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