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Regional Warnstreik am Uni-Klinikum
Nachrichten Wirtschaft Regional Warnstreik am Uni-Klinikum
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15:00 24.10.2018
Quelle: picture alliance / dpa
Göttingen

Zum Warnstreik bieten die Beschäftigten der Geschäftsführung Notdienstverhandlungen an, um die notwendige Patientenversorgung zu garantieren. Gestreikt werde am Dienstag, 30. Oktober, und Donnerstag, 1. November, erklärte die Verdi-Tarifkommission der UMG-Klinikservice GmbH. Nachdem am Montag Tarifverhandlungen ohne Einigung geendet hätten, sähen die Beschäftigtenvertreter im Warnstreik die einzige Möglichkeit, sich und ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. „Unser erster Warnstreik im September und unsere Petitionsübergabe an den UMG-Vorstand war wohl nicht ausreichend“, erklärte Gewerkschaftsvertreter Jens-Andreas Schmidt: „Sie scheinen uns nach wie vor nicht ernst zu nehmen.“

Löhne angleichen

„Wir meinen es aber ernst“ ergänzte Maria Kutudi aus der Reinigung. „Wir wollen einen deutlichen Schritt in Richtung Angleichung der Löhne. Dafür muss die Uni-Klinik der eigenen Tochterfirma den notwendigen finanziellen Spielraum geben“.

Die Klinikservice GmbH ist eine große Tochterfirma der Uniklinik und Universität Göttingen, die Dienstleistungen für die Uniklinik und Universität in der Reinigung, dem Patiententransport und der Wäscherei erbringt. Unter den Beschäftigten, erklärte die Gewerkschaft, existiere eine „Zwei-Klassengesellschaft“ mit Alt-Beschäftigten die nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden und etwa 50 Prozent mehr Gehalt bekommen als Neueingestellte mit GmbH-Löhnen. Die GmbH-Angestellten fordern nun eine Angleichung ihrer Löhne und eine volle Jahressonderzahlung und Betriebsrente.

„Nach wie vor große Lücke“

Obwohl der Arbeitgeber am Montag sein Angebot nachgebessert habe, so Verdi, kritisiert die Gewerkschaft „die nach wie vor verbleibende große Lücke zu den Löhnen der Alt-Beschäftigten. Deshalb nun der Streik-Beschluss.“

Aber die Beschäftigten legten auch großen Wert darauf klar zu stellen, dass sie die notwendige Patientenversorgung gewährleisten: „Wir werden einen Notdienst gewährleisten wie jeden Sonnabend und Sonntag auch“ erklärte Dragan Bandic von der Verdi-Tarifkommission.

Die UMG Klinikservice GmbH erklärt hingegen, sie habe am 22. Oktober „einen inhaltlich und substanziell überarbeiteten Vorschlag mit Tarifanpassungen, Regelungen für eine Sonderzahlung und zur Altersvorsorge vorgelegt, der an die Belastungsgrenze der Finanzierbarkeit geht“. Mit diesem Angebot wäre eine grundlegende Einigung möglich gewesen, sagt Klinikservice-Geschäftsführer Marcus Bühre. Weitere, bereits verabredete Verhandlungsrunden hätten für Detailklärungen genutzt werden können.

„Gespräche werden schwieriger“

„Die bisher konstruktiv geführten Gespräche“, meint Bühre, „werden aber schwieriger.“ Eine „Neue Entgeltordnung“, über die bei beiden Tarifparteien nach den ersten Terminen „zum Großteil“ Zustimmung geherrscht habe, werde nun „in wesentlichen Punkten wieder hinterfragt. Gesellschaftliche und gewerkschaftspolitische Überlegungen scheinen die bisher zielführend geführten Gespräche zu überlagern“, so Bühre.

Die Forderung, den Länder-Tarifvertrag anzuwenden, ist nach Ansicht der Klinikservice-GmbH „nicht geeignet, die Gesellschaft dauerhaft in der derzeitigen Ausgestaltung zu erhalten“. Der von Arbeitgeberseite angestrebte Haustarifvertrag sei hingegen „ein wichtiges und weiteres Element, um unter der Beachtung wirtschaftlicher und den Betrieb nicht gefährdender Bedingungen, Strategien zur Personalbindung und -beschaffung zu unterstützen“. Vor dem Hintergrund des aktuellen Verhandlungstandes müsse die Zielsetzung, den Haustarif ab 1. Januar 2019 anzuwenden, überdacht werden, erklärt Bühre.

Von Matthias Heinzel

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