Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Weniger Schäden auf Weihnachtsbaumplantagen in Südniedersachsen
Nachrichten Wirtschaft Regional Weniger Schäden auf Weihnachtsbaumplantagen in Südniedersachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 08.08.2018
Markus Billen zeigt im Billen Forst die Folgen der Trockenheit an den Weihnachtsbaumkulturen in der Schonung zwischen Waake und Landolfshausen. Quelle: CH
Göttingen

„Purer Zufall“ sei es gewesen, dass bei Forst Billen in Bösinghausen keine Jungpflanzen aus dem Baumschulbereich auf die Kulturflächen gekommen seien, auf denen sie nicht mehr bewässert würden, berichtet Markus Billen, Betreiber der gleichnamigen Weihnachtsbaumproduktion und Forstbaumschule mit Sitz in Bösinghausen. Üblich sei, jedes Jahr Jungpflanzen neu auf den Kulturflächen zu pflanzen, um dort den Bestand an Weihnachtsbäumen gleich zu halten. Durch die Trockenheit habe der Dünger auf diesen Flächen nicht seine Wirkung entfalten können. Der Wuchs habe gelitten, ebenso das Erscheinungsbild der Nadeln, was sich sowohl in puncto Färbung und Länge bemerkbar mache.

Schwere Lehmböden mindern Trockenschäden

Die schweren Lehmböden führen dazu, dass es im Leinetal generell weniger Trockenschäden gibt, berichtet Jürgen Jenssen von den gleichnamigen Baumschulen mit Sitz in Grone. Durch den höheren Grundwasserspiegel könnten Anpflanzungen auch längere Trockenphasen überstehen, was sich auch bei Weihnachtsbäumen zeige, berichtet Jenssen und verweist auf die 3500 Exemplare auf seinem Areal, darunter 200 bis 300 Jungpflanzen. Auf einen anderen Effekt verweist Großhändler Matthias Tögel aus Eschwege, der Kunden im Umkreis von 200 Kilometer mit Weihnachtsbäumen beliefere und außer in Eschwege unter anderem auch in Uslar eine Plantage betreibe. Nordmanntannen hätten Pfahlwurzeln, die bis in zwei, drei Meter Tiefe reichen, was eine bessere Wasserversorgung ermögliche. Zuletzt habe er 2017 Jungpflanzen neu angepflanzt. Eine leichte Gelbfärbung deute bei den Baumen auf die Trockenheit hin. Tögel rechnet aber damit, dass sie sich im kommenden Jahr wieder erholt haben. Händler aus anderen Regionen würden ihm berichten, dass es bei Jungpflanzen zu Ausfällen zwischen 50 und 70 Prozent komme.

Ausgebildetes Wurzelwerk schützt vor Trockenschäden

„Weil wir nicht gepflanzt haben, werden wir kaum Trockenschäden haben“, berichtet Hilmar von Mansberg vom Rittergut Meinbrexen bei Lauenförde. Langfristig dürften die Folgen dieses Dürrejahres nach seiner Einschätzung bei Weihnachtsbäumen kaum sichtbar sein.

„Wir haben zwar keine Weihnachtsbaumkulturen, aber selbstverständlich haben wir auch in diesem Frühjahr wieder normale Forstkulturen wie Traubeneichen, Bergahorne, Weißtannen, Lärchen und Douglasien gepflanzt, die jetzt extrem unter der Trockenheit leiden oder vielfach bereits abgestorben sind“, sagt Axel Pampe vom Niedersächsischen Forstamt Reinhausen. Junge Bäume, egal ob sie später als Weihnachtsbäume oder „normale“ Waldbäume aufwachsen, seien in der Anfangsphase nach der Pflanzung sehr „trocknisanfällig“, da sie erst einmal neue Wurzeln bilden müssten. Das unterscheide sie von bereits etablierten Altbäumen. Pampe: „Durch die seit April andauernde Trockenheit und die extrem starke Sonneneinstrahlung beobachten wir in diesem Jahr hohe Absterberaten bei unseren im März/April gepflanzten Bäumen von mehr als 50 Prozent.“

Von Axel Artmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Digitalisierung ist gerade für traditionelle Banken eine enorme Herausforderung. Bezahlen per Handy, Mobile Banking und Online-Beratung bringen alte Computertechnik an ihre Grenzen. Doch in der Region Göttingen sehen sich die Geldinstitute gut gerüstet.

07.08.2018
Regional Innovationspreis Göttingen - Campingplatz Am Hohem Hagen

„Mehr als eine Idee!“ – unter diesem Motto steht der Innovationspreis 2018 des Landkreises. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und deren Innovationen vor. Heute: Campingplatz Am Hohen Hagen.

07.08.2018
Regional 40-jähriges Dienstjubiläum in Göttingen - Berufsberater für Abiturienten

Sein 40-jähriges Dienstjubiläum hat Hans-Günter Rudolph als Berufsberater für Abiturienten gefeiert. Er ist an den Standorten Göttingen, Northeim und Duderstadt tätig.

07.08.2018